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Teltow-Fläming LED-Technik am Schulhof schafft Internetzugang
Lokales Teltow-Fläming LED-Technik am Schulhof schafft Internetzugang
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00:17 27.03.2017
Die neuen LED-Außenlampen auf dem Trebbiner Schulhof sind nicht nur sparsam, sie bieten den Schülern den Zugang zum Internet. Quelle: Elinor Wenke
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Trebbin

Unter lautem Geschnatter der Trebbiner Grundschüler wurde am Donnerstagvormittag auf dem Schulhof eine neue LED-Außenbeleuchtung offiziell in Betrieb genommen. „Damit sparen wir 70 Prozent Stromkosten“, stellte Bürgermeister Thomas Berger (CDU) in Aussicht. Das sei ein Beitrag der Stadt Trebbin zum Klimaschutz und zur Energiewende. „Wenn wir bedenken, dass 2016 weltweit das wärmste Jahr war und es für 2017 nicht anders aussieht, ist das schon sehr bedenklich“, sagte Berger, „wir müssen handeln.“

Aber die Lampen können mehr als nur den Schulhof ausleuchten. Sie sind Teil des Pilotprojektes „Smart City“, bei dem die Stadt Trebbin gemeinsam mit sechs Partnern nach und nach alle öffentlichen Gebäude mit intelligenter Mess- und Steuertechnik ausstatten und bewirtschaften will. „Den jungen Leuten wollen wir zeigen, dass Energieeinsparung nichts Abstraktes ist, sondern durchaus noch manch positiven Nebeneffekt hat“, sagte Berger.

Lampen fungieren als Hotspots

Der angenehme Nebeneffekt für die Grund- und Oberschüler ist, dass sie ab jetzt auf dem Schulhof mit ihrem Smartphone nach Herzenslust im Internet surfen können, ohne dass ihr Datenvolumen angezapft wird. „Natürlich nur, wenn eure Lehrer das erlauben“, räumte Berger ein.

„Die Lampen fungieren als Hotspots, also drahtlose Internetzugriffspunkte“, erläuterte Harald Erlach vom Unternehmen Street-Lan die technischen Details. Insgesamt wurden fünf neue LED-Leuchten auf den alten Masten am Schulhofgelände beider Schulen installiert. „Die erste steht am Parkplatz und gibt das Signal an die zweite Lampe, die zweite an die dritte und so weiter“, sagte Erlach.

Außerdem könnten die Leuchten mit speziellen Sensoren zusätzliche Daten erfassen, beispielsweise im benachbarten Clauerthaus Strom- und Wärmezähler ablesen und diese auswerten. „Und das alles bei größtmöglicher Datensicherheit“, versprach Erlach.

Kabelloses System ist beliebig erweiterbar

Bergers Vision, die er anschließend im Clauerthaus vorstellte, gehen noch viel weiter. „Wir brauchen nur noch 30 Prozent an Kosten, um den Schulhof auszuleuchten, aber wir versprechen uns auch einen anderen Mehrwert“, sagte er. So schaffe man neben dem W-Lan auf dem Schulhof auch die Infrastruktur für intelligente Mess- und Steuerungstechnik. „Das kabelfreie System ist beliebig erweiterbar und kann nachträglich zukunftsträchtige Ideen einbinden“, sagte Berger.

So müssten künftig nicht Hausmeister die Zählerstände in öffentlichen Gebäuden ablesen, diese würden digital an das Rathaus übermittelt. Berger schweben personal- und zeitsparende Zukunftslösungen vor. Intelligente Technik könnte melden, wenn in einem Gebäude Fenster offen stehen, aber die Heizung angeschaltet ist. Park- und Grünanlagen könnten automatisch bewässert, Mitarbeiter von Betriebshöfen nur bei vollen Mülleimern in die Spur geschickt werden. „Selbst Straßenlampen könnten wie Bewegungsmelder nur aktiviert werden, wenn es nötig ist und dadurch sparsam eingesetzt werden“, schwärmte Berger.

Stadt ist gern Versuchskaninchen

Nur durch das Zusammenspiel der Unternehmen Energiequelle Zossen, Swarco, Street-Lan, Diehl Metering, C & C Project sowie Edis-com mit der Stadt sei dieses Pilotprojekt möglich und für die Stadt Trebbin nahezu kostenneutral gewesen. Jeder habe seinen Part geleistet und sein Knowhow eingebracht. „Wir sind gern das Versuchskaninchen in diesem Modellprojekt und alle verdienen an Erfahrung“, sagte Berger.

Der Klimaschutzkoordinator des Landkreises, Andreas Bleschke, zeigte sich begeistert, dass in Trebbin die Energiewende „mit solchen Leuchttürmen bestritten wird“. Er wollte wissen, ob diese Infrastruktur künftig auch von privaten Unternehmen genutzt werden könnte. „So weit sind wir noch nicht“, sagte Berger, „es ist vorerst ein Intranet für öffentliche Einrichtungen und ich will auch kein Netzbetreiber werden.“

Von Elinor Wenke

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