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Kreisjagdschule wird im Ort eingerichtet

Christinendorf Kreisjagdschule wird im Ort eingerichtet

Die Kreisjagdschule des Jagdverbandes Teltow-Fläming zieht von ihrem Provisorium in Luckenwalde nach Christinendorf. Dort hat Ausbildungsleiter Mark Weinholz die ehemalige Gaststätte erworben, saniert und für die schulischen Zwecke umgebaut. Derzeit werden die Räume mit Jagdtrophäen und Tierpräparaten ausgestattet, die auch als Studienobjekte dienen.

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Die ehemalige Gaststätte in Christinendorf wird künftig die Kreisjagdschule des Jagdverbandes Teltow-Fläming beherbergen. Der Hausherr leitet hier auch die Ausbildung.

Quelle: Hartmut F. Reck

Christinendorf. „Die Jagd ist ein Handwerk“, sagt Mark Weinholz, „und das will gelernt sein.“ Weinholz ist Jäger durch und durch. Und sein Wissen gibt er gern weiter. Er ist Ausbildungsleiter des Kreisjagdverbandes Teltow-Fläming, er ist stellvertretender Vorsitzender des Jagdaufseherverbands des Landes Brandenburg und berufenes Mitglied der Prüfungskommission zur Jagdprüfung im Land Brandenburg. So liegt Weinholz nicht nur die Jagd, sondern auch die Ausbildung der Jäger am Herzen. Ihm geht es dabei um einen sachkundigen Unterricht, der auf die Flora und Fauna ausgerichtet ist.

Bisher finden die theoretischen Ausbildungsmodule im Aufenthaltsraum der Forstbaumschule Luckenwalde statt. Das Unternehmen gehört Ortwin Seiler, dem Vorsitzenden des Kreisjagdverbandes. „Das ist aber keine Optimallösung“, sagt Weinholz, „weil es kein eigener Unterrichtsraum ist und zur Betriebsstätte des Unternehmens gehört.“ Deshalb habe sich der Verband schon seit längerem nach einer Alternative umgeschaut.

Ehemalige Gaststätte wird genutzt

Die hat Mark Weinholz nun in Christinendorf, also in dem Ort, in dem er wohnt, gefunden. Es ist die ehemalige Gaststätte des Dorfes direkt gegenüber der Kirche. Der gelbe Klinkerbau stand seit Anfang der 1990er Jahre leer, wurde zwischenzeitlich wieder eher verwohnt als bewohnt und stand dann zum Verkauf. „Als ich das gehört habe“, so Weinholz, „habe ich zugeschlagen.“ Und damit wechselte das Gebäude in die Hände eines Fachmanns, denn Weinholz betreibt ein Bauunternehmen, das sich auf die Sanierung von Altbauten spezialisiert hat.

Vor 20 Monaten hat er mit der Sanierung begonnen, zunächst mit dem Aufräumen. „Wir mussten hier erst einmal 46 Container Schutt und Müll sowie Sondermüll abfahren“, erinnert er sich. Auch die Heizung war aufgefroren – ein einziges Chaos. Doch davon sieht man jetzt nichts mehr.

Mitarbeiter schmücken die Wände

Die Heizung ist neu, die Wände sind frisch gestrichen. Noch sehen sie etwas kahl aus, aber Mark Weinholz und seine Mitarbeiter sind gerade dabei, sie mit Jagdtrophäen und Tierpräparaten zu schmücken, so wie es sich für eine Jagdschule gehört. Dabei handelt es sich aber nicht um bloße Dekorationsgegenstände, sondern vielmehr um Demonstrationsobjekte, denn in der Kreisjagdschule wird Wildtierkunde und angewandter Naturschutz unterrichtet.

Derart ausgestattete Schulungsräume bieten nicht nur die Möglichkeit, das übliche Jägerwissen bei Seminaren zu erlernen, sagt Weinholz. Hier könnten auch Schulklassen zu einem Ausflug herkommen, anstatt dass die Jäger mit ihren Präparaten die Schulen aufsuchen müssten, wie er es bisher häufig tut, um die Kinder und Jugendlichen in Wildtierkunde und Naturschutz zu unterrichten. Gerade der Naturschutz ist Weinholz ein großes Anliegen. Der Diplom-Betriebswirt trägt nicht ohne Stolz den Titel eines Ehrenprofessors, den ihm die Universität von Ulan Bator verliehen hat. Denn als solcher hatte er zwei Jahre lang in der mongolischen Hauptstadt Naturschutz unterrichtet.

Die Jagd moderniert sich

Das Unterrichten macht dem Professor honoris causa auch in Teltow-Fläming Spaß. Dabei legt er großen Wert auf den Tierschutz. „Wir schießen ja nicht nur Tiere tot, sondern kümmern uns auch um sie“, sagt Weinholz. „Die Jagd modernisiert sich ja. Gewisse Jagdmethoden sind inzwischen verpönt. Und es geht auch um die Berücksichtigung der strengen Hygienevorschriften“, so der Ausbildungsleiter. Er möchte, dass sich vor allem die jungen Leute selbst ein Bild von der Jagd machen, die oft in ein schlechtes Licht gerückt werde.

Zehn bis 20 Jäger werden jährlich vom Jagdverband Teltow-Fläming ausgebildet. 60 bis 70 Prozent kommen aus dem Landkreis, der Rest aus Berlin. Für die Ausbildung werden jetzt die besten Voraussetzungen geschaffen. Ein weiterer Vorteil des neuen Standorts in Christinendorf ist, dass hinter dem Gebäude ein Jagdbetriebshof eingerichtet wird, in dem jagdliche Einrichtungen wie Hochsitze und Jagdleitern gefertigt werden können. „Wie gesagt“, meint Weinholz, „die Jagd ist ein Handwerk.“

Von Hartmut F. Reck

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