Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 5 ° Sprühregen

Navigation:
Kunstprojekt für das Kasernendorf

Altes Lager Kunstprojekt für das Kasernendorf

„Die Mauer muss neu“ lautet ein aktuelles Kunstprojekt in Altes Lager. Jährlich wird ein solcher Workshop für Jugendliche aus der Gemeinde Niedergörsdorf durchgeführt. Immer trägt er zur Verschönerung des militärisch geprägten Ortsteiles Altes Lager bei. Die Projekte sollen nicht nur einer Altersgruppe zugute kommen, sondern mehrere Zielgruppen ansprechen.

Voriger Artikel
1. Spatenstich für das Hospiz „Hand in Hand“
Nächster Artikel
Michael Kessler auf Expedition in Brandenburg

Conrad Panzner entwickelt die künstlerischen Ideen und steht den Jugendlichen jedes Jahr mit Rat und Tat zur Seite.

Quelle: Victoria Barnack

Altes Lager. Grau sieht Altes Lager für diejenigen aus, die nur kurz durch den Ort fahren. Auch Einwohner teilen diese Ansicht. Immerhin ist die militärische Vergangenheit bis heute nicht zu übersehen. Wer aber mit offenen Augen bis zum Kulturzentrum „Das Haus“ fährt, entdeckt bunte Farbkleckse in der Landschaft. Denn die Gemeinde Niedergörsdorf hat sich vor einigen Jahren vorgenommen, seinem historisch beladenen Ortsteil zumindest ein wenig neuen Glanz zu verleihen. Über ein Kunstprojekt mit Jugendlichen wird jedes Jahr ein anderer Platz verschönert.

„Die ursprüngliche Idee war es, die drei Oberschulen, an die die Grundschüler aus Blönsdorf nach der 6. Klasse wechseln, wieder näher zusammen zu führen“, erklärt Marika Gerlach. Die Jugendkoordinatorin der Gemeinde ist alljährlich bei den drei bis fünf Tagen des Projektes dabei und erklärt nicht nur im Nachhinein, was es mit den abstrakten Kunstwerken auf sich hat. Sie unterstützt die Jugendlichen trotz ihres – so lautet ihre Selbsteinschätzung – fehlenden künstlerischen Talents auch beim Entstehungsprozess.

Sand, Latex und Acrylfarbe bilden das Material für die Bilder

Sand, Latex und Acrylfarbe bilden das Material für die Bilder.

Quelle: Victoria Barnack

Das nicht vorhandene Fachwissen von Marika Gerlach gleichen Künstler aus der Region aus. Die Familie Panzner ist bei jedem Kunstprojekt, mit dem die Jugendlichen die Ortsansicht von Altes Lager verschönern, dabei. Peter, Christa und ihr Sohn Conrad Panzner sind inzwischen alte Hasen im Umgang mit dem Nachwuchs aus Niedergörsdorf, Jüterbog und Treuenbrietzen. „Im vergangenen Jahr haben wir Flaggen genäht. Davor entstanden Theaterfiguren und Bänke aus Holz“, berichtet der Kunstpädagoge Conrad Panzner.

Ergebnisse stehen entlang der Kastanienallee

Mittlerweile sind die Ergebnisse der unterschiedlichen Projekte nicht nur direkt vor dem Kulturzentrum zu sehen, sondern stehen an der gesamten Kastanienallee verteilt. In zwei Wochen werden sich die Kunstwerke des Nachwuchses sogar einen weiteren Platz an der Straße erobert haben.

„Die Mauer muss neu“ heißt das Projekt, das Conrad und Peter Panzner in dieser Woche mit fünf Neuntklässlern der Wiesenoberschule durchführten. Der Titel bezieht sich auf den Ort, an dem die Werke zu sehen sein werden. Weg darf die Mauer bei der Feuerwehr von Altes Lager allerdings nicht – sie ist denkmalgeschützt.

Luftbilder abstrakt übersetzt

„Bei diesem Projekt haben wir uns endlich einmal konkret um Altes Lager gekümmert“, berichtet Conrad Panzner. Bisher waren beispielsweise Theaterfiguren die Vorbilder für verschiedene Werke. In diesem Jahr dienten Luftbilder des Ortes als Grundlage. „Diese Aufnahmen haben die Jugendlichen dann abstrakt übersetzt“, fügt der Künstler an. Mit selbst angemischten Farben aus Sand, Acryl und Latex entstanden die bunten Werke auf eingerahmten Alu-Profilen. Die Konsistenz soll für die nötige Wetterbeständigkeit sorgen.

Mauer wird weiter verschönert

Von dem Projekt profitieren am Ende nicht nur die Jugendlichen durch die gewonnene künstlerische Erfahrung. „Bei diesem und anderen Projekten finden wir es besonders wichtig, dass alle in der Gemeinde integrativ dabei sind“, erklärt Marika Gerlach. Die Kunst im Ort ist immerhin auch für die Einwohner und Gäste ein Hingucker. In den kommenden Jahren sollen daher weitere Werke entstehen, um die gesamte Länge der Mauer zu verschönern.

„Außerdem steht durch die Zusammenarbeit mit der Kreishandwerkerschaft auch die Berufsvorbereitung der Schüler im Vordergrund“, ergänzt Kunstlehrerin Sarah Schultz. Denn das Kunstprojekt stellt für die Schüler einen Teil ihres 14-tägigen Praktikums dar. „Es macht mehr Spaß als der normale Kunstunterricht, weil wir hier nicht nur mit Bleistift oder Tusche arbeiten“, findet Susanne Dittberner, „wenn ich mit meiner Mutter an der Mauer vorbei fahre, zeige ich ihr stolz, welches mein Bild ist.“

Von Victoria Barnack

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Teltow-Fläming
57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

Sollte Rauchen im Auto verboten werden, wenn Kinder dabei sind?

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg