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Kreis rechnet mit neuer Flüchtlingswelle

Asyl in Teltow-Fläming Kreis rechnet mit neuer Flüchtlingswelle

Zwar ist über die Wintermonate zu Zustrom an Flüchtlingen etwas abgeebbt, aber es gibt keine Entwarnung für das neue Jahr. Da das Land von ebenso vielen neuen Flüchtlingen wie im Vorjahr ausgeht, richtet sich auch der Landkreis Teltow-Fläming auf eine ähnliche Flüchtlingswelle wie 2015 ein.

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Flüchtlinge aus sieben Nationen, die einen Deutschkurs der Volkshochschule absolvieren, besuchten kürzlich das Kreishaus.
 

Quelle: Tobias Bärmann

Luckenwalde.  Es ist schwer vorherzusagen, wie viele Flüchtlinge in diesem Jahr nach Deutschland, nach Brandenburg, in den Kreis Teltow-Fläming und in dessen Städte und Gemeinden kommen werden. Noch zu genau erinnert man sich daran, dass die vor einem Jahr prognostizierten Zahlen im Rückblick als fast lächerlich gering bewertet werden müssen. Mehrmals mussten die Vorhersagen im Laufe des Jahres deutlich nach oben korrigiert werden.

Auch wenn über die Winterzeit wieder weniger Flüchtlinge angekommen sind, gebe es „keine Entwarnung“, sagte Landrätin Kornelia Wehlan (Linke) im Haushalts- und Finanzausschuss am Montagabend in Luckenwalde. Konkrete Zahlen erwarte man Ende Januar/Anfang Februar aufgrund der Landesprognosen. Und die lagen zuletzt bei 40 000. Bis zur Verabschiedung des Jahresetats werde man die Haushaltsdokumente aktualisieren, kündigte Wehlan an.

Nach Auskunft von Sozialdezernentin Kirsten Gurske (Linke) sind derzeit etwa 1900 Asylsuchende im Landkreis untergebracht und damit etwas weniger als zuletzt vermeldet. So habe es im Dezember viele Rückführungen insbesondere nach Albanien gegeben. Nach MAZ-Informationen reisten im vergangenen Jahr 240 Asylbewerber freiwillig in ihre Heimat zurück. Neun wurden abgeschoben.

So habe man bei den Übergangswohnmöglichkeiten jetzt wieder freie Kapazitäten, berichtete Gurske. Diese Situation wurde dazu genutzt, die Notunterkunft im ehemaligen Kreistagssaal in der Grabenstraße in Luckenwalde wieder aufzulösen. Die andere Notunterkunft in der Turnhalle des Oberstufenzentrums in Ludwigsfelde soll in diesem Monat freigezogen werden. Die 60 bisherigen Turnhallenbewohner sollen dann in die erweiterte Notunterkunft mit 120 Plätzen im Ludwigsfelder Übergangswohnheim ziehen. Weitere 60 Plätze kämen demnächst in Rangsdorf sowie 250 Plätze in Blankenfelde-Mahlow und Einzelplätze in Bestandseinrichtungen hinzu.

Zu diesen Zahlen zählen noch nicht die Traglufthallen. Für die Thermohalle in Luckenwalde seien die Anker schon vor Weihnachten gelegt worden. In Schönhagen gebe es derzeit noch einen zeitlichen Verzug.

Neben Rangsdorf, wo demnächst die ersten Flüchtlinge erwartet werden, seien Baruth und Niederer Fläming die einzig verbliebenen Gemeinden, in denen noch keine Asylbewerber untergebracht sind. „Die Bereitschaft dazu ist aber da“, sagte Wehlan, „wir sind in konkreten Gesprächen, geeignete Grundstücke und Objekte zu finden.“

„Wenn ich höre, dass es Kommunen gibt, die noch keine Flüchtlinge aufgenommen haben“, sagte Matthias Stefke (BVBB-WG), dann solle man die Kasernen in Blankenfelde-Mahlow nicht gleich so voll stopfen. Die Landrätin erinnerte ihn aber daran, dass sein Heimatort erst im 4. Quartal 2015 „ans Netz gegangen“ ist. Zudem sei Blankenfelde-Mahlow die größte Kommune im Landkreis. Daraus ergebe sich auch der größte Beitrag. „An diese Maßgaben halten wir uns“, sagte Wehlan mit Verweis auf den Verteilschlüssel, der sich nach der Einwohnerzahl der Kommunen richtet. Dabei sei nicht auszuschließen, dass vorübergehend einzelne Kommunen über den Verteilschlüssel hinaus belastet würden. Davon seien besonders Luckenwalde und Ludwigsfelde betroffen.

Von Hartmut F. Reck

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