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Teltow-Fläming Kusswalzer, Saalrunden und bunte Hutschleifen
Lokales Teltow-Fläming Kusswalzer, Saalrunden und bunte Hutschleifen
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19:24 12.01.2014
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Fastnachten ist ein traditionelles Fest. „Doch Fastnachten ist kein Fasching“, erklärt Edeltraut Liese aus Gölsdorf und denkt dabei an die Fassenacht (Fastnacht) in den großen Karnevalsregionen. Vielmehr sei das Feiern aus dem Dorfleben entstanden. Die Bauern wollten die bösen Geister vertreiben und fröhlich den Frühling mit großzügiger Ernte herbeirufen.
Ob sich die Wintergeister auch dieses Jahr vertreiben lassen, ist fraglich. Schließlich hat sich der Winter in der Region um Jüterbog bislang nicht blicken lassen. Trotzdem ist man auf den Dörfern, etwa in Oehna, Langenlipsdorf, Dennewitz oder Gölsdorf, schon aktiv. „Das Fastnachten ist ein schöner Brauch, der das Dorf zusammenhält“, so die Gölsdorfer Ortsvorsteherin Edeltraut Liese. Das Zusammentreffen von Jung und Alt sei ein Familienfest. Selbst ehemalige Bewohner kommen jedes Jahr.
„Es ist eine starke Gemeinschaft, die das Dorfleben aufrecht erhält“, fügt Cornelia Witte vom Gasthof Witte in Oehna hinzu, die momentan ihre Getränkekarte zum Fest etwas abändert: „Zu Fastnachten sind alte, überlieferte Schnäpse wie die Prärieauster oder der Nikolaschka gefragt.“
Das Zepter rund um Organisation und Durchführung haben die Platzmeister zu Fastnachten in der Hand. Sie führen die Damen zu ihren Tanzpartnern und führen durch den Abend. Dabei haben die jungen Herren „den Hut auf“, so Liese. Mit bunten Schleifen ist der Kopfschmuck verziert. Früher sind die Platzmeister dem Brauch nach durch das Dorf gezogen und haben die Bewohner zum Tanz eingeladen. Unverheiratete Mädchen hefteten selbst gemachte, bunte Schleifen an Hut und Revers der Platzmeister. Jedes Mädchen, das eine Schleife abgab, bekam auch einen Fastnachtsburschen. Übrig geblieben ist von der Tradition nur das Schleifchen am Hut. Der darf den Saal eigentlich nicht verlassen. Drückt den Platzmeister einmal die Blase, „dann bleibt das Hütchen am Tresen.“
Setzt zu den Tanzrunden der Platzmeister einem Pärchen den Hut auf, wird von der Kapelle ein Tusch gespielt. Nach einer Tanzrunde inmitten der Gesellschaft, die sich im Kreis anordnet, wird das Paar vom Platzmeister zum Tresen begleitet und muss eine Saalrunde ausgeben. „Die Saalrunden sind unterschiedlich“, sagt Cornelia Witte. Bei ihr sind 30 Schnäpse üblich. Damit es niemanden zweimal trifft, bekommt man eine Schleife ans Revers.
Ein weiterer Brauch ist der Kusswalzer. Die Gesellschaft formiert sich zum Kreis, in dem zwei mit einem Kissen bewaffnet jeweils einen Gast auswählen, das Kissen vor ihn legen, sich niederknien und ihm ein Küsschen auf die Wange geben. Wer auserwählt wurde, führt das Spiel fort und bekundet dem nächsten Sympathie.
Der Feier beim Fastnachten schließt sich das Zempern an. In bunten Kostümen ging einst die Jugend von Haus zu Haus, um nach übrig gebliebenen Gaben zu fragen, die man beim Latschen- oder Schlappenball verzehrte.
Edeltraut Liese und Cornelia Witte sind aus verschiedenen Dörfern und sich doch einig: Die Bräuche müssen weitergeführt werden. Doch „weil sich das gesellschaftliche Leben ändert“, so Liese, „werden sie an manchen Stellen abgeändert.“

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