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Kulturzentrum wird zur Spinnte

Altes Lager Kulturzentrum wird zur Spinnte

Traditionen zu bewahren, muss keine bierernste Angelegenheit sein. Beim Seniorennachmittag im Kulturzentrum „Das Haus“ zeigten die Fläming-Freunde, wie viel Spaß das machen kann.

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Charles Koppehele als Wanderkrämer und seine Trachtendamen, die ganz heiß auf Stoffe, Schnallen und Neuigkeiten sind.

Quelle: Uwe Klemens

Altes Lager. Klemmkuchen satt und Episoden aus der guten alte Zeit der Spinnte gab es beim gestrigen Seniorennachmittag im Niedergörsdorfer Kulturzentrum „Das Haus“. Vier Damen in Tracht und Charles Koppehele vom Heimatverein Fläming-Freunde waren der Einladung gefolgt und nahmen die etwa 50 Zuhörer mit auf eine Reise in die Vergangenheit.

„Spinnte und Fastnacht“ lautete das Thema, das die Trachtenfreunde anhand von Liedern und Sprüchen in Fläming-Mundart, sowie Szenen aus der Spinnstube lebendig werden ließen.

Der Flachs und die Liebe

„Spinnte“ nannte man zur Zeit unser Urgroßeltern die geselligen Zusammenkünfte in der Winterzeit. Gesponnen wurde dabei nicht nur der Flachs, sondern auch so manche Geschichte über die Liebe. In der Mädchenspinnte spannten die Jungs, ob nicht einer holden Maid endlich der Faden riss. Wer ihn als erster ergriff, bekam einen Kuss. „Spinnen“, „spannen“ und „Fadenriss“ haben sich als Begriffe bis in die Gegenwart gerettet. Die Spinnte selbst leider nicht.

„Wir beschäftigen uns schon sehr lange mit der Erforschung der Sprache und der Bräuche und wissen dazu natürlich eine Menge. Das so wie heute zu präsentieren, war aber eine Premiere“, sagt Koppehele, der aus Jüterbog stammt und dessen derzeit 16 Mitglieder zählende Verein im vergangenen Jahr für sein Engagement mit dem Ostdeutschen Unternehmerpreis gewürdigt wurde.

„Annemarie“ für Sitzenbleiber

Auch wenn Marlies Koppehele betont, keine Flämingplatt-Muttersprachlerin zu sein, kamen ihre Mundart-Rezitationen von Gedichten und Sagen gut an. Roswitha Karbaum aus Wiepersdorf, seit Jahresbeginn Vereinsmitglied, lieferte die passende Übersetzung, während die Schweinitzerin Doris Puhlmann zum Tanzen einlud. Dass sich die Fläminghymne „Annemarie“ auch sitzend oder am Stuhl festhaltend tanzen lässt, kam den Senioren gelegen.

Spaß für Kids und Senioren

Die 13-jährige Magda Rückert bewies, dass man auch als junger Mensch Spaß an Trachtentanz und Heimatgeschichte haben kann. „Wenn es mir nicht solchen Spaß machen würde, wäre ich nicht dabei“sagt die Jüterbogerin. „Ich finde es einfach schön, alte Traditionen zu bewahren.“

Auch für genau 60 Jahre ältere Rohrbeckerin Christa Hannemann war der Nachmittag im Haus eine vergnügliche und vor allem auch lehrreiche Sache. „Wir kommen zu dritt zu jedem Seniorennachmittag, egal, was geboten wird, denn es ist immer schön. Außerdem trifft man viele Bekannte, das ist besser, als allein in der Stube zu sitzen. Gelernt habe ich heute, dass Tanzen im Sitzen auch Spaß macht.“

Von Uwe Klemens

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