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Teltow-Fläming Kraftwerk zum Jubiläum
Lokales Teltow-Fläming Kraftwerk zum Jubiläum
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00:17 10.01.2014
Dieser Dieselmotor ist einer der beiden Herzen des Blockheizkraftwerks. Quelle: Hartmut F. Reck
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Luckenwalde

In ihrem Jubiläumsjahr gönnen sich die Städtischen Betriebswerke Luckenwalde (SBL) einen neuen Zwölfzylinder und einen nagelneuen Achtzylinder, die sie jetzt in ihrer großen Garage stehen haben. Gemeint sind aber keine Sportwagen, sondern riesige Dieselmotoren, die Turbinen antreiben und die Größe von Schiffsmotoren erreichen. Es handelt sich um das neue Herz des Blockheizkraftwerks, das sowohl Strom als auch Wärme produziert– und das nun deutlich günstiger als die beiden alten Module.

Für Dienstagvormittag hatten die Städtischen Betriebswerke zum Abschluss ihres Projekts Blockheizkraftwerk (BHKW) auf ihr Betriebsgelände im Kirchhofsweg 6 in Luckenwalde die offizielle Inbetriebnahme des modernisierten BHKW angesetzt. Es kamen Vertreter der beteiligten Baufirmen sowie des Aufsichtsrats und der Stadtverwaltung. Gemeinsam mit Bürgermeisterin Elisabeth Herzog-von der Heide (SPD) und Klaus Bescherer vom Generalunternehmen Ago AG drückte SBL-Geschäftsführer Christian Buddeweg symbolisch einen Startknopf – dessen Kabel endete aber schon unter dem Tisch, denn die beiden Motoren laufen schon seit fast sechs Wochen.

27 Meter hoch ist der neue Schornstein des neuen Kraftwerks. Es wurde am Dienstag nach der Feierstunde gruppenweise besichtigt. Quelle: Hartmut F. Reck

„Das Projekt hat uns 32 Monate von der ersten Überlegung bis zur Inbetriebnahme beschäftigt“, sagte Christian Buddeweg rückblickend. Vorher habe man mit der alten Anlage, die seit 1997 in Betrieb war, immer wieder herumgedoktert und bei der Produktion von Strom und Fernwärme immer wieder Knüppel zwischen die Beine geworfen bekommen. Es sei klar gewesen, dass eine zweckmäßige Lösung gesucht werden müsse.

So wurde im März 2011 eine Studie zum Ersatz des Blockheizkraftwerks in Auftrag gegeben, in deren Ergebnis der Aufsichtsrat im August desselben Jahres eine Grundsatzdiskussion führte und wohl auch die Grundsatzentscheidung traf, das Kraftwerk runderneuern zu lassen.

Bis zum September 2012 wurde die Genehmigungsplanung erstellt, „wobei wir auf viele Kuriositäten gestoßen sind zum Beispiel auf veränderte Gesetzeslagen“, die es den Mitarbeitern nicht ganz leicht gemacht hätten, erinnerte sich Buddeweg. Gleichzeitig wurde ein Leistungsverzeichnis zusammengestellt. Im Monat darauf erfolgten dann die Ausschreibungen. „Es stellte sich heraus, dass wir nicht europaweit ausschreiben mussten“, erklärte der SBL-Geschäftsführer. Andererseits gebe es nicht mehr so viele Firmen, die ein solches Projekt als Generalunternehmer abwickeln können. Im Januar 2013 erfolgten dann die Vergaben.

Die Stilllegung der alten Module erfolgte am 25. März. Daraufhin mussten sie erst einmal demontiert und weggebracht werden. Auch waren bauliche Veränderungen am Gebäude des BHKW auf dem Betriebsgelände am Kirchhofsweg notwendig und es mussten neue Rohrleitungen verlegt werden. Ein neuer, nun weithin sichtbarer Schornstein musste ebenfalls für die Anlage errichtet werden.

Zahlen und Fakten zum Kraftwerksbau

Projektdauer: 32 Monate
Bauzeit ab der Außerbetriebnahme der alten Module: 8 Monate
Geplante Investition: 2.250.000 Euro
Tatsächliche Investition: 2.245.000 Euro
Modul 1 + 2 alt: 1000 Kilowatt elektrisch (kWel) – Wirkungsgrad rund 85 Prozent
Modul 1 neu: 1200 kWel – Wirkungsgrad: 90,2 Prozent
Modul 2 neu: 800 kWel – Wirkungsgrad: 88,8 Prozent
Höhere Effizienz: etwa vier Prozent weniger Gasverbrauch

Planmäßig zum 28. November konnte die Inbetriebnahme erfolgen. Dabei habe sich herausgestellt, dass der Wirkungsgrad der beiden Module höher ausfiel als erwartet. Dafür blieb man mit den Investitionen knapp unter dem Planansatz von 2,25 Millionen Euro, was ja auch eine positive Nachricht ist. Positiv ist zudem, dass mit den neuen Anlagen bei derselben Produktionsmenge an Wärme und Strom etwa vier Prozent weniger Gas nötig ist und somit entsprechend weniger Kohlendioxid ausgestoßen wird. „Die höhere Effizienz bedeutet auch dämpfende Effekte auf die Endkundenpreise in Zeiten steigender Energiekosten“, sagte der SBL-Chef.

Bürgermeisterin Elisabeth Herzog-von der Heide bezeichnete das neue BHKW als Meilenstein auf dem Weg zur Umsetzung des Klimaschutzkonzepts und der bevorstehenden Gründung einer Energiegenossenschaft. „Energieeffizienz ist nicht mit Kleingeld zu schaffen“, sagte die Bürgermeisterin, „wir sind froh, die Städtischen Betriebswerke zu haben und so auch etwas bewirken und Einfluss auf die Energiepolitik nehmen zu können, um nicht alles den großen Versorgern zu überlassen.“

Von Hartmut F. Reck

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