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Teltow-Fläming Künstliche DNA gegen Einbrecher
Lokales Teltow-Fläming Künstliche DNA gegen Einbrecher
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18:29 21.01.2014
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Zossen

Gerhard Wusterack lebt mit seiner Frau im Zossener Scheunenviertel. Das Ehepaar ist vor sechs Jahren aus Berlin-Neukölln hierher gezogen. Als ruhig und sicher galt das Wohnviertel. Doch immer häufiger fallen dem 66-Jährigen in letzter Zeit dunkel gekleidete Gestalten in der Gegend auf. Er nennt sie Kapuzenmänner. Sie drehen sich weg, wenn er mit seinem Hovawart Gassi geht und sie ihm dabei über den Weg laufen.

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Besonders im Winter wird oft in Häuser und Wohnungen eingebrochen. Die Polizei rechnet damit, dass im Winter 2013 in Brandenburg die Zahl der Einbrüche deutlich ansteigen ist. 2012 registrierte die Polizei rund 3700 Einbrüche, 800 mehr als noch 2011. Besonders beliebt ist bei den Tätern das Berliner Umland.

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Nach Mitternacht, so die Beobachtung des Mannes, fahren manchmal Kleintransporter mit Autoladeflächen im Schritttempo durch die Straßen. Im Polizeibericht standen inzwischen auch schon Meldungen über gestohlene Autos in der Siedlung. Wie Wusterack erzählt, stand eines Tages auch ein Fremder plötzlich vor der Haustür, einen Zettel in der Hand. Er bettelte um Geld. Währenddessen versuchte ein zweiter Mann von der Rückseite des Grundstücks ins Haus zu gelangen.

So kann das doch nicht weitergehen, dachte sich Gerhard Wusterack und wandte sich an die Polizei. Die empfahl ihm neben den klassischen Präventionsstrategien auch die Markierung von Wertgegenständen mit künstlicher DNA.

Wertgegenstände werden dabei mit sogenannten SDNA-Markierungs-Kits gekennzeichnet. Diese enthalten eine nicht abwischbare Markierungsflüssigkeit mit tausenden Kunststoffplättchen und einem Eigentumscode. Der ist einmalig und garantiert, dass die Gegenstände ihrem Eigentümer zugeordnet werden können. Auch lassen sich Täter und Tatort verbinden. Deutschlandweit ist man dabei, die Polizei mit entsprechenden Lesegeräten auszustatten.

Hintergrund

Künstliche DNA besteht aus synthetisch hergestellten Oligonukleotiden, die aktiv beziehungsweise präventiv in der Kriminalistik und als forensische Eigentumsmarkierung verwendet werden.

Am Täter oder Tatwerkzeugen anhaftende Oligonukleotide sind bereits in kleinsten Mengen nachweisbar und können so die Anwesenheit von Personen oder Gegenständen an einem Tatort nachweisen.

Auch Unternehmen wie Telekom oder Deutsche Bahn setzen im Kampf gegen Kupferkabelklau auf die abschreckende Wirkung der künstlichen DNA.

In England soll sich nach Erfolgen in mehr als einer Million Haushalten der Kreis der Interessenten weit ausgedehnt haben. Die Zahl der Einbrüche soll in vielen Orten um bis zu 80 Prozent zurückgegangen sein. Sogar Kirchen lassen ihre Dächer mit der künstlichen DNS markieren, um sich vor dem Klau von Kupfer zu schützen.

Längst fühlen sich viele Bürger unsicher. Auch Gerhard Wusterack. „Wir müssen uns selber schützen“, sagt der frühere Stellwerkleiter und Kontrolleur der Berliner Verkehrsbetriebe. Deshalb ist er schon seit Wochen dabei, eine Anwohnerversammlung zu organisieren, mit dem Ziel, in Zusammenarbeit mit der Polizei die Sicherheit in der Siedlung zu erhöhen. Polizei, Vertreter der Stadtverwaltung sowie Mitarbeiter der Firma Selecta DNA aus Cottbus werden auf der Zusammenkunft informieren und Fragen zum Thema beantworten. Unterstützt wird das Projekt auch von den Sicherheitspartnern der Stadt Zossen.

Um möglichst viele Menschen zu erreichen, hat Wusterack 160 Handzettel gedruckt und sie im Scheunenviertel und in den angrenzenden Wohngebieten verteilt. Er verweist auf diverse Medienberichte zum Thema „Künstliche DNA“. Auch den Erfahrungen der Bremer Polizei zufolge sei das Risiko, Opfer eines Einbruchs zu werden, dort, wo keine künstliche DNA zur Prävention eingesetzt wird, fasst zehnmal so hoch wie in DNA-geschützten Bereichen. Aufkleber für Häuser, Autos und ganze Straßenzüge sorgen mit dafür, dass Einbrecher fernbleiben.

Die Anwohnerversammlung findet am Dienstag, dem 28. Januar, um 18.30 Uhr im Heimatmuseum „Alter Krug“, Weinberge 15, in Zossen statt.

Von Gudrun Ott

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