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Teltow-Fläming Krankenhäuser trifft Grippewelle hart
Lokales Teltow-Fläming Krankenhäuser trifft Grippewelle hart
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00:27 30.03.2018
In Teltow-Fläming mussten 13,8 Prozent der Grippe-Kranken in Kliniken behandelt werden – auch im Luckenwalder DRK-Krankenhaus. Quelle: Foto: Reck
Dahmeland-Fläming

Die außergewöhnlich starke Grippewelle dieser Saison hat die Kliniken der Region hart getroffen. Im Klinikum Dahme-Spreewald waren die Fehlzeiten von Ärzten, Krankenschwestern und Pflegern in den ersten zehn Wochen des Jahres selbst für Wintermonate überdurchschnittlich hoch. „Seit Wochen ist es eine große Herausforderung für die Teams in allen Bereichen, das knappe Personal dort einzusetzen, wo es besonders dringend gebraucht wird“, sagte eine Klinik-Sprecherin.

Mitarbeiter „mussten an ihre Grenzen gehen“

Viele Beschäftigte an den beiden Standorten in Königs Wusterhausen und Lübben waren selbst arbeitsunfähig oder fehlten, weil sie daheim das eigene erkrankte Kind pflegen und betreuen mussten. „Der Ausfall ließ sich meist nicht oder nur unzureichend durch Neueinstellungen und Leasingpersonal ausgleichen“, so die Sprecherin. „Was die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in unseren Kliniken in diesen Wochen geleistet haben und leisten, verdient allerhöchsten Respekt“.

Auch im Krankenhaus des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Luckenwalde mussten die Mitarbeiter in den vergangenen Wochen an ihre Grenzen gehen. „Wir waren maximal ausgelastet“, sagt Enno Richter vom DRK-Krankenhaus. Es war bereits das zweite Jahr in Folge, dass die Situation derart angespannt war. „Ein großes Kompliment an unsere Mitarbeiter. Die wurden von dem Krankenstand hart getroffen und haben die Situation gut gemeistert.“

Krankenhäuser spüren die Grippe doppelt

Krankenhäuser sind von der Grippewelle doppelt betroffen. Zusätzlich zum eigenen Krankenstand beim Personal kam in den vergangenen Monaten die hohe Zahl der Patienten hinzu, die ihre Grippe stationär behandeln lassen mussten. In Teltow-Fläming waren das 13,8 Prozent der insgesamt 910 gemeldeten Fälle. Die Grippewelle hat dort besondere Ausmaße angenommen. Die Zahl der Betroffenen ist rund drei- bis viermal so hoch wie üblich. Dazu kommt ein durch die Grippe bedingter Todesfall. Auch im Landkreis Dahme-Spreewald erlag ein Patient der Influenza. Dort wurden 338 Grippe-Fälle gemeldet. Auch diese Zahl liegt weit über den Werten der Vorjahre.

Betroffen sind davon nicht nur die Krankenhäuser. Überall in Deutschland ist der Krankenstand in dieser Grippesaison besonders hoch. Jeden Tag fallen derzeit durchschnittlich mehr als sechs Prozent der Beschäftigten aus, berichtet der Bundesverband der Betriebskrankenkassen (BKK). In Brandenburg seien es sogar acht Prozent. Traditionell seien viele Menschen im Februar betroffen, der Wert von 2018 sei aber so hoch gewesen wie seit zehn Jahren nicht mehr.

In Mittenwalde mussten Busse ausfallen

Anfällig sind neben den Angestellten in Krankenhäusern häufig Lehrer und Kita-Erzieher. Auch Polizisten und Menschen in Verkehrs- und Logistikberufen sind überdurchschnittlich oft betroffen, sagt der BKK. In Mittenwalde mussten deswegen sogar Busse ausfallen. Ähnliches passierte zuletzt auch in Potsdam. Der hohe Krankenstand der regionalen Verkehrsgesellschaft konnte nicht anders kompensiert werden. „Wir haben sehr genau abgewogen, welche Verbindung das betreffen sollte“, sagt die Leiterin des Personalwesens, Margot Schwarz. „Aber natürlich wurde dafür gesorgt, dass alle Kunden befördert wurden“. Die Grippe habe sicherlich ihren Teil dazu beigetragen, sagt Schwarz. Der Krankenstand bei der Verkehrsgesellschaft sei aber schon seit über einem Jahr außergewöhnlich hoch. Schwarz hofft nun, dass sich die Situation langsam wieder entspannt. Und auch im Klinikum Dahme-Spreewald wünscht man sich eine Entspannung der Lage: „Wir hoffen sehr, dass die Krankheitswelle bald nachlässt und wir die Möglichkeit haben, für unsere Beschäftigten wieder etwas mehr Freizeit einzuplanen“, so die Sprecherin.

Eine gute Nachricht gibt es aber: Laut dem Robert-Koch-Institut sind die Zahlen der Grippe-Erkrankten in der elften Kalenderwoche bereits wieder deutlich gesunken. Der Höhepunkt der diesjährigen Grippesaison ist damit also bereits überschritten.

Meiste Impfungen nicht auf Virustyp eingestellt

In 90 Prozent der Grippe-Fälle in diesem Jahr wurde der Influenza-Virus des Typs B nachgewiesen. Der Virus-Typ gilt als ungefährlicher als die Influenza-Viren des Typs A. Er sollte aber nicht unterschätzt werden, da das Vorkommen der Viren sich im Laufe der Grippe-Saison noch verändern kann.

Kostenlose Grippe-Impfungen der meisten Krankenkassen sind noch auf Influenza-Viren des Typs A eingestellt. Um gegen die Viren des Typs B geschützt zu sein bedarf es eines Vierfach-Wirkstoffs. Diese Impfung übernehmen nur wenige Krankenkassen.

Von Ansgar Nehls

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