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Teltow-Fläming Kritik an der Pflege der Streuobstwiese
Lokales Teltow-Fläming Kritik an der Pflege der Streuobstwiese
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05:40 11.10.2016
Freizeitpädagoge Marcus Reinhold ist seit Jahren Baumpate.
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Stangenhagen

Marcus Reinhold sorgt sich um die Streuobstwiese zwischen Schönhagen und Stangenhagen. „Allein das Satellitenbild von Google Maps macht deutlich, dass es den Bäumen nicht gut geht“, sagt der Freizeitpädagoge. Die ohnehin recht weit auseinander liegenden Reihen weisen viele Lücken auf. Für ihn steht fest: Die Bäume haben zu wenig Halt. Der sandige lockere Boden und der Wind führen dazu, dass viele Bäume schräg stehen oder gar umkippen.

Baumpate stützt alte Bäume mit Stangen

„Zusätzlich werden die Bäume, wenn sie viel Obst tragen auch noch mit Nistkästen bestückt“, kritisiert Marcus Reinhold. Der 45-Jährige ist seit zehn Jahren Baumpate. Vor vier Jahren begann er, die alten Bäume mit Stangen zu stützen. Dies hatte ein Pomologe bei einer Wanderung mit den Baumpaten empfohlen. Doch immer wieder stellt er fest, dass die Stangen nicht mehr da sind, wo er sie angebracht hat, sondern weit weg im Wald oder auf der Wiese liegen. Das ärgert ihn. Generell ist er mit der Pflege der Streuobstwiese an vielen Stellen nicht zufrieden. Deshalb hat er sich an Peter Koch vom Landschaftsförderverein Nuthe-Nieplitz-Niederung, der die Wiese unterhält, gewendet.

Die Streuobstwiese zwischen Schönhagen und Stangenhagen. Quelle: Margrit Hahn

Für Peter Koch steht fest, dass die getroffenen Maßnahmen ausreichend sind. „Es gibt auf der Streuobstwiese ein Prozent Verlust jedes Jahr“, sagt er, „das hat aber nichts damit zu tun, dass die Bäume nicht ausreichend gepflegt werden, sondern weil es sich um einen sehr sandigen Standort handelt.“ Hinzu käme, dass nicht gedüngt werden darf, es in den vergangenen Jahren in den Sommermonaten wenig Niederschlag gab und die Wühlmäuse die Wurzen schädigen.

Bäume müssen nicht in Reih und Glied stehen

Der Landschaftsförderverein hat mit seinen Helfern in den vergangenen Jahren 400 Bäume nachgepflanzt. Dass die Bäume nicht überall in Reih und Glied stehen, liegt daran, dass es keine Plantage, sondern eine Streuobstwiese ist. „Man kann selbstverständlich stark geneigte Bäume abstützen“, sagt Koch, „sinnvoller ist es allerdings, die Kronen betroffener Bäume durch gezielten Rückschnitt zu entlasten.“ Wegen der Beweidung seien Stützpfähle nicht sinnvoll, da diese ständig von den Schafen umgeworfen würden.

Zudem darf der Boden nicht vegetationsfrei gehalten beziehungsweise umgebrochen werden. Das wäre zu aufwendig, die Beseitigung konkurrierender Vegetation würde die Situation für die Bäume verbessern, ist aber nicht typisch für Streuobstwiesen.

Verein lobt Engagement der Baumpaten

Im Ergebnis der Bodenuntersuchung, die 2014 erfolgte, ist man dabei, eine wirksame Methode zu finden, mit einem geeigneten Gerät wie Egge oder Grubber den Boden zu öffnen und zielgerichtet eine Entzugsdüngung vorzunehmen. „Da sind wir aber noch auf der Suche nach geeigneter Technik, um dann das Verfahren mit den Genehmigungsbehörden abzustimmen“, erklärt Koch.

Gegen Obst-Langfinger wird das Tor zur Streuobstwiese verschlossen. Quelle: Margrit Hahn

Naturparkleiterin Kordula Isermann begrüßt es, dass Baumpaten Engagement zeigen. Der Verein sei gern zur Zusammenarbeit bereit. „Aber die Streuobstwiese ist keine Spielwiese und es gibt gewisse Ansagen, an die man sich zu halten hat“, sagt die Naturparkchefin.

Baumpflegeaktion am 3. November

Am 3. November sind Paten sowie Freunde der Streuobstwiese von 10 bis 15 Uhr zur Baumpflegeaktion eingeladen. Dann sollen die Bäume winterfest gemacht werden. Neben Baumschnitt, steht die Pflege der Baumscheiben und die Reparatur der Verbissschutzzäune an. Dazu gibt es Tipps zum fachgerechten Obstbaumschnitt. Arbeitsgeräte sollten mitgebracht werden.

Info: Anmeldungen bis zum 28. Oktober unter Tel. 03 37 31/70 04 60.

Von Margrit Hahn

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