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Teltow-Fläming Kulinarische Tour mit der Draisine
Lokales Teltow-Fläming Kulinarische Tour mit der Draisine
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00:25 30.06.2015
Unterwegs mit der Fahrraddraisine. Quelle: Stephan Laude (3)
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Mellensee

Jan Jähnke ist sehr zufrieden. „Wir haben in den ersten Monaten viel positives Feedback bekommen“, sagt der Chef der Erlebnisbahn GmbH & Co. KG auf dem Bahnhof Rehagen. Seit gut einem Vierteljahr gibt es im Bahnhof ein Restaurant, das seine Draisinestrecke noch attraktiver macht als bisher. In Rehagen wird nämlich französisch gekocht.

Betreiber des Restaurants sind Christopher Boyer und seine Frau Manja. „Wir wollten eine Event-Location nicht weiter als eine Stunde von Berlin entfernt aufmachen. Bei der Suche stießen wir auf diesen Bahnhof“, berichtet der 39-jährige Gastronom, der aus der Gegend von Lyon stammt. Er hat in Frankreich Geografie und Geschichte studiert und in Potsdam noch eine Ausbildung als Eventmanager drangehängt. Seine Frau kommt aus Berlin. Die beiden Restaurantbetreiber haben sich beim Studium verliebt – und später in den Bahnhof. Künftig will die Familie, zu der noch das sieben Monate alte Töchterchen Anouk gehört, dort auch wohnen, oben in dem ehemaligen Stellwerk.

Die Speisekarte ist nicht besonders lang, aber sie wird wöchentlich gewechselt. Geboten werden zum Beispiel Heilbutt mit Zitron-Minz-Sauce und Charolais-Filet-stückchen mit Beaujolais-Sauce, Grenaille-Kartoffeln und Ratatouille. Die meisten Zutaten kommen frisch aus der Region, Käse, Rindfleisch und gesalzene Butter werden aus Frankreich geliefert, der Wein natürlich auch.

Das Konzept des Restaurants: gutes Essen und Events. Eine Käseverkostung gab es schon. Sie sei gut angekommen, sagt Christopher Boyer und bei der Fête de la Musique am 21. Juni sei es richtig voll gewesen. Künftig soll es im Bahnhof auch möglich sein, Tanzen zu lernen. Die beiden Gastronomen haben eine Lizenz als Tanzlehrer.

Geschäftsführer Jan Jähnke Quelle: Stephan Laude

Um die Draisinefahrer auf das Angebot aufmerksam zu machen, weht an dem aufwendig sanierten Bahnhofsgebäude die Trikolore. Gleichzeitig kommt an der nahen Brücke über dem Gleis unübersehbar der Schriftzug „Le Bourget“ ins Blickfeld. Das passt natürlich, aber es hat nichts miteinander zu tun. Der Hinweis auf den für seinen Flugplatz bekannten Vorort von Paris stammt aus einer Filmkulisse. Hier drehte George Clooney Szenen für „Monuments Men“. Dazu fuhren noch einmal Dampfloks auf den Schienen der 1998 stillgelegten Bahnstrecke, die Ende des 19. Jahrhunderts für militärische Zwecke gebaut worden war.

Jan Jähnke bedauert es außerordentlich, dass er keine Bilder von den Dreharbeiten hat. Die Produktionsfirma hatte es ihm nicht erlaubt, das Ereignis für sein eigenes Marketing zu nutzen. Cate Blanchett sollte in dem Film eigentlich über die Brücke laufen. Die Schauspielerin ist allerdings nicht schwindelfrei. Deshalb, so Jähnke, sei die Brücke im Studio Babelsberg nachgebaut worden. Die echte in Rehagen sei im Film aber auch zu sehen.

Jähnke hatte die Strecke zwischen Zossen, Mellensee und Jänickendorf zusammen mit Jörn Schreiber 2003 von der Deutsche Bahn AG gekauft, mit allen 21 Bauwerken. Alles oder gar nichts – das war die Bedingung der Deutschen Bahn. Nach und nach gelingt es den Betreibern und ihren Kooperationspartnern, die denkmalgeschützten Bauten und ihre Umgebung mit Leben zu erfüllen. In Sperenberg veranstalten die Niederländer Wouter und Ine Spruit zum Beispiel Bildhauerkurse. In den Räumen können zudem Künstler ihre Werke anbieten. Und auch in Sperenberg kommen lukullische Spezialitäten auf den Tisch, natürlich niederländische. Im historischen Bahnhof Zossen wiederum kann man italienisch essen. Jan Jähnke spricht von einer „kulinarischen Entdeckungstour mit der Draisine“.

Im Bahnhof Werder in Jüterbog will sein Unternehmen übrigens ab August Ferienwohnungen anbieten. Werder soll nach den Vorstellungen Jähnkes zum Bindeglied zwischen Draisinestrecke und Flämingskate werden.

Von Stephan Laude

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