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Teltow-Fläming Konferenz der Prostata-Gruppen
Lokales Teltow-Fläming Konferenz der Prostata-Gruppen
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00:33 10.10.2015
Operation mit neuer Laser-Technik an der Prostata, dabei wird das überflüssige Gewebe verdampft. Quelle: Ruppiner Kliniken
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Luckenwalde

Als Mann scheint man in Luckenwalde gut aufgehoben zu sein. Denn sollte man an der häufigsten Krebserkrankung bei Männern, dem Prostatakarzinom, erkranken, hat man es nicht weit zum nächsten zertifizierten Zentrum, das sich speziell auf diese Krankheit spezialisiert hat. Und es gibt eine recht aktive Prostata-Selbsthilfegruppe (SHG) in Luckenwalde, die es nun geschafft hat, erstmals das jährliche Herbsttreffen aller Selbsthilfegruppen in den neuen Bundesländern an diesem Wochenende nach Luckenwalde zu holen.

Höhepunkt wird ein öffentliches Patientenforum sein. Es findet am Sonnabend, dem 10. Oktober, ab 9 Uhr im Kreishaus Teltow-Fläming, Am Nuthefließ 2, statt. Dazu sind alle Interessierten eingeladen, sagt Peter Glief. Er ist seit fünf Jahren Vorsitzender der SHG und hat dafür gesorgt, dass die Tagung in diesem Jahr nach Luckenwalde kommt.

Peter Glief Quelle: Hartmut F. Reck

Weil Brandenburg lange das einzige Bundesland ohne medizinische Hochschulausbildung war, und die bisherigen Treffen immer an medizinischen Hochschulstandorten abgehalten wurden, findet das Treffen jetzt zum ersten Mal im Land Brandenburg statt und das an einem Ort, der es auch verdient hat. „In Luckenwalde ist traditionell die Urologie stark“, weiß Peter Glief: „Doktor Schenke hat es vor fünf Jahren geschafft, als erstes Prostatakarzinomzentrum in Brandenburg zertifiziert zu werden.“ Danach kam bisher nur noch Cottbus.

Der Urologe und Chirurg Klaus Schenke ist Chefarzt der Urologischen Abteilung des DRK-Krankenhauses Luckenwalde. Dort arbeitet man eng mit der Strahlentherapie des Ernst-von-Bergmann-Krankenhauses in Potsdam, mit erfahrenen Spezialisten aus verschiedenen Fachgebieten und mit den niedergelassenen Urologen zusammen. Das war eine von vielen Voraussetzungen, um als Prostatakarzinomzentrum von der Deutschen Krebsgesellschaft anerkannt zu werden. Eine weitere war die Existenz einer Selbsthilfegruppe, die mit dem Zentrum eng zusammenarbeitet.

Außerdem ist Luckenwalde der Sitz des Vereins Uroonkologisches Zentrum Mittelbrandenburg unter dem Vorsitz des dort niedergelassenen Urologen Lutz Höbold. Dieser wird am Samstag das Patientenforum moderieren. Dabei sei die Veranstaltung so konzipiert, „dass es weniger eine Fachtagung für Mediziner, als mehr für betroffene Patienten sowie deren Partner und Angehörige ist“, wie Peter Glief betont.

Selbsthilfegruppe Luckenwalde

Die SHG Luckenwalde besteht seit sechs Jahren. Seit fünf Jahren ist Peter Glief aus Wünsdorf ihr Vorsitzender. Seine Stellvertreterin ist Sabine Götz, Leiterin des Sozialdienstes am Luckenwalder DRK-Krankenhaus.

Etwa 20 Mitglieder hat die SHG. Sie sind alle aus dem Kreis Teltow-Fläming. Die SHG kümmert sich um betroffene Männer und deren Frauen.

Einmal im Monat trifft sich die SHG, meistens in Luckenwalde.

Nach einem Grußwort von Luckenwaldes Bürgermeisterin Elisabeth Herzog-von der Heide (SPD) wird Chefarzt Schenke über die Gründung des Prostatakarzinomzentrums sprechen und über die Frage, ob dies nur eine Entscheidung zwischen Image und Wirtschaftlichkeit war. Anschließen wird der Luckenwalder Oberarzt Volko Ebeling über die operative Therapie von Komplikationen nach Prostatakrebsbehandlungen sprechen, bevor wieder Schenke über die Prefere-Studie berichtet.

Nach einer Pause referiert die Luckenwalder Oberärztin für Anästhesie und Intensivmedizin, Yvonne Schröder, über Schmerztherapie und den „Weg in ein beschwerdearmes Leben“. Und schließlich wird Chefarzt Ullrich Fleck von der Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie des Luckenwalder Krankenhauses über die Palliativversorgung im ländlichen Raum berichten. So ist der Ambulante Palliativ- und Hospizdienst, dessen Vereinsvorsitzender Ullrich Fleck ist, ein enger Partner des Prostatakarzinomzentrums und wird bei der Tagung einen Informationstisch aufstellen – wie auch die Brandenburgische Krebsgesellschaft und die Stiftung Männergesundheit.

Von Hartmut F. Reck

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