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Kreisverkehr soll Spaghettiknoten entschärfen

Großbeeren Kreisverkehr soll Spaghettiknoten entschärfen

Ein neuer Kreisverkehr mehr soll das Straßen-Wirrwarr am Südrand des GVZ Großbeeren entschärfen. Diese verkehrstechnische Bausünde aus den Jahren nach dem Mauerfall heißt nur „Spaghettiknoten“. Inzwischen fehlt die direkte B-101-Zufahrt nach Berlin immer mehr, zudem wird der Wirtschafts- und Berufsverkehr durch den Ort immer stärker.

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Der Großbeerener Spaghettiknoten an der B101.

Quelle: Lutz Hannemannn

Großbeeren. Im „Spaghettiknoten“ von Großbeeren noch ein Kreisverkehr? Wer das Straßen-Wirrwarr mit überregionalem Einmaligkeitswert dort kennt, der mag sich das kaum vorstellen. Und glaubt noch weniger, dass diese große verkehrstechnische Bausünde aus den Jahren nach dem Mauerfall tatsächlich verbessert werden kann. Und doch machen sich Verkehrsplaner jetzt genau darüber Gedanken. Zu groß ist mit dem voll belegten Güterverkehrszentrum (GVZ) inzwischen die Lkw-Belastung für den Ort, zu sehr fehlt die Direktanbindung aus dem Großbeerener Süden über die B101 nach Berlin.

Bausünde aus den Jahren nach dem Mauerfall

Dass es dort auf den ehemaligen Schlachtfeldern gegen Napoleons Heer heute teils unübersichtliche Verkehrsschlachten gibt, ist sowohl dem Baurechtsübergang Anfang der 1990er Jahre als auch verschiedensten Interessen geschuldet. Was in den Umbruchjahren am dringendsten war und am schnellsten durchzusetzen war, das wurde gebaut. Nicht zu vergessen, dass es für bestimmte Projekte hohe Fördersummen gab, für andere gar nicht. Und dann gab es sowohl politisch als auch auf Verwaltungsebenen Entscheidungen, die verhinderten, dass sich vor Haus- und Gewerbetüren von Neubeeren große Verkehrsströme wälzen. Hinzu kam bei der zu niedrigen Gleisbrücke über die Bahnhofstraße direkt am Bahnhof Großbeeren eine Portion Sturheit: Niemand bezahlte eine höhere Brücke, die Bahn wollte nicht, die Gemeinde wollte nicht und hätte es auch nicht gekonnt. So blieb das eine innerörtliche Straße, ungeeignet für große Laster. Die brauchten neue Wege mit „Dachfreiheit“. Ganz unter den Tisch fielen dabei an etlichen Stellen Fuß- und Radwege.

Neuer Kreisverkehr soll an Bahnhofstraße entstehen

Der GVZ-Entwickler IPG hat nun den Anstoß für eine Verbesserung des Großbeerener Verkehrslabyrinths gegeben. Die Potsdamer Firma hatte beobachtet, wie sehr mit den Baustellen auf der Erweiterungsfläche westlich der Anhalter Bahn der Schwerlastverkehr zunahm. Außerdem erwartet IPG-Chef Rüdiger Hage einen kräftigen Zuwachs an Wirtschafts- und Berufsverkehr, wenn erst alle Firmen dort ihre neuen Betriebe wie geplant nutzen. Dann komme der nördliche Knoten im GVZ, von wo es relativ einfach über die B101 in alle Richtungen geht, an seine Kapazitätsgrenze, hatte Hage dem Bauausschuss erklärt. Spätestens dann werde im südlichen Knoten die Auffahrt nach Berlin dringend benötigt. Vier Vorschläge seien diskutiert worden, zwei kamen ernsthaft in Betracht. Favorit bei den Untersuchungen für eine Machbarkeitsstudie ist nun sowohl bei der IPG als auch im Rathaus ein dreiarmiger Kreisverkehr. Er könnte an der Bahnhofstraße etwa dort entstehen, wo zurzeit Lkw am Rieselfeldrand pausieren. Überflüssige Trassenteile jetziger Straßen würden zurückgebaut. Avisiert ist der Umbau für das Jahr 2018.

Gefahrenstelle wäre entschärft

„Wir als Bauausschuss begrüßen das sehr“, sagt der Vorsitzende Michael Richter (CDU), auch Vorsitzender des Gemeinderats. Damit wäre auch eine jetzige Gefahrenstelle entschärft, so Richter, und zwar die B101-Abfahrt Großbeeren Süd aus Richtung Autobahn mit ihrer engen Kurve. Bürgermeister Carl Ahlgrimm (parteilos) sagt, dieser neue Kreisverkehr würde auch von Seiten des Landesbetriebes Straßenwesen bevorzugt.

Hintergrund

Hauptverkehrsader durch das GVZ Großbeeren ist die Bundesstraße 101. Von Berlin Richtung Süden verteilt der Nordknoten über die Landesstraße 76 die Verkehrsströme Richtung Osten nach Mahlow und zum Flughafen, Richtung Westen nach Teltow, Kleinmachnow, Stahnsdorf und Potsdam.

Mitten im GVZ quert die Märkische Allee die B101, sie ist Hauptverteiler der Pendler- und Wirtschaftsströme innerhalb des GVZs sowie von und nach Großbeeren. Auch diese Brücken- und Ampelkreuzung hat im Berufsverkehr ihre Tücken.

Am kompliziertesten ist der Süd-, der „Spaghettiknoten“, ein Straßengeflecht aus innerörtlichen Wegen, Zufahrten und Landesstraße 40. Wer da nicht aufpasst, fährt aus Großbeeren statt zur Autobahn schnell mal nach Potsdam.

Von Jutta Abromeit

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