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Lokales Teltow-Fläming Suche nach verborgenen Hinweisen
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00:23 14.10.2018
Kreisarchäologe Stefan Pratsch zeigt bisherige Pfunde bei der Grabung in der Kaltenborner Kirche.
Kaltenborn

 Kreisarchäologe Stefan Pratsch forscht gerne in der Vergangenheit. Selbst kleinste Hinweise auf das frühere Leben in der Region Teltow-Fläming findet er spannend. Am Mittwoch machte der 55-Jährige deshalb Halt in Kaltenborn, um in der Dorfkirche nach Gegenständen zu suchen, die auf das damalige Geschehen in dem Niedergörsdorfer Ortsteil hinweisen.

Such im Untergrund des Gestühls

In einem Gespräch mit Ortsvorsteher Christian Laiblin, der sich selbst gern in alten Quellen über die Dorfgeschichte oder frühere Sagen informiert, erfuhr der Kreisarchäologe von der bevorstehenden Aufarbeitung des Gestühls an der Südseite der Kirche. Dieser wurde bereits von der Firma Oehnaland entfernt. Bevor er wieder eingesetzt wird, will Stefan Pratsch allerdings noch den Untergrund des Gestühls begutachten.

Der Untergrund des Gestühls auf der Südseite wird derzeit auf archäologische Funde untersucht. Quelle: Isabelle Richter

 

Etwa zehn Zentimeter der Sandfläche, die sich sonst unter den alten Dielen und Bänken befindet, werden dazu nach Resten aus der Vergangenheit durchstöbert. Auch der Bereich unter dem Nordgestühl soll künftig noch untersucht werden.

Aluminiumgeld und Kupfermünzen

Gemeinsam mit einer Schülerpraktikantin begann der Kreisarchäologe am Mittwoch mit dem ersten Schritt. Durch die Arbeit mit nur drei Millimeter starken Sieben wurden zunächst auffällige Teile vom Sand getrennt, dokumentiert und eingetütet. Handgeschmiedete Nägel, Keramikreste, kleinere Knochen und verschiedene Münzen kamen dabei zum Vorschein. Die Münzen reichen von Aluminiumgeld aus der NS-Zeit bis hin zu Kupfermünzen aus dem 19. Jahrhundert. „Ich denke, wir müssen noch zweimal kommen“, erklärte Stefan Pratsch am Ende der ersten Untersuchung in Kaltenborn.

Eine Kupfermünze aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts im Vergleich zum heutigen Euro. Quelle: Isabelle Richter

 

Unter der Sandschicht entdeckte der 55-Jährige auch eine Befestigung mit Kleinpflaster. Die Steine sind von einer weißen Schicht umgeben. „Der Kalküberzug bindet die Feuchtigkeit von oben und unten“, erklärt Pratsch. Diese Methode sei damals üblich gewesen, um das Holz zu schützen.

Quellen berichten von einem Sühnekreuz

Schon vor seinem Besuch am Mittwoch war Stefan Pratsch in Kaltenborn zu Gast. In einer Chronik des ehemaligen Jüterboger Bürgermeisters Carl Gottlieb Ettmüller las er von einer Bronzeglocke mit eingegossenen Pilgerzeichen, die sich in der im 13. Jahrhundert entstandenen Dorfkirche befinden soll. Aus archäologischer Sicht ist ein solcher Fund äußerst besonders. Zu seinem Bedauern fand Stefan Pratsch die Glocke jedoch nicht vor.

Trotzdem zählt Kaltenborn für den 55-Jährigen weiterhin zu einem interessanten Objekt. In einer anderen Quelle erfuhr er auch, dass sich im Ort – wie auch am Jüterboger Neumarkt – ein Sühnekreuz befinden soll. Ein solches Steinkreuz wurde damals zur Sühne für einen begangenen Mord oder Totschlag errichtet. Bei Recherchen fand Stefan Pratsch heraus, dass das Kaltenborner Sühnekreuz nicht weit von der Kirche entfernt platziert wurde. Der Kreisarchäologe hofft, dieses noch zu finden. „Es kann ja sein, dass es noch umgekippt und überwachsen hier liegt“, erklärt er.

Ziel der Grabungsarbeiten ist es, nach Abschluss der Untersuchungen mehr über die Kaltenborner Geschichte zu erfahren, um dort, wie auch in anderen Orten, später eine Informationstafel mit den spannenden Erkenntnissen für Einwohner und Touristen aufzustellen.

Von Isabelle Richter

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