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Teltow-Fläming Kooperation bringt Vorteile für alle
Lokales Teltow-Fläming Kooperation bringt Vorteile für alle
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00:19 23.06.2017
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Mahlow

Ein Jahr ist es her, seit die Bürgermeister von Ludwigsfelde, Blankenfelde-Mahlow und Großbeeren sich zusammentaten, um die Arbeit ihrer Gemeinden zu vertiefen. Anfang des Jahres stieß Rangsdorf dazu. Die vier Bürgermeister, die zusammen rund 70 000 Einwohner repräsentieren, treffen sich einmal im Quartal mit ihren wichtigsten Amtsleitern, um gemeinsam die Probleme einer wachsenden Region zu besprechen. Nun ziehen die Bürgermeister Andreas Igel, Ortwin Baier (beide SPD), Carl Ahlgrimm (parteilos) und Klaus Rocher (FDP) eine erste Bilanz ihrer interkommunalen Zusammenarbeit.

Die Stimmung im Mahlower Büro von Ortwin Baier ist gut. Man duzt sich, lacht und klagt einander sein Leid über politischen Streit unter Gemeindevertretern und Stadtverordneten. „Die Atmosphäre ist wichtig. Unsere Zusammenarbeit wird auch auf Arbeitsebene gelebt“, sagt Andreas Igel. Er hatte kurz nach seiner Wahl zum Ludwigsfelder Bürgermeister die Idee zur Zusammenarbeit. „Es geht vor allem um Erfahrungsaustausch“, sagt Igel. Besonders auf dem Gebiet Bildung sei man ein gutes Stück voran gekommen.

Ludwigsfelde könnte neue Gesamtschule mit Abitur bekommen

Die vier Gemeinden wollen ihre Schullandschaft vielfältiger gestalten. Dazu soll eine in Brandenburg fast vergessene Schulform wiederbelebt werden: die Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe. Sie könnte in der Gottlieb-Daimler-Oberschule in Ludwigsfelde entstehen und soll die Gymnasien und die Gesamtschule Dabendorf entlasten. Im wirtschaftsstarken Norden Teltow-Flämings will man zusammen mit Unternehmen den Nachwuchs ausbilden. „Wir brauchen dezentrale Lösungen“, sagt Carl Ahlgrimm. Der Landkreis habe seine Unterstützung für einen gemeinsamen Schulverband bereits signalisiert. Nun müsse man das Bildungsministerium in Potsdam überzeugen.

Auf anderen Gebieten funktioniert die Zusammenarbeit bereits reibungslos. Verwaltungsmitarbeiter lassen sich gemeinsam weiterbilden. Feuerwehren aus Blankenfelde-Mahlow üben auf dem Löschturm in Ludwigsfelde. Auf dem Gebiet für Sicherheit und Ordnung sind sich beide Gemeinden ebenfalls fast einig. Der Blitzer aus Ludwigsfelde soll bald in Blankenfelde-Mahlow zum Einsatz kommen. „Damit kommen wir einem Wunsch vieler Bürger nach mehr Kontrollen vor Kindergärten und Schulen nach“, sagt Ortwin Baier.

Bessere Umsteigemöglichkeiten sollen Nahverkehr attraktiver machen

Viel zu tun gibt es noch auf dem Gebiet des Verkehrs. Zuzug bedeutet immer auch mehr Verkehr und damit mehr Lärm und Umweltverschmutzung. Für viele Bürger gebe es keine Alternative zum Auto. Das wollen die Bürgermeister ändern, indem sie die Buslinien so optimieren, dass man beim Umsteigen keine langen Wartezeiten hat. „Nur wenn der Nahverkehr attraktiv ist, lassen die Leute das Auto stehen“, sagt Carl Ahlgrimm. Derzeit gebe es Gespräche mit der Verkehrsgesellschaft Teltow-Fläming (VTF), wie man das Angebot besser aufeinander abstimmen kann.

Mit ihrer Zusammenarbeit wollen die vier Bürgermeister nicht nur die Probleme vor Ort lösen, sondern auch ein Signal an die Politik im Land setzen, denn mit der Kreisgebietsreform ist auch das Thema Gemeindefusion wieder auf der Tagesordnung – ein Szenario, das für die Bürgermeister vor allem Nachteile hätte. „Wir sehen in unserer Zusammenarbeit ein Gegengewicht zu einer weiteren Konzentration von Verwaltung“, sagt Carl Ahlgrimm.

Rangsdorf orientiert sich lieber nach Norden als nach Zossen

Was auf informeller Ebene unter vier Gemeinden funktioniere, könne auch Modell für andere sein – ohne die Eigenständigkeit und die Eigenartein der Kommunen preizugeben. „Wir wollen die Identität der Gemeinden stärken“, sagt Andreas Igel. Weitere Fusionen würden Bürger und Verwaltung noch stärker von einander entfernen.

Für Rangsdorfs Bürgermeister Klaus Rocher (FDP), der aus Termingründen nicht an dem Bilanzgespräch teilnehmen konnte, bietet die Zusammenarbeit viele Vorteile – vor allem bei Bildung und Verkehr. „Das Angebot in der Breite ist besser“, sagt er. Dass sich Rangsdorf nach Norden orientiert, zeigt auch das schwierige Verhältnis zur Stadt Zossen, die eigentlich als Mittelzentrum für Rangsdorf zuständig ist. Rocher: „Dort läuft leider nicht viel.“

Von Christian Zielke

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