Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Teltow-Fläming Schierhorn: Sommerzeit ist „Vergewaltigung der Natur“
Lokales Teltow-Fläming Schierhorn: Sommerzeit ist „Vergewaltigung der Natur“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
01:16 27.10.2018
Uwe Schierhorn, Mathe- und Astrnomielehrer am Friedrich-Schiller-Gymnasium in Königs Wusterhausen Quelle: G.I.
Königs Wusterhausen

Uwe Schierhorn ist Astronomielehrer am Königs Wusterhausener Schiller-Gymnasium. Die EU-Pläne zur Zeitumstellung bringt ihn in Rage.

Herr Schierhorn, Sie sind gegen eine komplette Umstellung auf Sommerzeit. Warum?

Uwe Schierhorn: Das ist eine dauerhafte Vergewaltigung der Natur. Seit ewiger Zeit steht die Sonne um zwölf Uhr mittags im Süden, künftig erst gegen 13 Uhr. Und das ohne für mich nachvollziehbaren Grund.

Eingriffe in die Zeit haben aber Tradition.

Ja, es gab schon verschiedenste Experimente, in Teilen auch nachvollziehbare. Bis 1884 hatte jeder Ort seine eigene Zeit, die sich am Sonnenstand orientierte. Wer von Berlin nach Bonn fuhr, musste dort seine Uhr um 25 Minuten zurückstellen. Mit Erfindung der Eisenbahn wurde das aber lästig. deshalb hat man die Zeitzonen eingeführt ...

... in denen aber auch nicht überall die Sonne um 12 Uhr am höchsten steht.

Auch das stimmt. Byalistok in Polen und Santiago de Compostella in Spanien gehören zur gleichen Zeitzone. Sie liegen aber 15 Längengrade auseinander, was einer Stunde entspricht. Das hat aber politische Gründe. Die Zeitzonen wurden von Greenwich ausgehend im Abstand von 15 Längengraden eingeteilt, und die Staaten konnten sich aussuchen, welcher sie beitreten. Mitteleuropäische Zeit herrscht demnach in Görlitz, das genau auf dem 15. Längengrad liegt. Bei uns steht die Sonne ebenfalls gegen 12 Uhr im Süden, seit 1980 zumindest noch im Winter.

Welche Folgen befürchten Sie bei einer Änderung?

Was heißt fürchten? Ich weiß, dass es dann im Winter bis nach 9 Uhr dunkel ist. Viele Menschen – ich auch – fangen früh an zu arbeiten und müssen dann die ersten zwei, drei Stunden unter Kunstlicht verbringen. Da befürchte ich gesundheitliche Auswirkungen. Dass die Sonne dann erst um fünf untergeht, davon habe ich nichts. Ich denke auch, dass das den Tieren in den Ställen nicht entgegenkommt.

Im Sommer bleibt es aber länger hell. Das ist doch schön.

Schön ist relativ. Die einzige Lobby, die sich wirklich für die Beibehaltung der Sommerzeit einsetzt, ist die der Gastronomen. Aber ob wir unseren Lebensrhythmus nach Gaststätten ausrichten sollten, wage ich zu bezweifeln.

Wie ist Ihre Meinung zur Zeitumstellung? Stimmen Sie ab: www.maz-online.de/winterzeit

Von Oliver Fischer

Zum Crowdfunding-Projekt „Fläming-Schmiede“, das für den Tourismuspreis nominiert ist, gehört der Trebbiner Kranich-Express, ein Naturpark-Elektroshuttle. Er soll im Dezember geliefert werden.

24.10.2018

Zahlreiche Künstler aus der Dahmeland-Fläming-Region bereichern die neue Akzente-Ausstellung in Wünsdorf. Eröffnung ist am 27. Oktober.

24.10.2018

Der Siedlungsweg in Zülichendorf wird ausgebaut. Trotz höherer Kosten haben die Anwohner zugestimmt. Mitte November sollen die Arbeiten beginnen.

24.10.2018