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Kopftuch-Streit offenbart Querelen im Verein

Ludwigsfelde Kopftuch-Streit offenbart Querelen im Verein

Eine junge Tunesierin wird wegen ihres Kopftuches im Tischtennisclub kritisiert – zutiefst beleidigt fällt sie die Entscheidung, Ludwigsfelde zu verlassen. Nun fliegen im Sportclub E-Mails mit Vorwürfen, Forderungen und Rechtfertigungen zwischen Trainern, Vorstand, Vereinsmitgliedern und Außenstehenden hin und her. Eine Situation, die einer Klärung bedarf.

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Quelle: dpa

Ludwigsfelde. Wenn die Urlaubszeit vorbei ist, sollen im Tischtennisclub von Ludwigsfelde (LTTC) vereinsintern klare Worte fallen, man will wieder zu einem vernünftigen Umgang miteinander finden. Zurzeit feiert der Verein nicht den großen Erfolg, dass eine Nachwuchsmannschaft erstmals Landesmeister wurde, zurzeit fliegen E-Mails mit Vorwürfen, Forderungen und Rechtfertigungen zwischen Trainern, Vorstand, Vereinsmitgliedern und Außenstehenden hin und her, ein erfolgreicher Nachwuchstrainer liegt seit Freitag mit ernsten Beschwerden im Krankenhaus; ob dies im Zusammenhang mit den jüngsten Querelen steht, ist unklar.

Wie berichtet, hatte sich am Kopftuch beziehungsweise an der Kleidung einer jungen Deutschen, die aus Tunesien stammt, ein Streit entzündet, der immer deutlicher vereinsinternen Unmut offenbart. Die Frau arbeitet bei MTU und hatte sich als Neu-Ludwigsfelderin über den LTTC weitere Kontakte erschließen wollen. Sie verlässt die Stadt nun jedoch früher als beabsichtigt wieder, sie fühlt sich „zutiefst beleidigt“. Ob Wortwechsel über ihr Kopftuch, über ihre „nicht sportliche Kleidung“ mit der Differenz zu langen oder kurzen Hosen oder letztlich doch nur ein Hinweis, sie möge in der Sporthalle keine Straßenschuhe tragen, der Anfang dieses Streits war, muss dahingestellt bleiben. Außer den Beteiligten kann das offenbar niemand beantworten.

Horst Steinicke hält die Situation im Tischtennisclub für unerträglich

Horst Steinicke hält die Situation im Tischtennisclub für unerträglich. Das Bild, meint er, darf so nicht stehen bleiben.

Quelle: Abromeit

Für Horst Steinicke, den Mitgründer des LTTC, der seit 55 Jahren in der Stadt Tischtennis spielt und der von 1996 bis 2007 Vereinsvorsitzender war, ist die Situation unerträglich, deshalb meldete er sich nach dem MAZ-Beitrag vom Freitag in der Redaktion. „Wir sind seit Jahrzehnten ein angesehener Verein. Dieses Bild, das wir jetzt mit diesem Streit abgeben, darf nicht stehenbleiben“, erklärt er.

Der Trainer, dem jetzt sogar ausländerfeindliches Verhalten vorgeworfen worden sei, hat laut Steinicke um die Jahrtausendwende sein eigenes aktives Spiel aufgegeben, um Kinder und Jugendliche zu trainieren. Er habe selbst ausländische Familienmitglieder und kenne Probleme zum Kopftuchtragen. Steinicke stellt fest: „Diese Art des Umgangs, dass ein Vorsitzender sich nicht zuerst hinter seine Trainer stellt, darf nicht Alltag werden, das müssen wir nach den Ferien klären.“

LTTC-Vereinschef Falk Zimmermann sagte gestern gegenüber der MAZ: „Wegen unserer Sommerpause hatte es sich nicht ergeben, dass wir direkt miteinander sprechen, auch wenn wir nah beieinander wohnen.“ Für ihn seien E-Mails der schnellste Weg, Dinge aus der Welt zu räumen, erklärt er, deshalb habe er sie so schnell geschrieben. Er sei bei dem Streit nicht dabei gewesen, es sei ihm aber vor allem darum gegangen, sich bei der jungen Frau zu entschuldigen, damit eben keine Missverständnisse im Raum blieben.

Auch für Zimmermann steht fest, dass man nach den Ferien miteinander reden muss. Worüber? „Über religionsgebundene Kleidung beziehungsweise über den Regeln entsprechende Kleidung“, sagt Zimmermann.

Von Jutta Abromeit

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