Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Teltow-Fläming Künstlerpaar verbindet Kreativität und Kochen
Lokales Teltow-Fläming Künstlerpaar verbindet Kreativität und Kochen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:40 07.09.2016
Thomas C. Bräuhäuser (l.) und Annton Beate Schmidt leben und arbeiten in Gottsdorf. Quelle: Lisa Blech
Anzeige
Gottsdorf

Kunst und Essen in Einklang zu bringen, ist eines der Ziele von Annton Beate Schmidt und Thomas C. Bräuhäuser. Dabei werden sie im Alltag von Assistenzhund Emma begleitet. Das Paar gehört zu den neuen Bewohnern des Vital-Landhofes in Gottsdorf.

Annton Beate Schmidt ist in Frankfurt am Main geboren und dort auf dem Land aufgewachsen. Thomas C. Bräuhäuser hingegen kommt aus Westberlin. Kennen gelernt haben sie sich in einer Bar in Berlin. Sie hatten die gleichen nächtlichen Lokale aufgesucht und waren dann eines Tages als letzte Gäste an der Bar übrig geblieben.

Schmidt: „Alles, was ich mache, endet in Kunst.“

Schmidt arbeitete viele Jahre als Film- und Fernsehcutterin. Sie hatte außerdem begonnen, Film- und Theaterwissenschaften zu studieren. Kunst war schon immer ein Thema für Schmidt. „ Ich habe lange Film, dabei auch immer Kunst gemacht. Dann habe ich irgendwann gesagt, ich entscheide mich für eine Seite, weil ich das parallel nicht schaffe.“ Dabei siegte die Kunst.

Schmidt erschafft Aquarelle, Installationen und Illustrationen auf Anfrage und gibt Workshops für Kinder sowie Erwachsene. „Alles, was ich mache, endet in der Kunst, ob ich draußen rumlaufe, ob ich ein Gespräch führe und was ich gerade empfinde“, sagt sie, „Kunst ist Ausdruck. Ich bin Kunst. Kunst ist ein gutes Mittel, Menschen zu erreichen und etwas zu vermitteln.“

Thomas C. Bräuhäuser und Antonn Beate Schmidt mit Hund Emma. Quelle: Lisa Blech

Thomas C. Bräuhäuser hat angefangen, Bauingenieurwesen zu studieren, dann aber eine Lehre als Koch gemacht. „Ich wollte eigentlich Goldschmied oder Zahntechniker am Anfang machen, aber das waren Berufe mit wenigen Ausbildungsplätzen.“ Die Kunst des Kochens hat den Berliner nicht mehr losgelassen. „Das Besondere am Kochen ist, dass du, wenn du einigermaßen offen bist, nicht aufhörst, zu lernen. Du kannst zwar eine gewisse handwerkliche Perfektion erreichen, aber du hast immer viele Einflüsse und Modeerscheinungen. Kochen bleibt vielfältig und wird nie langweilig“, sagt er.

Künstlerische Umsetzung von Essen

„Colour, food, soul“ lautet Bräuhäusers Motto. Er möchte Emotionen in verschiedenen Bereichen wecken und Erinnerungen hervorrufen. Nun in Gottsdorf lebend, bietet Bräuläuter „Home Cook­ing“ für Veranstaltungen an, gibt Kurse an Kochschulen und widmet sich gemeinsamen Projekten mit Annton Beate Schmidt. Dabei geht es um die künstlerische Umsetzung von Essen.

Zu diesen Projekten gehört auch der „Speak Easy Club“, den das Paar in Gottsdorf weiterführt. Dieser spielt auf Flüsterkneipen zu Zeiten der US-amerikanischen Prohibition an. Nur mit einem Kennwort konnte so damals der verbotene Alkohol getrunken werden. Bei Schmidt und Bräuhäuser wurde das Ganze etwas modernisiert und ein E-Mail-Verteiler eingerichtet. Es ist für sie immer wieder eine Überraschung, wen Sie an ihrem Tisch zu sitzen haben. Diese Abende sind lang, familiär und sehr entspannt. „Wir hatten schon einmal ein Brautpaar da, das gar nicht wusste, was sie bei uns sollten. Sie hatten das Essen als Geschenk bekommen und nur die Vorgabe, dass sie vorher nichts essen sollten“, erzählt Schmidt.

Berlin-Neukölln ist zu turbulent geworden

Der Zufall hat die beiden in das idyllische Gottsdorf verschlagen, nachdem es in Berlin-Neukölln, wo sie eine Ladenwohnung hatten, immer turbulenter wurde. Ende Januar sind sie einer Anzeige folgend aus Spaß nach Gottsdorf rausgefahren. Bräuhäuser war erst skeptisch, da es doch sehr weit weg war, aber nach nur fünf Minuten in der Küche der Atelierwohnung waren beide überzeugt. Mit den Räumlichkeiten für Events gleich nebenan, hatte das Paar die Chance genutzt und zog Anfang Mai in die Wohnung.

„Ich fand es sehr erstaunlich, als wir das Atelier eröffnet haben, dass sich unglaublich viele Leute aus dem Dorf hier einfanden mit Blümchen und selbstgemachter Marmelade“, erzählt Schmidt freudig. Im Vergleich mit Neuseeland, wo das Paar ein paar Jahre gelebt hat, sind die Gottsdorfer richtige Nachteulen. „Wenn ich spät spazieren gehe oder im Atelier sitze, sind immer noch alle wach“, sagt Schmidt. In Gottsdorf fühlt sich das Paar richtig zuhause und freut sich darauf, Events und Projekte umzusetzen.

www.anntonbeateschmidt.com

www.artflavour.net

Von Lisa Blech

Die Abholzung der großen Linde auf dem Boulevard, die im Zuge der Sanierung als einzige stehen bleiben sollte, lösteeine neuerliche Debatte aus. Grüne Politiker und die Bürgerinitiative protestieren gegen den Kahlschlag.

07.09.2016

Der Jüterboger Wasser- und Abwasserzweckverband wollte lieber heimlich über seine neue Führungsstruktur beraten und beschließen. Doch die Kommunalaufsicht hat dies beanstandet. Über die Ausschreibung des hauptamtlichen Verbandsvorsteher-Postens muss daher erneut öffentlich beraten werden.

07.09.2016

Fast ein halbes Jahr lang haben Schüler, Lehrer und Eltern um den Erhalt des Schülercafé an der Jüterboger Wiesenschule gerungen. Trotzdem schließt das sozialpädagogische Projekt ab heute. Das Jobcenter hat keine Ausnahmegenehmigung für die Betreuung über ein Förderprojekt zugelassen.

07.09.2016
Anzeige