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Teltow-Fläming Kostenexplosion bei Rangsdorfer Feuerwehr
Lokales Teltow-Fläming Kostenexplosion bei Rangsdorfer Feuerwehr
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02:16 29.08.2015
Mario Beißer, stellvertretender Ortswehrführer (l.) und Rangsdorfs Bürgermeister Klaus Rocher vor dem Neubau. Quelle: Zielke
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Rangsdorf

Der Sekt blieb im Kühlschrank, nicht einmal Wasser gab es zur Eröffnung des neuen Feuerwehrgebäudes in Rangsdorf. So richtig zum Feiern war niemandem zumute, denn noch immer sitzt der Schock über die Kostensteigerung tief. 500 000 Euro teurer ist der Neubau geworden als geplant. Bürgermeister Klaus Rocher (FDP) musste vor zwei Wochen eine Haushaltssperre verhängen.

Am Dienstag durfte die Öffentlichkeit erstmals einen Blick in das Gebäude werfen, das derzeit noch ziemlich nackt da steht, aber dennoch den meisten außen wie innen gefällt. Für Mario Beißer den stellvertretenden Ortswehrführer von Rangsdorf, geht die Arbeit erst so richtig los. In den kommenden Wochen müssen er und seine Kameraden sämtliche Technik und Möbel aus der alten Wache in den Neubau tragen. „Die alte hatte zwar auch ihren Charme, aber die neue ist einfach topp“, sagt Mario Beißer. Bei den Feuerwehrleuten sei die Vorfreude schon riesig. Endlich haben die beengten Zustände ein Ende. Für die Frauen gibt es eine eigene Dusche, die Autos müssen nicht mehr die Spiegel einklappen, wenn sie die Tore passieren.

„Die Sache“ soll gründlich aufgearbeitet werden

Bei den Feuerwehrleuten herrschte überwiegend gute Stimmung, auch wenn es, anders als beim Richtfest im Oktober, weder ein Büffet noch etwas zum Anstoßen gab. Bei einigen Lokalpolitikern kam dagegen keine rechte Freude auf. Wegen der enormen Kostensteigerungen konnte Jan Mühlmann-Skupien, der Rangsdorfer FDP-Fraktionsvorsitzende, seinen Sommerurlaub nicht richtig genießen. „Ich ärgere mich maßlos“, sagte er. Besonders ärgert ihn, dass der Bau trotz der Erhöhung nicht ganz fertig geworden ist. So wartet der Schlauchturm noch auf seine Sanierung und auch der umstrittene Schriftzug über den Toren fehlt noch. Künftig müsse man darüber nachdenken, mit einem Generalplaner zum vereinbarten Festpreis zu bauen.

Um regionale Unternehmen zu beteiligen, habe man bisher darauf verzichtet, sagt Jan Mühlmann-Skupien. „Ich möchte, dass die Sache gründlich aufgearbeitet wird“. Man sei bereits dabei, entgegnet Bürgermeister Klaus Rocher. Einen Teil der halben Million Euro habe man durch Mehreinnahmen von 380 000 Euro bei der Einkommenssteuer und den Schlüsselzuweisungen aufgefangen. Das restliche Geld muss die Gemeinde in einem Nachtragshaushalt durch Streichungen bei den Investitionen und freiwilligen Leistungen, etwa der Grünpflege, aufbringen.

Versäumnis in der Verwaltung

Dass es überhaupt so weit kommen konnte und Bauaufträge ausgelöst wurden, obwohl die geplanten 1,6 Millionen Euro aufgebraucht waren, ist offenbar auf Versäumnisse beim Planungsbüro und in der Verwaltung zurückzuführen. Offenbar hat die zuständige Person im Rathaus nicht akkurat über das vorhandene Geld und die Ausgaben Buch geführt. Für diesen Fehler wurden dienstrechtliche Maßnahmen verhängt.

Von Christian Zielke

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