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Kümmern, profilieren, Haltung zeigen

MAZ-Interview mit Erik Stohn Kümmern, profilieren, Haltung zeigen

Erik Stohn, der neue Vorsitzende der SPD in Teltow-Fläming, erläutert im MAZ-Interview die Schwerpunkte seiner Ziele. So soll sich die SPD im Kreistag profilieren und kreisweit um die Belange der Menschen kümmern. Als Prioritäten nennt er die Integration von Flüchtlingen, bei der man Haltung zeigen müsse, die Konsolidierung des Haushalts und bessere Verkehrsanbindungen.

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Erik Stohn mit Vorgängerin Dietlind Biesterfeld nach seiner Wahl zum SPD-Kreisvorsitzenden.

Quelle: Hartmut F. Reck

Luckenwalde. Der 32 Jahre alte Landtagsabgeordnete Erik Stohn wurde am Sonnabend zum neuen Vorsitzenden des SPD-Unterbezirks Teltow-Fläming gewählt. Er löst Dietlind Biesterfeld aus Blankenfelde-Mahlow ab. Die MAZ sprach mit ihm über seine Ambitionen.


MAZ:
Herr Stohn, erst Jüterboger Stadtverordneter, dann Juso-Landesvorsitzender, dann Kreistagsmitglied in Teltow-Fläming, dann sogar Landtagsabgeordneter und jetzt auch noch SPD-Unterbezirksvorsitzender! Wohin soll das noch führen? Etwa gleich in die Staatskanzlei?

Erik Stohn: Bevor man weiterblickt, sollte man sich erst einmal in der aktuellen Aufgabe beweisen, die man gerade übernommen hat. Ich bin sehr froh über das gute Wahlergebnis. Das ist ein Vertrauensvorschuss der Parteitagsdelegierten, den ich erst einmal rechtfertigen muss.

Sie erhielten die Zustimmung von 50 Delegierten. Zwei stimmten gegen sie. Und sechs enthielten sich, was aber nicht zählt. So stimmten 96,2 Prozent für Sie. Warum nicht gleich 100 Prozent?

Stohn : Das ist ein ehrliches Ergebnis, mit dem ich sehr gut leben und arbeiten kann. Kann sein, dass ich es bisher nicht jedem recht gemacht habe.

Das mag durchaus so sein. So wird von Kritikern an Ihnen bemängelt, dass Sie seit der Landtagswahl kaum Präsenz in Ihrem Wahlkreis gezeigt haben.

Stohn: Ich weiß nicht, welcher Politiker präsenter im Wahlkreis ist als ich. Wenn sich das Verständnis von Präsenz aber auf die Anwesenheit im Luckenwalder Parteibüro beschränkt, dann sehe ich nicht ein, warum ich da meine Zeit absitzen soll. Außerdem gehe ich lieber auf die Bürger zu als darauf zu warten, dass sie zu mir kommen.

Was wollen Sie besser machen als Ihre Vorgängerin?

Stohn: Es war doch nicht schlecht, was Dietlind Biesterfeld gemacht hat. Ich bin als Landtagsabgeordneter zeitlich einfach flexibler. Und das will ich auch ausnutzen für die SPD im Landkreis. Außerdem weiß ich durch meine Mandate in zwei Kommunalparlamenten, wo die Probleme liegen.

Was wollen Sie also machen?

Stohn: Ich will keine Lichtgestalt sein, wie Sie in der MAZ geschrieben haben, sondern die Strahlkraft der SPD verstärken. Ich möchte als Teamworker mit meinen Parteifreunden arbeiten. Und ich möchte, dass die SPD wieder eine Teltow-Fläming-Partei wird und von den Bürgern als Kümmererpartei wahrgenommen wird.

Die SPD ist ja sowohl von den Wählern als auch vom Kreistag in der jüngsten Vergangenheit ziemlich abgewatscht worden. Sie konnte weder ihren Landratskandidaten noch ihre Kandidatin als Kreistagsvorsitzende durchsetzen. Können Sie daran etwas ändern?

Stohn: Ich möchte, dass wir als SPD-Fraktion im Kreistag wieder ein stärkeres Profil gewinnen. Dazu müssen wir erst einmal wissen, was wir überhaupt wollen. Bisher schwanken wir zwischen einer sozusagen staatstragenden und einer oppositionellen Rolle. Wichtig ist, dass wir wieder mehr eigene Themen setzen.

Wie stehen Sie denn zur Arbeit von Landrätin Kornelia Wehlan von den Linken?

Stohn: Im Grunde macht sie eine gute Arbeit. Wir legen großen Wert auf die weitere Haushaltskonsolidierung und auf einen effizienten Personaleinsatz in der Kreisverwaltung. Da gibt es noch Potenziale. Bei der Unterbringung und Integration von Flüchtlingen setzt sich Frau Wehlan sehr ein. Da klappt zwar nicht alles, aber wir unterstützen ihren Weg zumal es notwendig ist, gerade in der Flüchtlingsfrage, eine klare Haltung zu zeigen. Ich habe in Jüterbog erlebt, wie die AfD die Menschen auf niedrigstem Niveau aufzuhetzen versucht. Die AfD gehört zu den geistigen Brandstiftern im Land. Da müssen wir Zivilcourage zeigen. Was wir zurzeit erleben ist die Kehrseite der Globalisierung, von der wir bisher immer nur profitiert haben.

Was für weitere Schwerpunkte wollen Sie setzen?

Stohn: Die Verkehrsanbindungen des Kreises an Potsdam und an den BER müssen dringend verbessert werden. Wenn schon der Flughafen vor der Tür liegt, dann will man dort auch gut hinkommen – nicht nur als gelegentlicher Fluggast, sondern auch als möglicher Arbeitnehmer.

Und wie wollen Sie Ihre SPD im Landkreis voranbringen?

Stohn: Wir wollen in allen Altersklassen um neue Mitglieder und Unterstützer werben. Und wir müssen uns um unsere eigene Personalentwicklung kümmern. So ist es wichtig, dass wir in allen Kommunen aussichtsreiche Bürgermeisterkandidaten aufbauen und dass wir überall so viele Mandate wie möglich erringen.


Von Hartmut F. Reck

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