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Künstliche Befruchtung für Bienen

Blankenseer Imker Künstliche Befruchtung für Bienen

Jürgen Brauße aus Blankensee besamt seit fast 40 Jahren Bienenköniginnen. Durch die künstliche Befruchtung versucht er Bienen zu züchten, die gegen die Varoa-Milbe resistent sind.

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Imkermeister Jürgen Brauße bei der instrumentellen Besamung.
 

Quelle: Gudrun Ott )

Blankensee.  Imker überlassen es schon lange nicht mehr dem Zufall, welche Drohnen ihre Bienenköniginnen befruchten. Das passiert inzwischen im Labor unter dem Mikroskop. Ein gefragter Spezialist dafür ist Jürgen Brauße aus Blankensee. Im nächsten Jahr werden es 40 Jahre, dass der Imkermeister diese instrumentelle Besamung anwendet. Ein spezielles Verfahren dafür hat Brauße bereits 1989 entwickelt und vom Bienenforschungsinstitut in Dol (Tschechien) prüfen lassen. Inzwischen ist er damit in ganz Europa unterwegs, erst vor kurzem ist er aus Frankreich zurückgekehrt. Bei seiner Methode wird das Kohlendioxyd, das zur Betäubung der Königinnen eingesetzt wird, erwärmt. Dadurch können zwei Begasungen hintereinander erfolgen, einschließlich Besamungen. Die Imker können ihre Königinnen anschließend gleich wieder mitnehmen.

Jungimkerin Sabine Schulte aus dem Landkreis Havelland weiß das zu schätzen. Sie kam vor kurzem mit 18 Königinnen zu Jürgen Brauße. Jede steckte in einem sogenannten Begattungskästchen. Nach der Betäubung kommt sie kopfüber in ein schmales Röhrchen. Nur das Hinterteil der Königin bleibt dabei sichtbar. Die Besamung mittels Besamungsspritze dauert nur wenige Sekunden.

 Seit zwei Jahren kommt Sabine Schulte mit ihren Königinnen nach Blankensee. „Ich will meine Wirtschaftsvölker voranbringen“, erklärte die engagierte 27-Jährige. Ihren Bienenbestand hat sie von der Carnica-Zucht auf die Buckfast-Rasse umgestellt. „Die ist brutfreudiger“, sagt sie.

 So sieht das auch Arno Gesche aus Waldesruh bei Berlin. Der heute 74-Jährige, der bis zum vergangenen Jahr dem Landesverband Brandenburgischer Imker angehörte, hat im Alter von zehn Jahren mit dem Imkern begonnen. Ein Mann mit reichlich Erfahrung. Aber an dem Tag, an dem er mit seinen zehn Königinnen nach Blankensee fahren wollte, verfolgte ihn das Pech. „Ein paar meiner Königinnen sind mir entwischt, andere haben sich auf natürliche Weise begatten lassen. Nur zwei Königinnen konnte ich mitbringen“, bedauerte er. Aber bei denen klappte es, wie alle Imker konnte er nach 20 Minuten nach dem Aufwachen der Königinnen die Heimreise antreten.

Jürgen Brauße hat einen Gen-Pool gegründet, beteiligt sind elf Imker. Das Sperma der Drohnen mischt der Imkermeister nach einer bestimmten Technik, auf eine mechanische Art. Diese Methode wird seit sechs Jahren in Blankensee angewandt. Dabei findet das Erbgut mütterlicher-, als auch väterlicherseits Beachtung. Diese Art der Mischtechnik ist weltweit einmalig. Perspektivisch soll die künstliche Besamung unter anderem dazu beitragen, die in den 80ziger Jahren aus Asien eingeschleppte Varroa Milbe genetisch zu bekämpfen.

Von Gudrun Ott

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