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Teltow-Fläming Kontroverse Diskussion
Lokales Teltow-Fläming Kontroverse Diskussion
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06:00 12.02.2016
Kassiererin Franziska Günther (r.), Markt-Betreiberin Susanne Hube und Kunde Mathias Spieth (2.v.l.) sind für den Neubau. Quelle: Ott
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Sperenberg

Die Diskussion über den Bau eines neuen Rewe-Marktes in Sperenberg bewegt die Gemüter. Rund 40 Bürger waren wegen dieses Themas Mittwoch zur Sitzung der Gemeindevertreter gekommen. Dort wurde beschlossen, die Pläne für das Projekt öffentlich auszulegen.

„So viele Gäste hatten wir schon lange nicht mehr“, sagte Marcus Gottlob (UWG), Vorsitzender der Gemeindevertretung. Auslöser des großen Interesses war der Montag veröffentlichte MAZ-Beitrag „Altbauten sollen Supermarkt weichen“. Darin machten Anwohner des neuen Markt-Standortes ihrem Unmut darüber Luft, dass mitten im Ort Häuser, die um das Jahr 1815 gebaut wurden, weichen müssten. In diesem Fall müssten sich fünf Familien eine neue Bleibe suchen. „Das Wohnungsproblem halte ich für händelbar“, sagte Bürgermeister Frank Broshog (parteilos). Er wolle die betroffenen Mieter unterstützen.

Bert Daske sprach sich in der Bürgerfragestunde gegen einen langgestreckten, gläsernen Supermarkt aus. Er forderte einen gefälligeren Bau. „Wenn der neue Einkaufsmarkt kommt, muss er ins Ortsbild passen“, sagte er. Gemeindevertreter Erhard Bischert (UWG) wollte wissen, warum der neue Markt nicht „im Gewerbegebiet hinter der Tankstelle“ gebaut werden könne. „Ein Lebensmittelmarkt sollte in der Mitte eines Dorfes liegen und nicht verschämt am Rand“, antwortete Investor Klaus Off. Die von ihm vertretene Firma Objekt Sperenberg GmbH & Co. KG mit Sitz im bayerischen Königsbrunn will vier Millionen Euro in den Neubau mit einer Verkaufsfläche von rund 1700 Quadratmetern investieren. „Rewe ist daran interessiert, die Versorgung in Sperenberg für die nächsten 30 Jahre aufrecht zur erhalten“, sagte Off der MAZ. Dabei müssten allen Beteiligten Kompromisse eingehen.

Laut Bürgermeister Broshog hatte man mehrere Standorte geprüft. Er sehe seine Verantwortung darin, dafür Sorge zu tragen, dass auch künftige Generationen in Sperenberg eine Nahversorgung vorfänden. Deshalb sei er dafür, dass der Markt so, wie er geplant wird, auch gebaut werde.

„Die Konflikte, die jetzt da sind, werden auch bleiben“, sagte Susanne Hube am Donnerstag der MAZ. Sie betreibt seit fast 20 Jahren den Rewe-Supermarkt im Ort. „Wir haben mit rund 7500 verschiedenen Artikeln angefangen und sind nun bei 15 000 Artikeln.“ Um dieses Sortiment vernünftig präsentieren zu können, brauche man dringend mehr Platz. Aktuell habe man einschließlich des 2004 angebauten Getränkemarktes 1000 Quadratmeter Verkaufsfläche zur Verfügung.

Hube zufolge stünden 30 Arbeitsplätze bei ihr und vier Jobs in der „Lila Bäcker“-Filiale auf dem Spiel, wenn das Neubauprojekt scheitert. Dann bestehe die große Gefahr, dass sich Rewe aus Sperenberg zurückziehe. Vor vier Jahren habe sie selbst erstmals von den Erweiterungsplänen erfahren. „Darüber ist lange genug gesprochen worden“, sagte sie, „nun wollen wir endlich einen Schritt voran kommen.“

Von Frank Pechhold

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