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Ladendieb muss in Haft

Rangsdorf Ladendieb muss in Haft

Jung, arbeitslos, heroinabhängig – Um seine Sucht zu finanzieren, hat Dennis L (24) aus Klausdorf geklaut. In Rangsdorf wurde er erwischt und nun vom Amtsgericht Zossen zu sechs Monaten Haft verurteilt. Zwei Zeuginnen haben ihn vor einer schwereren Strafe bewahrt.

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Amtsgericht Zossen

Quelle: Zielke

Zossen. Glück hatte Dennis L. nicht allzu oft in letzter Zeit: Die Ausbildung zum Industriemechaniker hat er abgebrochen. Wenige Wochen vor der entscheidenden Prüfung. Immer mehr gewannen die Drogen die Kontrolle über sein Leben.

Klauen, um die Sucht zu finanzieren

„Irgendwann ist alles zusammengebrochen“, sagt der 24-Jährige, der von Klausdorf nach Berlin gezogen ist. Erst war der Job weg, dann die Wohnung. Der Vater wollte nichts mehr von seinem Sohn wissen, dessen Leben aus Heroinrausch und Absturz bestand und das immer mehr entglitt, weil ein Heroinrausch teuer ist, weshalb viele Abhängige klauen, um den nächsten Rausch zu finanzieren. So wollte er es auch am 13. Januar 2015 in Rangsdorf machen. Aus dem Regal des Netto-Marktes in der Kienitzer Straße ließ er zwei Flaschen Whisky und zwei Gläser löslichen Kaffee in seiner Jacke verschwinden. Wert: 44 Euro – das reicht für einen Rausch und für eine Verhandlung vor dem Amtsgericht Zossen.

Verkäuferin erinnert sich nicht genau an den Diebstahl

Dort hatte Dennis L. am Donnerstag zumindest etwas Glück. Glück, dass die beiden Verkäuferinnen aus dem Netto-Markt in Rangsdorf sich nicht mehr ganz genau erinnern konnten, was genau an jenem Tag im Januar passiert war. Hat Dennis L. Kassiererin Katja K. absichtlich gegen das Knie getreten oder war es, wie die 35-Jährige sagt, nur im Eifer des Gefechts, als sie zusammen mit ihrer Kollegin und zwei Kunden versuchten, den Dieb an der Flucht zu hindern. „Wenn mein Kind mich kneift, habe ich auch einen blauen Fleck“, sagte Katja K. und dabei wird ihr wahrscheinlich nicht klar, dass sie Dennis L. vor einer schwereren Strafe rettet. Hätte er unter dem Einsatz von Gewalt versucht, mit der Ware zu entkommen, hätte das Gericht das wohl als Raub gewertet. Zusammen mit dem Multifunktionswerkzeug mit der kleinen Messerklinge, die die Polizei in seiner Tasche gefunden hat, hätte daraus sogar ein bewaffneter Raub werden können – Mindeststrafe drei Jahre. Mit sechs Monaten Haft konnte der Angeklagte zufrieden sein, fand hinterher auch sein Verteidiger, der in seinem Abschlussplädoyer für eine Bewährungsstrafe mit einer verpflichtenden Drogentherapie geworben hatte.

Keine Bewährung

Angesichts der Vorstrafen sei eine Bewährung „nicht gerechtfertigt“, sagte der Richter. Nach der Tat in Rangsdorf wurde Dennis L. wieder beim Klauen erwischt, zwei Mal war er nicht zur Verhandlung in Zossen erschienen. Immer wieder war er in den vergangenen fünf Jahren wegen Diebstahls verurteilt worden. Er bat um Entschuldigung für die Tat und versprach, einen Drogenentzug zu machen. Sein jüngster Antrag auf Therapie war abgelehnt worden. Dennis L. wird viel Glück brauchen.

Von Christian Zielke

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