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Kommunalwahl 2014 AfD-Kandidat verlässt Partei
Lokales Teltow-Fläming Kommunalwahl 2014 AfD-Kandidat verlässt Partei
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21:03 21.05.2014
Die Homepage von Oliver Scharfenberg. Quelle: Screenshot
Rangsdorf

Kurz vor der Kommunalwahl ist einer der acht AfD-Kandidaten für den Kreistag aus der Partei ausgetreten. Oliver Scharfenberg aus Rangsdorf hat seine Mitgliedschaft in der Partei Alternative für Deutschland (AfD) hingeschmissen. Normalerweise geht so etwas andersherum: Jemand tritt aus Enttäuschung aus einer Partei aus und schließt sich für die kommende Wahl einer anderen Partei oder Kandidatenvereinigung an. Scharfenberg tritt aber mitten im Wahlkampf aus, bleibt als parteiloser Kandidat auf der Liste der AfD stehen und macht auch noch ziemlich aktiv Wahlkampf – in erster Linie aber für sich selbst.

Oliver Scharfenberg bestätigt auf MAZ-Nachfrage, dass er „und noch ein paar Leute“ aus der AfD ausgetreten sind. Dies sind, wie MAZ erfuhr, seine Frau, die wie er für die Gemeindevertretung Rangsdorf kandidiert, und sein Vater. „Ich wollte eigentlich nur aus dem Kreisverband Teltow-Fläming austreten“, sagt Oliver Scharfenberg. Das gehe aber nicht. Also habe er aus der Gesamtpartei austreten müssen, obwohl er mit der gar kein Problem habe. Von daher sieht er auch keinen Widerspruch zwischen seinem Austritt aus der AfD und seiner weiteren Kandidatur für die AfD.

Scharfenbergs Problem mit dem Kreisverband liegt wohl eher in dessen Vorsitzender Birgit Bessin begründet. Mit ihr habe er „ideologische Probleme“. Welche Probleme das genau sind, dazu will sich der 34-Jährige aber nicht äußern.

Auch Birgit Bessin kennt nicht den Grund seines Austritts, wie sie gegenüber MAZ sagte. Den Austritt der Scharfenbergs scheint sie ganz gut zu verkraften. Jedenfalls verweist sie auf eine ansonsten wachsende Mitgliederzahl. Diese liege gegenwärtig bei etwa 60 im Landkreis Teltow-Fläming.

Einen innerparteilichen Streit kann Bessin nicht erkennen, zumal Scharfenberg ja die Partei verlassen hat. „Wir bleiben in Kontakt, da Herr Scharfenberg ja weiter für uns kandidiert, Plakate klebt und mit dem AfD-Logo wirbt“, so Birgit Bessin. Neben Ilka und Oliver Scharfenberg gebe es mit Dietmar Ertel einen weiteren parteilosen AfD-Kandidaten im Kreis. Ertel ist Ortsvorsteher in Lüdersdorf. Er kandidiert unter dem AfD-Logo für die Stadtverordnetenversammlung Trebbin.

Was bei Oliver Scharfenberg auffällt, ist seine betont ablehnende Haltung gegenüber jeder Form von rechtsextremistischem Gedankengut. Damit wendet er sich indirekt gegen solche AfD-Mitglieder, denen eine gewisse Nähe zu rechtsextremen Positionen und zumindest zu rechtspopulistischen Organisationen nachgesagt wird. Das wirft seit jeher einen Schatten auf die Gesamtpartei. So gab es auch im AfD-Kreisverband Auseinandersetzungen um eine Erklärung, die auch nach Wunsch Scharfenbergs jedes AfD-Mitglied unterschreiben sollte, wonach man sich unter anderem von rechtsextremen Tendenzen distanziert. Dies wurde zunächst mehrheitlich abgelehnt, was zum Austritt Scharfenbergs geführt haben dürfte.

Er will jetzt erst einmal die Kommunalwahl abwarten. Scharfenberg rechnet mit einem guten Ergebnis für die AfD und einem anschließenden Reinigungsprozess, sobald sich ihr mehr Mitglieder anschließen. „Schwarmintelligenz“ nennt er das.

Auf www.MAZ-online.de/kommunalwahl2014 haben wir eine Sonderseite zur Wahl eingerichtet. Dort haben wir alle wichtigen Informationen und Artikel zur Kommunalwahl gebündelt.

Von Harmut F. Reck

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