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Laien-Lehrer für Flüchtlinge

Sprach-Integration Laien-Lehrer für Flüchtlinge

In Luckenwalde (Teltow-Fläming) werden zurzeit 110 Flüchtlinge von 26 ehrenamtlichen Laien-Lehrern in Deutsch unterrichtet, weitere Helfer sind gern gesehen. Als Laien-Lehrer braucht man keine pädagogische Ausbildung, aber Zeit und Interesse.

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Der Kurs „Alpha 2“ trifft sich mittwochnachmittags im Bürger- und Kieztreff zum Deutsch-Unterricht.

Quelle: Elinor Wenke

Luckenwalde. 26 Laien-Lehrer engagieren sich derzeit in Luckenwalde, um Flüchtlingen Grundkenntnisse in der deutschen Sprache beizubringen. „Wir konnten bisher 110 Flüchtlinge in Deutschkursen unterbringen, auf der Warteliste sind weitere 15“, sagt Anke Habelmann, Flüchtlingskoordinatorin der Stadt und Initiatorin des ehrenamtlichen Angebots. Die Lehrstunden sind vor allem für jene gedacht, die keinen Anspruch auf einen zertifizierten Integrationskurs haben. „Sie sollen befähigt werden, sich auf einfache Weise zu verständigen und den deutschen Alltag zu meistern“, so Anke Habelmann.

Hintergrund

Bei den Deutschkursen geht es um ein niederschwelliges Angebot, um die Vermittlung von Grundkenntnissen.

An fünf Standorten wird zurzeit unterrichtet. Teams von zwei bis drei Lehrern kümmern sich in einem Kurs um 15 bis 20 Flüchtlinge.

Laien-Lehrer müssen keine zertifizierten Pädagogen sein, sondern Interesse und regelmäßig Zeit haben. Es werden noch Ehrenamtliche als Lehrer, Helfer oder Kinderbetreuer für die Kurse gesucht. Kontakt: Telefon 0 33 71/67 22 18 oder E-Mail an fluechtlingskoordination@luckenwalde.de

Die ersten Unterrichtsstunden haben am 29. Februar begonnen. Vier Wochen später sind im Kurs „Alpha 2“ im Bürger- und Kieztreff an der Burg schon Fortschritte erkennbar. Als Laien-Lehrer kümmern sich dort einmal wöchentlich Detlev von der Heide, Gerold Homberger und Christine Maiwald um lernwillige Asylbewerber aus Tschetschenien, Afghanistan und der Ukraine.

Sprachkenntnisse sind das A und O

Für Detlev von der Heide sind Sprachkenntnisse das A und O zur Integration. „Ich will dazu einen kleinen Beitrag leisten“, sagt er, „ich bin gern hier, die Leute sind dankbar. Und es wird relativ viel gelacht, weil Missverständnisse nicht ausbleiben.“

Gerold Homberger (78) ist pensionierter Jurist. „Der Kurs macht Spaß, ist aber auch sehr anstrengend“, räumt er ein. Neben den Erwachsenen im Kieztreff unterrichtet er zusätzlich auch Minderjährige, die ohne Eltern geflüchtet sind. „Mit den Jugendlichen macht es noch mehr Spaß“, gibt er zu, „da ist Dynamik dahinter, sie machen unwahrscheinlich schnell Fortschritte.“

Schul-Russisch ist von Vorteil

Christine Maiwald (49) ist gelernte Krankenschwester und als Wohnbereichsleiterin im Seniorenstift Sankt Josef tätig. „Ich habe geregelte Arbeitszeiten und kann mir deshalb wöchentlich diese Zeit hier abzwacken“, sagt sie. Es macht ihr sichtlich Spaß, mit den Frauen aus Tschetschenien zu kommunizieren. „Ich habe in der Schule Russisch gelernt, das ist natürlich von Vorteil“, erzählt sie.

Diesen Bonus hat Detlev von der Heide nicht. Seine tschetschenischen Schützlinge sind darauf angewiesen, jedes deutsche Wort zu verstehen. Tapfer zählen Vakha Astemirov und Ibragim Ortskhanov mit ihm beliebige Zahlen bis 500 und kommen gut voran. Zum Formulieren der Uhrzeit, was sich für die Ausländer als äußerst schwierig erweist, hat Detlev von der Heide einen Wecker mitgebracht und schon geht es leichter.

Erklärungen mit Händen und Füßen

Gerold Homberger indes erklärt mit Händen und Füßen, legt die Hände hinter die Ohren, um „Hören“ zu erläutern – und wird verstanden. Zusätzlich helfen Unterrichtsmaterial und Arbeitsblätter.

Einige Frauen bringen in die Kurse ihre Kinder mit und können sich nicht aufs Lernen konzentrieren. Andere dürfen nur in Begleitung ihrer Männer kommen. Wissbegierig sind sie, doch deutsche Pünktlichkeit haben nicht alle verinnerlicht. „Wer mehrmals ohne triftigen Grund fehlt, wird wieder auf die Wartelisten gesetzt“, sagt Anke Habelmann.

Von Elinor Wenke

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