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Teltow-Fläming Kornelia Wehlan ist neue Landrätin
Lokales Teltow-Fläming Kornelia Wehlan ist neue Landrätin
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09:53 10.09.2013
Kornelia Wehlan nach dem Wahlerfolg. Quelle: Margrit Hahn
Luckenwalde

 „Ich habe wirklich nicht damit gerechnet“, sagte Kornelia Wehlan direkt nach der Bekanntgabe des Ergebnisses – während ihre Parteifreunde in Jubel ausbrachen. Sie haben doppelten Grund für den Jubel. Wehlan ist in Brandenburg die erste Frau auf dem Posten des Landrats. Und der Linken ist es zum ersten Mal gelungen, ein solches Amt zu erobern.

Seit dem vergangenen Dezember war die Stelle des Landrats vakant. Peer Giesecke (SPD) war vom Kreistag abgewählt worden, weil gegen ihn ein Strafbefehl wegen Untreue und Vorteilsnahme erlassen worden war. Die beiden Direktwahlen im März und April gewann die Linken-Landtagsabgeordnete Wehlan gegen den als Favoriten geltenden SPD-Bürgermeister von Ludwigsfelde, der wegen Korruptionsvorwürfen strauchelte. Da die Wahlbeteiligung zu gering ausfiel, musste aber der Kreistag letztlich den Landrat wählen.

Der erste Wahlgang im Kreishaus lief noch fast wie erwartet ab. Fredrich, Bürgermeister von Senftenberg, erhielt 23 Stimmen, Kornelia Wehlan 17 – und damit schon mehr, als ihre Fraktion Mitglieder hat. Der FDP-Landtagsabgeordnete Hans-Peter Goetz kam mit zwölf Stimmen nicht in die Stichwahl. Da niemand die im ersten Wahlgang erforderliche absolute Mehrheit von 29 Stimmen erreichte, war ein zweiter Wahlgang erforderlich, bei dem die einfache Mehrheit ausreichte.

Sie alle haben die Chance, bei der Landratswahl für Teltow-Fläming am 9. September das Rennen zu machen. Am Montag stellten sich 33 Kandidaten im Kreistag in Luckenwalde vor - 31 von ihnen ließ sich fotografieren.

Hier schien alles für Fredrich zu sprechen. Er war von SPD, CDU und Vereinter Fraktion ins Rennen geschickt worden und hätte somit gestern Abend 26 Stimmen sicher haben müssen. Dementsprechend schockiert reagierten die Abgeordneten von CDU und SPD, auf das Ergebnis. Fredrich ging mit starrem Lächeln zu Kornelia Wehlan, um ihr zu gratulieren. „Ich wünsche ihr alles Gute“, sagte er der MAZ tapfer und stellte fest: „In der Kabine entscheiden die Leute nun mal für sich ganz allein.“ Linken-Landeschef Stefan Ludwig, der eigens nach Luckenwalde angereist war, strahlte. „Ich freue mich, dass der Impuls aus der Direktwahl hier im Kreistag zu einer Mehrheit geführt hat“, sagte er.

Eine Agrotechnikerin mit Direktmandat

  • Geboren wurde Kornelia Wehlan am 19. März 1961 in Luckenwalde. Sie ist verheiratet, hat zwei Kinder.
  • Beruflich hat sie Agrotechnikerin gelernt, studierte Pflanzenproduktion und wurde Agraringenieurin.
  • 1979 trat sie der SED bei. Von 1987 bis 1989 war sie in der Luckenwalder SED-Kreisleitung aktiv.
  • Nach der Wende ging Wehlan in den Kreisvorstand der PDS und wurde Stadtverordnete in Luckenwalde. Heute ist sie Partei- und Fraktionsvorsitzende der Linken in Teltow-Fläming.
  • 1999 wurde Kornelia Wehlan in den Landtag gewählt. Sie ist Vize-Fraktionsvorsitzende und Sprecherin für Verkehrspolitik, Regionalplanung und Raumordnung.

Kornelia Wehlan, die wegen „Befangenheit“ nicht mit abstimmen durfte, sagte: „Vor der neuen Aufgabe habe ich großen Respekt, aber keine Angst.“ Tatsächlich warten anspruchsvolle Arbeit auf die erste Linken-Landrätin im Land. Teltow-Fläming gilt zwar als wirtschaftlich erfolgreich, hat aber zuletzt rund 60 Millionen Euro an Schulden angehäuft.

Von Ekkehard Freytag

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