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Teltow-Fläming Kummerkasten der Groß Machnower hört auf
Lokales Teltow-Fläming Kummerkasten der Groß Machnower hört auf
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14:31 26.10.2015
Mehr als sieben Jahre stand Peter Galster hinter dem Tresen. Am Donnerstag lädt er seine Gäste zum „Abtrinken“ Quelle: Zielke
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Groß Machnow

Wenn sich der Herbst übers Land legt, schwingt Peter Galster den Besen. Die Linden vor der Gasthoftür werfen ihre Blätter ab. Sisyphusarbeit, doch es soll bis zum Schluss sauber und ordentlich sein. Peter Galster betreibt die Gaststätte „Zum grünen Baum“ in Groß Machnow. „Der häufigste Kneipenname in Deutschland“, sagt er. 1400 Gaststätten heißen so. Demnächst ist es eine weniger, denn Peter Galster hört auf.

Unfreiwillig, gibt der 65-Jährige zu. Er hätte sich auch vorstellen können weiterzumachen, doch die Miete war zu hoch. „Die letzten fünf Jahre habe ich praktisch nichts verdient“, sagt er. Urlaub hat er in dieser Zeit auch nicht gemacht – und doch bereut er keinen einzigen Tag, den er im „Grünen Baum“ manchmal bis zu 15 Stunden am Stück hinter dem Tresen stand. Vor siebeneinhalb Jahren, als er das Restaurant samt Saal und zehn Fremdenzimmern übernahm, erfüllte er sich einen Traum. „Ich wollte schon als Kind einen Gasthof mit Hotel in den Bergen besitzen“, sagt er. „Die Berge denke ich mir hier einfach dazu“, sagt Peter Galster und lacht.

Prominenter Gast

Soldatenkönig Friedrich Wilhlem I., der Vater Friedrichs des Großen, soll nach seinen Jagdausflügen in den „Grünen Baum“ eingekehrt sein und sich am Bauernfrühstück gelabt haben.

Das 1670 zum Gasthof umgebaute Haus ist eines der ältesten in Groß Machnow. Zuvor diente es als Jagdsitz.

Vier Generationen lang, bis 1988, gehörte der Gasthof der Familie Kaul. Die Kauls bewirteten viele Kaufleute auf der Durchreise nach Berlin.

Nach der Wiedervereinigung wechselten mehrfach die Besitzer und sogar den Namen. 2008 gab Peter Galster dem damaligen „Kasatschok“ wieder in seinen ursprünglichen Namen „Zum grünen Baum“ zurück.

Ursprünglich stammt er aus Ostberlin und ist gelernter Diplom-Kaufmann. Bevor er Kneipier wurde, besaß er mehrere Werkzeugläden, doch die Konkurrenz der Baumärkte nahm ihn immer stärker in die Zange. Mit Ende 50 wagte er sich auf das vorher völlig fremde Feld der Gastronomie. Diese Fremdheit ist eigentlich unverständlich, denn der Mann mit der kratzigen Stimme wirkt wie der geborene Gastgeber. Viel Berliner Schnauze und noch mehr Herz. Das kam offenbar gut an bei den Groß Machnowern. „Ich bin mittlerweile eine Institution“, sagt er. Hinter seinem Tresen hat er immer als einer der ersten die Neuigkeiten aus dem Ort erfahren. Er war so etwas wie der Kummerkasten der Groß Machnower. Im Laufe der Jahre habe er gelernt, welche Dinge man vor wem lieber für sich behält und was man weitererzählt.

Diskretion und ein gutes Gespür sind das A und O in der Dorfkneipe. Fast so wichtig wie gutes Essen. Das war im „Grünen Baum“ stets von der deftig-deutschen Sorte. Im Lauf der Jahre hat sich Peter Galster viel von seinen Köchen abgeguckt. „Meine Soßen sind besonders gut“, sagt er stolz. Bei den Gästen kam die Leberpfanne immer besonders gut an. Als er sich beruflich in Groß Machnow angekommen fühlte, zog es ihn auch privat dorthin. Er wohnt nur wenige Minuten vom „Grünen Baum“ entfernt. „Ich gehe auch nicht mehr weg hier. Nur noch mit den Füßen voran.“ Die Groß Machnower sind ihm ans Herz gewachsen und er ihnen.

Als bekannt wurde, dass er sein Geschäft aufgibt, kamen viele Dorfbewohner und haben bedauert. „Schade, dass die, die am meisten bedauert haben, vorher nie da waren“, sagt er. Die Leute trinken ihr Bier heutzutage lieber zu Hause und plaudern im Internet.

Am Donnerstag wird Peter Galster mit seinen Stammgästen die letzten Vorräte austrinken, am Freitagabend wird er die Tür das letzte Mal abschließen. Bald schon sollen Flüchtlinge einziehen. Peter Galster findet das in Ordnung. „Es bringt der Vermieterin mehr Geld und irgendwo müssen die armen Leute ja hin.“ Er weiß, dass nicht alle im Ort das so sehen. In den kommenden Wochen will er die Freunde besuchen, die er die vergangenen Jahre vernachlässigt hat, dann möchte er wieder arbeiten. Für einen Neuanfang sei es schließlich nie zu spät.

Von Christian Zielke

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