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Teltow-Fläming Kummersdorf, Labor des modernen Krieges
Lokales Teltow-Fläming Kummersdorf, Labor des modernen Krieges
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08:48 16.03.2016
Die Pyramide erinnert an die im Krieg gefallenen Eisenbahnpioniere.
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Blankenfelde

 Kaiser Wilhelm II. war dort, Adolf Hitler auch. „In Kummersdorf gab es immer was zu gucken“, sagt Silvio Fischer (50). Der Historiker und Leiter des Museums des Teltow hat sich mit der Geschichte der Heeresversuchsanstalt Kummersdorf beschäftigt. Seine Ergebnisse trug er am Dienstag bei einer Veranstaltung der Seniorenakademie in der Alten Aula Blankenfelde vor.

Rund 60 Zuhörer waren gekommen, um die Geschichte des Labors der modernen Kriegsführung zu erfahren. „Kummersdorf ist aus militärischer Sicht einer der wichtigsten Orte in Deutschland. Fast alle modernen Waffen wurden hier getestet“, sagte Silvio Fischer. Es war ein Ort der Innovation und Vision. Als die Heeresversuchsanstalt 1874 eröffnete, nahm man schon an, dass der nächste Krieg ein Stellungskrieg werden könnte – und sollte Recht behalten. Viele der Waffen, die den Ersten Weltkrieg zum bis dahin größten Blutvergießen machten, stellten ihre Zerstörungskraft in Kummersdorf erstmals unter Beweis. Kummersdorf steht für den Schrecken des Krieges, aber auch für den Fortschritt. Die dortigen Eisenbahnpioniere waren Meister im Brückenbau, Teile der einstigen Militäreisenbahn sind heute noch als Strecke nach Dresden in Betrieb. „Viele Erfindungen, von denen wir heute profitieren, stammen aus dem Militär“, sagt Silvio Fischer.

Historische Bilder zeigen schneidige Männer in Uniformen, die stolz das Schwert präsentieren . Auf Postkarten sieht man Geschütze und prächtige Bauten im preußischen Stil der wilhelminischen Zeit. Es war die Zeit der Industrialisierung.

Mit der Wirtschaft wandelte sich auch der Krieg. Menschen bauen Maschinen, die ihr Leben erleichtern sollen. Im Krieg brachten Maschinen mehr Tod, als ein einzelner Mensch dies je könnte. „Die Anlage in Kummersdorf war ein Ausdruck der Industrialisierung“, sagte Silvio Fischer. Entlang der zwölf Kilometer langen Schießbahn saßen Wissenschaftler in Beobachtungsbunkern und hielten fest, welche Wirkung die Munition entfaltete. Selbst nach dem ersten Weltkrieg, als Deutschland laut Versailler Vertrag weitgehend entmilitarisiert war, gingen die Kriegsspiele in Kummersdorf weiter – offiziell als Heeresschule für Hunde- und Brieftauben, inoffiziell mit als Werkzeugmaschinen getarnten Geschützen und Panzern, die offiziell als Traktoren deklariert waren.

Erst im Nationalsozialismus wurde dort wieder ungeniert an noch tödlicheren Waffensystemen geforscht. Wissenschaftler wie Wernher von Braun und Walter Dornbeger legten die Grundsteine der Raumfahrt und der Mittelstreckenraketen, mit dem das Deutsche Reich die britische Hauptstadt London beschoss. Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte die sowjetische Armee kein Interesse an der Versuchsanlage, wohl aber an dem riesigen Gelände. Ein Flugplatz wurde quer über die beiden Schießbahnen gebaut, der bis 1994 eine wichtige Brücke nach Moskau war.

Was Historiker in der Zukunft über die Zeit nach Abzug der Sowjets schreiben, ist unklar, genauso wie die Zukunft des Geländes. Das Land Brandenburg, dem die Fläche gehört, möchte die Munitionsaltlasten bergen, die Denkmalschützer wollen die verfallenden Gebäude retten und die Geschichtsfans dort ein riesiges Freiluftmuseum errichten. Ideen gibt es viele, doch es fehlt am Geld. Während der Mensch plant und überlegt, erobert die Natur das einst so wichtige Militärareal zurück. Uhus, Fledermäuse und Wölfe fühlen sich wohl in den Ruinen.

Dieser friedlichen Entwicklung kann auch Silvio Fischer etwas abgewinnen.

Von Christian Zielke

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