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Lärm und Gestank in Jänickendorf

Jänickendorf Lärm und Gestank in Jänickendorf

Mit Lärm und Gestank wollen sich die Jänickendorfer nicht abfinden. Auch auf dem Land fordern sie entsprechende Wohnqualität. Bisher gibt es keine konkreten Aussagen, ob eine Stallerweiterung genehmigt wird. Eine gute Nachricht gibt es aber – die Alte Hauptstraße soll wenigstens geflickt werden.

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Die Straßenränder an der Alten Hauptstraße in Jänickendorf bröseln.

Quelle: Margrit Hahn

Jänickendorf. Dass Coolback in Jänickendorf einen Werksverkauf anbietet, begrüßt Ortsvorsteherin Sylvia Ziehe sehr. Das Geschäft wird sehr gut angenommen. Viele Kunden kommen von auswärts. Allerdings sind die Parkmöglichkeiten ihrer Ansicht nach nicht ausreichend. Deshalb würde sie es begrüßen, wenn an dieser Stelle eine Tempo-30-Zone eingerichtet wird, denn die meisten parken rechts und links am Straßenrand, wodurch schon einige gefährliche Situation entstanden sind.

Aber es gibt Dinge, die sich Sylvia Ziehe noch mehr wünscht. So möchte sie endlich wissen, was aus den Stallanlagen im Ort wird. Der Betreiber wollte die Anlage erweitern. Nach massiven Bürgerprotesten gibt es nun Monate später noch immer keine klare Aussage dazu. „Dass die Schweinemastanlage und Coolback nur 50 Meter von einander entfernt liegen, ist nicht zu vertreten. Wir möchten gern, dass Coolback bleibt, zumal das Unternehmen Arbeitsplätze schafft. Die Tiere könnten auch in eine der anderen Anlagen untergebracht werden“, sagt die Ortsvorsteherin. Vor allem der Gestank und die Fliegen stören die Anwohner in unmittelbarer Nähe.

Kritik am schlechten Zustand der Alten Hauptstraße

Auch der Gülle-Tourismus, wie ihn Sylvia Ziehe nennt, ist für sie nicht nachvollziehbar. Dass Biogasanlagen entstehen, hält sie für sinnvoll, dass aber das „Futter“ für die Anlage von weit her kommt, macht die Sache nicht umweltfreundlicher. Zumal die vielen Fahrzeuge im Ort Lärm und Abgase verursachen. Die Straßen werden davon nicht besser. Dass ärgert auch Petra Reuther, die sich am MAZ-Telefon über den schlechten Zustand der Alten Hauptstraße beklagte. „Gleich nach der ersten Kurve ist der Belag so dünn, dass das Kopfsteinpflaster hervorkommt“, so die Jänickendorferin. Sie fordert, dass die Straße endlich ausgebessert wird. Vielen Jänickendorfern ist die marode Hauptstraße ein Dorn im Auge. Die Fahrzeuge sind nicht nur tagsüber, sondern auch nachts unterwegs. Wenn die Laster durch den Ort donnern, klirrt das Geschirr in den Schränken. Längst bröseln auch die Straßenränder. Zum Kreiserntefest 2007 wurde die Straße notdürftig mit einem dünnen Belag überzogen. Nach zwei Jahren waren die ersten Schäden wieder sichtbar. Seitdem tut sich nichts. Kein Wunder, dass die Jänickendorfer schon mit Plakaten vor das Kreishaus gezogen sind. Ihnen stinkt es gewaltig und das hat nicht nur mit den Stallanlagen zu tun.

Durch den dünnen Belag  schaut das Kopfsteinpflaster hervor

Durch den dünnen Belag schaut das Kopfsteinpflaster hervor

Quelle: Margrit Hahn

Monika Nestler, Bürgermeisterin der Gemeinde Nuthe-Urstromtal, kennt die Probleme. Sie hat in Sache Alte Hauptstraße inzwischen mit Guido Güthling, Leiter der Straßenmeisterei, gesprochen. Geplant ist, dass die Straße bis Ende August dieses Jahres geflickt werden soll.

Flickschusterei reicht nicht aus

Mit der Flickschusterei will sich die Gemeinde allerdings nicht zufrieden geben, denn die Schäden betreffen nicht nur die Fahrbahnoberfläche. Es sind kleine Risse zu erkennen, die darauf hindeuten, dass es auch Probleme mit der Entwässerung gibt. Deshalb wurden mit der Kamera Untersuchungen vorgenommen, die beweisen sollen, dass ein grundhafter Ausbau der Straße nötig ist. Da die Straße im Grünen Netz liegt, wird das Problem seitens des Landes als nicht so dringend eingeschätzt.

„Wir haben die Jänickendorfer aufgefordert, ihre Beschwerden an das Land zu richten, denn es handelt sich um eine Landesstraße“, sagt Monika Nestler. Durch die vielen Fahrzeuge, die durch Jänickendorf fahren, um zum Holzkompetenzzentrum nach Baruth zu gelangen, hat die Straße noch mehr gelitten. „Die Gemeinde hat dafür kein Geld. Wir müssten die Bürger bei der Finanzierung mit einbeziehen, und das wollen die Bewohner natürlich nicht“, so Nestler. Sie hat sich an das Land gewandt, doch bisher keine Antwort erhalten.

Von Margrit Hahn

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