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Konversion nicht überall das Zauberwort

Nachnutzung der Damm-Kaserne bei Jüterbog ungeklärt Konversion nicht überall das Zauberwort

„Derzeit ist die Natur der einzige Akteur hier“, lautete das Fazit der Geschichtsinteressierten Freitagnachmittag. Bei einem Rundgang unter der Leitung von Markus Hennen vom Planungsbüro Bruckbauer und Hennen hatten 30 Einwohner die Gelegenheit genutzt, sich die Jüterboger Damm-Kaserne anzusehen. Das Areal an der Dennewitzer Straße stellt nun schon seit Jahrzehnten ein Beispiel dafür dar, dass Fördermittel nicht überall Segen bringen können.

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Der geleitete Rundgang führte auch zu den alten Flugzeughallen.

Quelle: Victoria Barnack

Jüterbog. „Derzeit ist die Natur der einzige Akteur hier“, lautete das Fazit der Geschichtsinteressierten Freitagnachmittag. Bei einem Rundgang unter der Leitung von Markus Hennen vom Planungsbüro Bruckbauer und Hennen hatten 30 Einwohner die Gelegenheit genutzt, sich die Jüterboger Damm-Kaserne anzusehen. Das Areal an der Dennewitzer Straße stellt nun schon seit Jahrzehnten ein Beispiel dafür dar, dass Fördermittel nicht überall Segen bringen können.

In Jüterbog als zentralem Sitz der Artillerie im damaligen Deutschen Reich wurde der Fliegerhorst 1916 gegründet. Nach dem Ersten Weltkrieg wurden die Anlagen als Lagerhallen, Ackerland und Notlandeplatz genutzt und in den 1930er Jahren erneut aus- und umgebaut. Im Jahr 1945 war das Areal offiziell von der Roten Armee zu Wartungs- und Reparaturzwecken übernommen worden.

Heute sind zahlreiche dieser Gebäude Denkmäler. „Dass die Anlagen noch als gesamtes Ensemble bestehen, macht die Konversion nicht leichter“, sagte Markus Hennen, „aber vielleicht lässt sich trotzdem ein Weg finden, sie zu nutzen.“ So werden die Schießstände beispielsweise von der Jüterboger Schützengilde und weite Flächen für die Landwirtschaft genutzt.

Bereits am Vormittag war im Rathaus eine entsprechende Ausstellung mit dem Titel „Die Kaserne Damm im Wandel der Zeit“ eröffnet worden. Dabei wird neben der Historie des Fliegerhorstes auch die Konversion in Jüterbog allgemein thematisiert. „Früher war das Militär wegen des wirtschaftlichen Aufschwungs ein Segen, langfristig ist es allerdings eine Belastung“, sagte Hennen. So erklärte er auch die bisherigen 65 Millionen Euro, die seit den 1990er Jahren allein in und um Jüterbog zu Konversionszwecken verwendet wurden. „Immerhin wurden fast zwei Drittel der städtischen Fläche militärisch genutzt“, sagte Hennen.

Die neue Ausstellung im Rathaus beschränkt sich aber nicht nur auf solche Zahlen. Zu sehen sind beispielsweise auch Fotos aus den Tagen des Abzugs der letzten russischen Soldaten im Mai 1994. „Diese Fotos habe ich selbst gemacht und konnte den Film gerade noch in der Hosentasche verschwinden lassen, als man ihn mir auf dem Gelände abnehmen wollte“, berichtete Hennen.

Über eine konkrete Zukunftsplanung für die denkmalgeschützte Anlage vermag Hennen allerdings auch keine Angaben zu machen. „Schnelle Lösungen sind hier nicht zu erwarten“, dämpfte er etwaigen Optimismus. Neben dem Denkmalschutz nannte er auch die Natur- und Trinkwasserschutzauflagen des Geländes als Hindernis für eine Nutzung der Flächen.

Von Victoria Barnack

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