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Teltow-Fläming Kreativzentrum wird ausgeräumt
Lokales Teltow-Fläming Kreativzentrum wird ausgeräumt
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00:18 16.03.2017
Vom kleinen Teller bis zur großen Erntekrone musste alles raus – das Erdgeschoss im Kreativzentrum Wolterdorf wurde am Sonnabend zum großen Teil geräumt.  Quelle: Elinor Wenke
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Woltersdorf

 Es mutete an wie ein Frühjahrsputz, tatsächlich war es ein großer Aus- und Umzug. Das Schulungs- und Kreativzentrum Woltersdorf in der ehemaligen Schule muss für eine aufwendige Schönheitskur geräumt werden. Und so machte sich am Sonnabendvormittag ein gutes Dutzend Vertreter des Heimatvereins, der Arbeiterwohlfahrt (Awo) und Helfer der Tanzgruppe „Pflastertreter“ ans Werk. Stühle, Tische, Bretter und eine ganze Schrankwand wurden bugsiert. Teller, Tassen und Gläser waren sorgfältig in Papier und Kartons verpackt. Eine Kornschaufel und eine alte große Milchkanne erinnerten an dörfliches Flair.

Alle Lampen mussten von der Decke und wurden sorgsam eingelagert. Quelle: Elinor Wenke

Auch die schöne große Erntekrone musste raus. Margret Strobach hatte sie einst gefertigt und erinnert sich noch genau: „Es war im Jahr 2010 zum Landeserntefest in Jänickendorf. In die Krone wurden mehr Gräser als Stroh eingebunden.“ Ein bisschen Wehmut schwang mit, „aber ich staune selbst, wie gut sie erhalten ist“, sagte die 74-Jährige. Deshalb soll die Krone in diesem Jahr noch beim Erntefest in Ruhlsdorf Verwendung finden.

Marianne Priemer brachte viele Utensilien im alten Elternhaus ihres Mannes unter. Quelle: Elinor Wenke

Selbst das Piano musste vorsichtig auf einen Rolli gehievt und befördert werden. Marianne Priemer vom Heimatverein fand auch noch kulinarische Raritäten. „Das sind drei Flaschen Moldenhütten-Festbier, das muss bewahrt werden“, sagte sie. Heimatvereinsmitglied Cornelius Landsberg sicherte sich noch eine alte Schulbank der Erstklässler.

Einen ehemaligen Klassenraum und eine kleine Küche hatten der Heimatverein und die Awo gemeinsam in dem alten Schulgebäude genutzt. Doch nicht nur die Außenfassade bröckelt, auch in den Innenräumen hat der Zahn der Zeit genagt. „Die Fenster waren nicht mehr dicht“, erklärte Heimatvereinschef Dieter Jesche.

Jeder packte mit an. Quelle: Elinor Wenke

Seit Anfang der 1960er Jahre steht die Schule. Im Jahr 2002 zog der Schulbetrieb nach Stülpe, ein Jahr später bezog der Heimatverein im Erdgeschoss sein Domizil. „Es wird höchste Zeit, dass das Gebäude saniert wird“, sagte Gemeindebrandmeister Bernd Wendlandt, „wir haben acht Jahre lang um Fördermittel gekämpft.“

Für insgesamt 620 000 Euro sollen die Fassade und das Dach saniert, Fenster, Fußöden und Elektrik erneuert werden. Zum benachbarten Gebäude mit Toiletten wird eine Verbindung geschaffen und anschließend alles gemalert. Zu 75 Prozent wird das Vorhaben gefördert. In der oberen Etage hat die Feuerwehr mit Leitstelle und Schulungsräumen ihren Sitz. „Hier wird der erste Bauabschnitt beginnen“, kündigt Wendlandt an. Da nicht die komplette Technik abgebaut werden kann, wird die Sanierung von Raum zu Raum erfolgen.

Winterkirche und Privaträume zur Überbrückung

Awo und Heimatverein haben eine Überbrückungsmöglichkeit gefunden. Awo-Chefin Monika Krause bringt einige Utensilien privat unter, andere wanderten in die Woltersdorfer Winterkirche. Der Heimatverein konnte das Meiste im alten Privathaus der Familie Priemer unterstellen, nur 100 Meter Fußweg entfernt. Die Mitglieder nehmen die Strapazen in Kauf, um danach eine schmuckere Stätte zu haben. „Viele Woltersdorfer hätten sich allerdings noch einen Raum für eine Familienfeier oder ähnliches gewünscht“, sagt Marianne Priemer, „der fällt bei dem Umbau leider nicht ab.“ In der nächsten Woche wollen die Karnevalisten der „Urstromtaler“ noch ihr Domizil im Erdgeschoss räumen.

Mitte April sollen die Bauarbeiten beginnen. „Im Mai 2018 ist alles fertig“, stellt Wendlandt in Aussicht.

Von Elinor Wenke

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