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„LUK“ ist passé

In Luckenwalde werden Altkennzeichen nicht zugelassen / Kreis sieht keinen Bedarf in der Bevölkerung „LUK“ ist passé

Ein Schulterzucken und teilnahmsloses Kopfschütteln, viel mehr brauchte die Luckenwalderin Nicole Hage gestern nicht, um zu zeigen, was sie von der Entscheidung der Kreisverwaltung Teltow-Fläming hält.

LUCKENWALDE. Diese hat sich kürzlich gegen die Zulassung von Altkennzeichen ausgesprochen. „LUK“, „ZOS“ oder „JUE“ – die Kürzel sind bald nur noch Geschichte. Der Grund: Die Bevölkerung habe kein Interesse geäußert.

Nicole Hage kann das bestätigen: „Kennzeichen sind doch nur Kennzeichen, der Rest ist egal“, sagte sie, während sie ihren Einkauf ins Auto bugsierte. Für Nostalgie ist in Luckenwalde und Umgebung offenbar kein Raum. Und das obwohl eine repräsentative Universitätsstudie, die unter anderem auch in Luckenwalde durchgeführt wurde, gegenteiliges besagte. Eine Studie, deren Ergebnis die Luckenwalder Bürgermeisterin Elisabeth Herzog-von der Heide überrascht hatte. Rund drei Viertel aller Befragten hatten sich für die Altkennzeichen ausgesprochen. Herzog-von der Heide, hatte kürzlich gegenüber der MAZ gesagt, sie selbst würde sich für das „TF“ entscheiden. Für eine weitere Stellungnahme war sie gestern nicht mehr zu erreichen.

Tatsächlich teilen sich die Lager. Ältere Menschen, die sich noch gut an die Altkreise erinnern können, wünschen sich die alte Ziffernkombi. Andere finden, man sollte seine Heimatliebe anders ausdrücken, etwa mit einem Aufkleber auf dem Auto. In Luckenwalde habe laut Kreisverwaltung so auch nur ein Einziger die Forderung nach dem „LUK“ gestellt. Das „ZOS“ für Zossen wollten immerhin 13 Leute zurück.

Hubert Grosenick, der das Straßenverkehrsamt des Kreises leitet, kann das mangelnde Interesse der Jüngeren an den alten Schildern nachvollziehen. „Damit ließen sich heute logisch nur noch die gleichnamigen Städte verbinden“, sagte er gestern gegenüber der MAZ. Nicht jedoch die damit in Verbindung stehenden Altkreise, so der Beamte. Der Landkreis habe in den 20 Jahren nach der Kreisgebietsreform eine neue Identität entwickelt. Eine, für die nun das „TF“ stehe.

In anderen Kreisen sehen die Gemeinden hingegen Bedarf für die alten Schilder-Kürzel. Zwölf von einst 43 Altkennzeichen, darunter die von Wittstock (WK) und Kyritz (KY), werden bald wieder durch die Straßen der Mark kurven. Fünf von zwölf brandenburgischen Landkreisen haben einen solchen Antrag gestellt.

Teltow-Fläming war nicht dabei. Ob es letztendlich bei der Entscheidung bleibt, Grosenick kann es nicht sagen. Es sei nicht ausgeschlossen, sagte er, dass weitere Altkennzeichen beim Bundesministerium beantragt werden. (Von Marion Schulz)

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