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Teltow-Fläming Pannenflughafen BER: So lief es 2018
Lokales Teltow-Fläming Pannenflughafen BER: So lief es 2018
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00:20 30.12.2018
LDS-Landrat Stephan Loge (SPD) Quelle: Irmscher
Schönefeld

Stephan Loge (SPD) verfolgt als Chef der Aufsichtsbehörde seit Jahren die Pleiten und Pannen am BER. Im MAZ-Interview blickt er auf das Jahr 2018 zurück.

Herr Loge, wie geht es Ihnen, wenn Sie eine BER-Eilmeldung entdecken?

Stephan Loge: Eigentlich überrascht mich nicht mehr viel. Und tatsächlich ist bei den Schlagzeilen ja immer wieder Aufgegartes dabei, das nur anders verpackt wurde. Die letzte große Skandalmeldung war, dass die Kabeltrassen am BER unter Wasser stehen. Aber das ist schon lange bekannt.

Auch wenn Pannen schon bekannt sind, empört es die Leute trotzdem.

Das eigentlich Ärgerliche ist ja, dass alles, was bekannt ist, seit 2012 bearbeitbar gewesen wäre. Wir als Behörde können da nichts anderes machen als abwarten. Wir sind keine Akteure, auch wenn das viele denken. Das muss der Bauherr schon selbst in den Griff bekommen.

Wird die Baubehörde des Landkreises Dahme-Spreewald oft zu Unrecht in die Pflicht genommen?

Ich habe schon erlebt, dass der Regierende Bürgermeister von Berlin ins Mikro sagte, ich solle mich mal bewegen. Ich kriege auch immer wieder Post, was ich mir denn einbilde und warum wir so pedantisch sind. Die Vorwürfe verstetigen sich immer mehr, dass es die Behörde ist, die diese Situation seit über sechs Jahren nicht gelöst bekommt.

Mit welchen Problemen haben Sie und Ihre Mitarbeiter in Sachen BER am meisten zu kämpfen?

Unser Problem ist, dass wir zum Teil mit Planungsbüros zu tun hatten, die ihre Unterlagen nicht vollständig und in der Form einreichten, wie wir sie brauchen. Oft stellten sich diese Büros und Unternehmen auch nicht ausreichend auf das brandenburgische Baurecht ein.

Die strengen Verordnungen werden ja oft kritisiert.

Das stimmt, wir haben ein enges Korsett in unserer Bauordnung, gerade in unseren sicherheitstechnischen Prämissen. Und auch die Brandenburgische Sicherheitstechnische Gebäudeausrüstungs-Prüfverordnung ist seit vielen Jahrzehnten von jedem einzuhalten gewesen. Das kann man jetzt nicht einfach anpassen, weil es jemandem nicht passt.

Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup forderte kürzlich die Lockerung der TÜV-Bedingungen auf der BER-Baustelle. Wie fanden Sie das?

Ich bin über die Zeit schon einiges gewohnt. Ich frage mich aber natürlich schon, was den Äußerer solcher Forderungen antreibt.

Beunruhigt Sie diese, wenn sie dabei an den avisierten Eröffnungstermin im Herbst 2020 denken?

Ich habe natürlich den Ehrgeiz, dass irgendwann diese schaurige Baustelle zu einer Fertigstellung kommt. Aber wir haben eine angespannte Situation. Denn der aktuelle Zeitplan der gesamten Erprobungsphase schmilzt ein bisschen zusammen.

Warum?

Es wird zu Funktionsproben kommen. Wenn da Fehler erkannt werden, die nur mit großen Umständen beseitigt werden können, dann könnte das zeitliche Budget in Richtung des avisierten Eröffnungstermins knapp werden. Aber ich will da kein Wasser in den Wein gießen.

Könnten Sie sich im Zweifel eine Teileröffnung des BER vorstellen?

Nein, ich lasse ich mich nicht darauf ein, dass da vorzeitige Inbetriebnahmen genehmigt werden. Das habe ich dem Flughafen und den Gesellschaften aber auch immer so gesagt.

Was muss 2019 klappen, damit die Prüfungen und Genehmigungen rechtzeitig für den aktuellen Eröffnungstermin erfolgen können?

Wichtig sind die Brandmeldeanlage und die Notstromversorgung. Beides ist für uns noch lange nicht in einer Qualität vorhanden, die eine entsprechende Prüfung zulassen. Das muss nächstes Jahr werden, und zwar im ersten Halbjahr. Dann haben wir noch die Möglichkeit, die entsprechende Wirk-Prinzip-Prüfung gemeinsam mit den Prüfsachverständigen durchzuführen.

Gibt es etwas, worauf Sie in Bezug auf die Eröffnung gespannt sind?

Wenn der Flughafen mal ans Netz kommt, wird das eine sehr, sehr interessante Konstellation. Die Innenarchitektur des BER ist sehr ansprechend. Vor zehn Jahren war diese Art der Holzvertäfelung richtig modern. Internationale Gäste werden sich also sehr an unserer dann doch etwas nostalgisch anmutenden Gestaltung erfreuen.

Was waren die diesjährigen Erfolgsmeldungen bezüglich des BER?

Es ist einiges geschafft worden. Zum Beispiel wurde das Regierungsterminal nach zwei Jahren Bauzeit im September fertiggestellt. Im Juli wurde die Baugenehmigung für das Terminal T2 erteilt, die Bauarbeiten am Gebäude haben im Oktober bereits begonnen. Das Terminal soll 2020 fertiggestellt werden und parallel mit dem Terminal T1 in Betrieb gehen.

Und was hat sich am Standort Schönefeld-Alt getan?

Es gab umfangreiche Genehmigungsverfahren für den Umbau des Terminals D, das nun zum reinen Abflugterminal wird, sowie für den Umbau des Terminals E. Auch ein temporärer Warteraum für die Zeit des Umbaus wurde genehmigt und bereits fertiggestellt. Das alles war nötig, um die aktuelle Konjunktur in Schönefeld zu bedienen.

Wie würden Sie das Jahr für das Flughafenumfeld bewerten?

Was bei uns gerade passiert, ist gegenüber anderen Regionen beispiellos. Für mich ist das eine faszinierende Situation, was sich da gegenwärtig in der Großgemeinde Schönefeld und der Umgebung abspielt; allein die Wohnungsbauvorhaben, die dieses Jahr initiiert wurden mit Spatenstichen und Richtfesten. Im nächsten Jahr wird es eine Menge Fertigstellungen geben.

Sehen Sie bei der Entwicklung auch Nachteile?

Es gibt einen Druck in unserer Region, der nicht nur durch den Flughafen, sondern auch durch Berlin bedingt ist. Ich mache mir da ein bisschen Sorgen um das übrige Umfeld. In einigen Kommunen gibt es schon Stimmen, die das Wachstum als zu schnell erachten. Nicht nur der Wohnungsmarkt muss wachsen, auch soziale Infrastrukturen müssen dem standhalten. Aber Schönefeld zeigt uns ja, dass es gelingen kann. Es gehört aber auch Mut dazu.

Was ist Ihr Wunsch für das Jahr 2019, was den Flughafen und dessen Umfeld betrifft?

Beim BER wünsche ich mir, dass wir, also die abnehmende Behörde, und der Bauherr, Klarheit bekommen, dass wir das miteinander schaffen. Und insgesamt wünsche ich mir, dass sich etwas in Sachen Infrastruktur bewegt und wir Dinge in Gang setzen. Dazu gehört die Verbesserung beim Nahverkehr auf der Schiene oder die Verlängerung der U7 bis Schönefeld. Da müssen sowohl die Akteure auf kommunaler Ebene, aber auch das Land zusammenarbeiten.

Von Nadine Pensold

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