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Teltow-Fläming Kriminalitätsstatistik vorgestellt
Lokales Teltow-Fläming Kriminalitätsstatistik vorgestellt
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05:24 17.03.2017
Bei der Pressekonferenz: Direktionsleiter Peter Meyritz, Teltow-Fläming-Inspektionsleiterin Solweig Bohn und der Leiter des Direktionsstabes West, Karsten Schiewe.(v.l.). Quelle: Elinor Wenke
Teltow-Fläming

59 250 Mal wurde im vergangenen Jahr in Westbrandenburg eine Straftat begangen, davon 10 860 Mal im Landkreis Teltow-Fläming. Die Kriminalitätsstatistik für den Bereich der Polizeidirektion West stellten gestern deren Leiter Peter Meyritz und Kripo-Chef Sven Mutschischk in Brandenburg an der Havel vor. Die gute Nachricht verkündete Meyritz zuerst: Die Zahl der Straftaten ist im Vergleich zum Vorjahr gesunken. „Und wir haben unser Ziel erreicht, die Aufklärungsquote zu erhöhen“, sagte er. Lag sie 2015 noch bei 48,2 Prozent, so waren es ein Jahr später 50,8 Prozent aufgeklärte Straftaten.

Der Rückgang der Kriminalität schlägt sich auch im Bereich der Polizeiinspektion Teltow-Fläming nieder. „Hatten wir im Jahr 2014 noch 11 336 Straftaten und 2015 noch 11 495 Fälle registriert, so waren es im vergangenen Jahr 10 860“, bilanziert Inspektionsleiterin Solweig Bohn. 3965 Tatverdächtige wurden ermittelt.

Höchste Aufklärungsquote im Direktionsbereich

Die Aufklärungsquote liegt bei 52,6 Prozent. Entgegen dem brandenburgischen Trend ist sie in den letzten beiden Jahren in Teltow-Fläming gesunken (2014: 54,8 Prozent, 2015: 53,5 Prozent). Doch das relativiert Solweig Bohn: „Der kleine Rückschritt ist unserer schwierigen Personalsituation geschuldet“, sagt die Polizeioberrätin, „und außerdem haben wir immer noch die höchste Aufklärungsquote im gesamten Direktionsbereich.“

Mit 4538 Fällen werden die meisten Delikte dem Diebstahl zugeordnet. Fast 900 Mal waren Fahrraddiebe am Werk. Die bislang geringe Aufklärungsquote von elf Prozent konnte verdoppelt werden. „Darüber freuen wir uns natürlich“, sagt Bohn und erklärt: „Wir konnten einem Einzeltäter eine ganze Reihe von Diebstählen nachweisen, das macht sich natürlich in der Statistik bemerkbar.“

Zahlen und Fakten aus der Polizeiinspektion Teltow-Fläming

Die Polizeiinspektion Teltow-Fläming ist an drei Standorten präsent: in Luckenwalde, Ludwigsfelde und Zossen.

Insgesamt rund 200 Mitarbeiter in Vollzug und Verwaltung verrichten derzeit an den drei Standorten im Landkreis ihren Dienst.

Von den 3965 ermittelten Tatverdächtigen im Jahr 2016 waren 3046 männlich (76,8 Prozent) und 919 weiblich (23,2 Prozent).

Mit

Der Anteil der jugendlichen Straftäter lag bei acht Prozent, der Kinder bei drei Prozent und der Heranwachsenden bei sechs Prozent.

1117 Sachbeschädigungen wurden im vergangenen Jahr in Teltow-Fläming angezeigt, davon 122 durch Graffiti.

Nur jede zehnte Graffiti-Schmiererei konnte aufgeklärt werden. Im Jahr zuvor war es noch 50 Prozent der Schmierereien.

211 Fahrzeuge wurden im vorigen Jahr als gestohlen gemeldet, exakt so viele wie im Jahr 2014. Im Jahr 2015 gab es 173 Anzeigen.

Die sogenannte Kriminalitätshäufigkeitszahl – die Anzahl der Straftaten gerechnet auf 100 000 Einwohner – liegt in Teltow-Fläming bei 6640.

Gestiegen ist die Zahl der Wohnungseinbrüche von 109 im Jahr 2014 und 137 im Jahr 2015 auf 159 im vergangenen Jahr. Knapp jeder vierte wird aufgeklärt. Laut Solweig Bohn liegt der Schwerpunkt im Bereich Blankenfelde, Mahlow und Rangsdorf. „Aber die Bewohner sind aufmerksamer geworden, achten auch mal auf die Nachbargrundstücke und konnten zum Beispiel Einbrecher auf ihrer Flucht festhalten“, berichtet die 48-Jährige.

Sorgen bereiten den Polizisten sowohl in Gesamt-Westbrandenburg als auch in Teltow-Fläming die Gewaltdelikte. Ihre Zahl ist trotz der guten Gesamtkriminalitätsbilanz gestiegen. So wurden 2016 im Landkreis 331 Gewaltstraftaten regis-triert – ein Anstieg um 50 Prozent zum Vorjahr. Gab es 2015 nur ein Verfahren wegen eines Tötungsdeliktes, so waren es 2016 acht. „Der Fall der beiden getöteten Jungen Elias und Mohamed zählt dazu“, erklärt Solweig Bohn. Zwar haben sich die Fälle im Jahr 2015 ereignet, sie wurden aber im vergangenen Jahr aufgeklärt.

248 Mal gefährliche Körperverletzung

„In anderen Fällen waren Asylbewerber in Unterkünften in Ludwigsfelde und Genshagen mit einem Messer auf mehrere Mitbewohner losgegangen“, berichtet die Polizeichefin. Zwar habe es in dem Fall keine Todesopfer gegeben, den Tätern habe man aber Tötungsabsicht unterstellen müssen.

Gefährliche Körperverletzung wurde 248 Mal angezeigt, Vergewaltigung und sexuelle Nötigung 17 Mal. Die Aufklärungsquoten sind mit über 80 Prozent vergleichsweise hoch. In 58 Fällen hatten Räuber, teilweise in Verbindung mit Erpressung, zugeschlagen.

Einen Schwerpunkt der Gewalttaten sieht Bohn in der derzeitigen Flüchtlingssituation. „Wir erleben eine ansteigende Gewaltbereitschaft in den Flüchtlingsunterkünften bei den Asylbewerbern untereinander; der Wachschutz ist dort manchmal überfordert“, sagt sie.

Aber auch die Gewalt gegen Flüchtlinge bereite ihr Sorgen. „Das wird in diesem Jahr in Hinblick auf die bevorstehende Bundestagswahl und die regen Versammlungsaktivitäten mit Sicherheit nicht besser“, sagt sie.

23 Stellen im Wach- und Wechseldienst nicht besetzt

Auch hinsichtlich der personellen Besetzung sind laut Bohn noch viele Wünsche offen, denn trotz der gesunkenen Zahl der Straftaten wurden die Polizeibeamten im Jahr 2016 öfter als vorher zum Einsatz gerufen. „Allein im Wach- und Wechseldienst sind 23 Stellen nicht besetzt“, kritisiert sie und hofft auf eine Aufstockung ab Oktober, wenn neue ausgebildete Polizisten in die Praxis gehen.

Ähnlich sieht es Peter Meyritz. „Bis 2018/19 müssen wir personell wohl durch das Tal der Tränen noch durch, dann wird es hoffentlich besser“, sagte er zum Schluss der Pressekonferenz.

Von Elinor Wenke

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