Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Teltow-Fläming Kranke Lehrer: Schulleiter schlagen Alarm
Lokales Teltow-Fläming Kranke Lehrer: Schulleiter schlagen Alarm
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:05 18.11.2016
„Klassenfoto“ mit sechs der sieben Luckenwalder Schulleiter und Schulrat Christof Kürschner (2.v.l.) nach der Ausschusssitzung. Quelle: Hartmut F. Reck
Anzeige
Luckenwalde

Lehrermangel und Stundenausfall an den Luckenwalder Schulen, das war das große Thema der Sitzung des städtischen Bildungsausschusses am Mittwochabend. Eingeladen waren alle sieben Rektoren der örtlichen Schulen sowie das staatliche Schulamt. Unzufrieden äußerten sich die Stadtverordneten über die Antwort von Bildungsminister Günter Baaske (SPD) auf ihren Brief an Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD), in dem sie auf die schwierige Situation an den Luckenwalder Schulen aufmerksam gemacht hatten.

Stadtpolitiker fühlen sich nicht ernst genommen

„Wir werden überhaupt nicht ernst genommen“, ärgerte sich die Stadtverordnete und aktive Elternvertreterin Nadine Walbrach (CDU), die den Brief initiiert hatte. „Baaske beruft sich nur auf statistische Zahlen, die gar nicht die ganze Wahrheit widerspiegeln“, sagte sie. „Der Minister blendet die Probleme aus“, ergänzte die Stadtverordnetenvorsitzende und promovierte Pädagogin Heidemarie Migulla (Linke), „er schreibt, dass in diesem Jahr genügend Lehrer an allen Schulen sind. Ich bin gespannt, was die Schulleiter dazu sagen.“

Diese bestätigten das aber zur Überraschung aller Ausschussmitglieder. Die Zahlen im Brief des Ministers würden schon stimmen, sagte der für Teltow-Fläming zuständige Schulrat Christof Kürschner, nur: „Es fehlen Lehrer in bestimmten Fachrichtungen, wir behelfen uns mit Seiteneinsteigern, die fachlich gut qualifiziert sind, aber keine pädagogische Erfahrung haben. Das alles will ich gar nicht abstreiten.“

Personaldecke kann Ausfälle kaum kompensieren

Aus genügend Lehrern wird eine ungenügende Personaldecke, schon wenn der erste krank ist. Wie das bei gleich mehreren Krankheitsfällen aussehen kann, schilderte die stellvertretende Leiterin der Friedrich-Ebert-Grundschule, Birgit Muth: „Wir sind wieder an unserer Grenze angelangt. Das Schulamt unterstützt uns. Aber beim Ministerium muss es doch mal langsam ,Klick’ machen.“ Am Anfang des Schuljahres sei man personell „gut aufgestellt“ gewesen, aber zwei Quereinsteiger, von dem der eine fachlich und der andere gesundheitlich überlastet sei, eine Schwangere, die seit zwei Wochen Mutterschutz genieße, eine Sonderpädagogin langzeiterkrankt, ein Kollege seit Montag im Krankenhaus – Rückkehrzeitpunkt ungewiss – und obendrein: sieben Kollegen älter als 60. „Wenn jetzt noch einer krank wird, weiß ich nicht mehr weiter“, sagte Birgit Muth, „weil alle Reserven weg sind.“ Das heißt: Diejenigen Lehrer, die abgestellt sind, um Förderunterricht zu geben, die Deutsch als Zweitsprache unterrichten oder Arbeitsgemeinschaften leiten, müssen stattdessen die erkrankten Kollegen vertreten.

Stadtverordnete wollen Brief an den Landtag schicken

Nicht viel besser sieht es in den anderen Schulen aus und dann auch nur, weil zum Beispiel Förderstunden nach Schulen und nicht nach der Anzahl der Schüler mit Förderbedarf vergeben werden. „Es ist nicht nur eine Frage der Quantität“, warf Ines Schwerdt von der Friedrich-Ludwig-Jahn-Oberschule ein, „sondern auch die der Absicherung der Qualität.“ Die Seiteneinsteiger könnten diese gar nicht absichern. Die Vertretungsreserve müsse besonders wegen der Altersstruktur wieder erhöht werden, ergänzte Bettina Mitius vom Oberstufenzentrum, „sonst gehen die Kollegen krachen.“

Nach dieser geballten Ladung an Informationen aus dem wahren Leben des Schulalltags überlegen die Ausschussmitglieder nun, eigene politische Kanäle zu nutzen und das nächste Schreiben an den Bildungsausschuss des Landtags zu richten.

Von Hartmut F. Reck

Die Sanierung der Zinnaer Klosterkirche ist deutlich vorangekommen. Nach der Sanierung des Innenputzes und der Ausmalung geht es nun beim Holz weiter. Dort muss ein Käfer der Garaus gemacht werden. In dieser Woche trafen sich die Fachleute, Denkmalschützer und Pfarrerin zur Vorplanung. Es ist der mittlerweile fünfte Bauabschnitt in der Zisterzienser-Kirche.

18.11.2016

Der Wasserzweckverband KMS erhebt 2017 gesplittete Gebühren. Die konkreten Kubikmeter-Preise für die Versorgung mit Trinkwasser beziehungsweise die Entsorgung von Schmutzwasser stehen noch nicht fest. Sie werden zurzeit kalkuliert. Am 13. Dezember wollen die Mitglieder der Verbandsversammlung die vorerst für ein Jahr geltenden Gebühren beschließen.

18.11.2016

Die Mitarbeiter der Firma Elco in Ludwigsfelde sind am Donnerstag in den Warnstreik getreten. Sie fordern mehr Geld und mehr Urlaub. 30 von 46 Beschäftigten am Standort beteiligten sich an der von der Gewerkschaft IG Metall organisierten Aktion. Sie werfen der Geschäftsleitung vor, die Verhandlungen zu verzögern.

18.11.2016
Anzeige