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Krimi unterm Aussichtssturm

Dreharbeiten zu "Cruor" Krimi unterm Aussichtssturm

In Löwendorf wird zurzeit der Krimi "Cruor" gedreht. Am Sonnabend hat das Filmteam einige Menschen um die Ecke gebracht. Natürlich alles nur fiktiv. Viele Trebbiner waren da und schauten bei den Filmarbeiten zu.

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Filmemacher Robert Stefan Asang (r.) gibt den Leichen-Darstellern Regieanweisungen.

Quelle: Margrit Hahn

Löwendorf. Geplant war, dass neun Menschen auf mysteriöse Weise zu Tode kommen. Nun sind 13 über die Klinge gesprungen. „Ich wollte keinen wegschicken“, sagte Filmemacher Robert Stefan Asang, der am Wochenende auf dem Löwendorfer Berg Szenen für den Krimi „Cruor“ drehte. Viele Trebbiner waren gekommen, um sich das Spektakel anzusehen oder auch vor der Kamera als Komparsen mitzuwirken.

Die Dahmeland-Fläming-Region wird von Regisseuren häufig als Kulisse für Kino- und Fernsehfilme gewählt. Moritz Bleibtreut drehte hier zum Beispiel einen Agententhriller. Schauspieler Horst Krause ist als Polizist Horst Krause immer mal wieder  in der Region unterwegs. In der Bildergalerie sehen Sie einige Beispiele für weitere Dreharbeiten in Dahmeland-Fläming.

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Am Sonnabend ging es auf dem beliebten Aussichtspunkt ziemlich mystisch zu, Nebelschwaden legten sich über den dunklen Wald. „Es war spät abends total gespenstisch, aber auch schön“, sagte Beate Rantzsch, Mitarbeiterin der Stadtverwaltung. Sie hatte ihrem Sohn Florian von den Dreharbeiten erzählt und ihn neugierig gemacht. Als der 20-Jährige gestern zum Zuschauen vorbeikam, wurde er kurzerhand vom Filmteam in einen weißen Anzug gesteckt und als Kriminaltechniker besetzt. Selbst Trebbins Bürgermeister stand mit am Set. Thomas Berger spielte zum ersten Mal in seinem Leben in einem Film mit und bekam die Rolle eines Ermittlers. „Ich wollte früher immer Polizist werden, jetzt kann ich ihn wenigstens mal spielen“, freute sich der Rathauschef.

Berger ist es in gewisser Weise auch zu verdanken, dass der Kinofilm in der Region gedreht wird. Er hatte den deutsch-schwedischen Regisseur Asang auf der Geburtstagsfeier seines Sohnes kennen gelernt. Inzwischen hat Asang in der Clauertstadt schon einiges gedreht – unter anderem mehrere Imagefilme. Und dabei hat er sich regelrecht in die Stadt verliebt. Deshalb werden für den Thriller nicht nur einige Szenen, wie ursprünglich geplant, in Trebbin gedreht, sondern fast der komplette Film. Hauptdarsteller ist Michael Kind, unter anderem bekannt aus der Serie „Küstenwache“. Auch Manuel Cortez („Verliebt in Berlin“) wird in diesem Film mitspielen.

Die Dreharbeiten am Wochenende auf dem Löwendorfer Berg waren erst einmal für den Trailer bestimmt, der bald auf Facebook zu sehen sein wird, um neugierig auf das Kinodebüt von Robert Stefan Asang zu machen. Der muss nun noch auf Sponsorensuche gehen. „Wie gut ein Film wird, hängt vor allem von den finanziellen Mitteln ab, die einem zur Verfügung stehen“, sagt Assistentin Anna Beeck.

Im kommenden Jahr geht es von April bis Juni weiter. „Elf Tage pro Monat wird gedreht“, kündigte der Filmemacher an. „Die Trebbiner freuen sich darauf, dass hier gedreht wird. Dabei geht es nicht um den Einzelnen. Das Wir-Gefühl wird gestärkt“, freute sich Thomas Berger. Er musste gestern im Film einiges wegstecken. Der Hauptdarsteller Michael Kind, der im Film den Kommissar Jörg Wyss spielt, kam an den Tatort, sah dort die Kriminaltechniker und den von Berger gespielten Polizisten und schrie sie an: „Ist das hier ein Kaffeekränzchen? Oder schon mal was von Tatortsicherung gehört? Absperren, aber weiträumig!“, lautete seine Anweisung. Wenn der bekannte Schauspieler gerade einmal nicht vor der Kamera stand, plauderte er mit den Komparsen und erfüllte jeden Fotowunsch.

Wie der Film ausgehen wird, verriet Asang noch nicht. Es wird drei Varianten geben. Ob es sich zu guter Letzt um einen Massenmord oder einen Massenselbstmord handelt, ließ der FIlmemacher offen. Dafür wurde gestern schon mal spekuliert, was passieren würde, wenn der Film einen Oskar bekäme. Dann würde der Regisseur alle Trebbiner Darsteller auf den roten Teppich mitnehmen, sagte er. So oder so wird der Film im Clauerthaus gezeigt. Allerdings wird der Name Trebbin darin nicht auftauchen.

Der Untertitel des Thrillers „Cruor“ lautet übrigens: „Verdammnis im Blut Gottes“. „Wir werden in diesem Film der Bibel widersprechen“, kündigte der Filmemacher an.

Von Margrit Hahn

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