Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Teltow-Fläming Pferdebox teurer als Flugzeughangar
Lokales Teltow-Fläming Pferdebox teurer als Flugzeughangar
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:45 13.12.2018
Flugzeuge sind auf Drehtellern im Hangar India auf dem Flugplatz Schönhagen abgestellt. Quelle: Hartmut F. Reck
Luckenwalde

Die jährlichen Zuwendungen für die Flugplatzgesellschaft Schönhagen (FGS), 588 000 Euro im Jahr 2019, sind immer wieder ein Reizthema für viele Kreistagsabgeordnete, ähnlich wie andere Zuschussbetriebe wie zum Beispiel das Museumsdorf Glashütte. Während aber dessen Zuwendungen im Kreistag am Montagabend diskussionslos, wenn auch nicht ganz einstimmig, über die Bühne ging, gab es beim Thema Flugplatz doch noch einigen Redebedarf.

So erinnerte Jörg Niendorf (Bauernverband) daran, dass es im Kreis noch andere Flugplätze gebe wie Zellendorf oder Reinsdorf, der mit seiner 3000 Meter langen Start- und Landebahn doppelt so groß sei wie Schönhagen und trotzdem von seinen Einnahmen leben könne. Und bei Schönhagen, wo 180 Flugzeuge stünden, von denen nur 28 Prozent Bürgern des Kreises Teltow-Fläming gehörten und der Rest Berlinern oder Bewohnern der Nachbarkreise, müsse Teltow-Fläming so viel zuschießen.

Kreis bezahlt das Hobby der Berliner

„In Schönhagen wird für ein Flugzeug eine Hallenmiete von 190 Euro pro Monat genommen“, schimpfte Niendorf, „während eine Pferdebox mittlerweile schon 500 Euro kostet.“ Mit welchen Reicht, wollte Niendorf wissen, erwirtschafte der Flugplatz so geringe Einnahmen. Erschwerend kämen weitere Ausgaben hinzu, etwa für das neue Instrumentenflugverfahren, das alle drei Monate für rund 45.000 Euro gewartet werden müsse. „Wir zahlen hier Geld, damit die Berliner ihrem Hobby frönen können“, stellte Niendorf fest und verlangte, den Flugplatz auf den Prüfstand zu stellen.

Landrätin Kornelia Wehlan (Linke) verwies darauf, dass es bei dem Flugplatz um eine Form der Daseinsvorsorge gehe. Nur dafür würde die Zuschüsse gezahlt. „Sie legen aber den Finger in die Wunde“, sagte sie zu Niendorf, „weil Brandenburg das einzige Land ist, das für Verkehrsflugplätze keine Personalkostenzuschüsse gewährt.“ Das wären immerhin schon 230.000 Euro.

Nicht Äpfel mit Birnen verwechseln

„Das ist doch keine kommunale Daseinsvorsorge“, ärgerte sich Hans-Stefan Edler (AfD), „wir sollten ernsthaft darüber beraten, wie wir aus dieser Kostenfalle herauskommen.“

Die Landrätin räumte ein, dass mehr als eine halbe Million pro Jahr entschieden zu viel sei. Man dürfe aber im Hinblick auf Reinsdorf und Zellendorf nicht Äpfel mit Birnen verwechseln.

Alle Verkehrsflugplätze sind defizitär

Andreas Muschinsky (CDU) wies darauf hin, dass es in Deutschland keinen Verkehrslandeplatz gebe, der nicht defizitär sei. Dafür locke der Platz in Schönhagen Investitionen an, da sich Gewerbe rund um den Flugplatz ansiedele. „Und wenn wir nicht zuschießen“, so Muschinsky, „müssen wir die Gesellschaft liquidieren“, womit auch niemandem gedient wäre.

Helmut Barthel (SPD) könnte sich vorstellen, dass sich die Stadt Trebbin, der nur 0,46 Prozent der FGS gehören, sich deutlich stärker am Defizitausgleich beteiligt, zumal sie von der Gewerbesteuer der dort angesiedelten Unternehmen profitiere.

Appell an das Land richten

Dem widersprach René Haase (CDU), der zugleich Trebbiner Stadtverordneter und auch noch Bruder des dortigen Kämmerers ist: „Die Gewerbesteuern sind so gering, dass das nichts bringt“, sagte er. Man sollte aber ernsthaft darüber nachdenken, das Land politisch unter Druck zu setzen mit dem Ziel Zuschüsse zu erstreiten, indem man mit der Schließung des Flugplatzes droht. Haase empfahl, weitere Zuwendungen zu gewähren und trotzdem an das Land zu appellieren.

Der Kreistag bewilligte die Zuwendung schließlich mehrheitlich bei immerhin acht Gegenstimmen und vier Enthaltungen.

Von Hartmut F. Reck

In diesem Jahr helfen die Leser der MAZ zu Weihnachten nicht nur Familien in Not. Auch die Herzenswünsche von Kita-Kindern aus Teltow-Fläming und dem Dahme-Seenland können Dank der Sterntaler-Aktion in Erfüllung gehen. Bis 31. Dezember können sich Einrichtungen dafür bewerben.

17.12.2018

Im November wurde in Dahme für den guten Zweck gefeiert. Nun haben die Organisatoren von „Rock und Electro gegen Krebs“ die Spenden in Cottbus überreicht – und den Termin für die nächste Party bekannt gegeben.

13.12.2018

In Hohenseefeld haben sich Einwohner und Behörden am Mittwoch auf einen Kompromiss geeinigt: Ein neuer Halt soll für mehr Sicherheit im Ort sorgen. Die Debatte um den gefährlichen Schulweg läuft seit Jahren.

13.12.2018