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Teltow-Fläming Land bekennt sich zu zwei großen Bahn-Vorhaben
Lokales Teltow-Fläming Land bekennt sich zu zwei großen Bahn-Vorhaben
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17:41 23.10.2017
Der Bahnhof in Königs Wusterhausen verfügt nur über ein Bahngleis. Auf dem zweiten verkehrt die S-Bahn. Quelle: G.I.
Dahmeland-Fläming

Das Land meint es mit der Verbesserung der Bahninfrastruktur in den kommenden Jahren ernst. Diesen Eindruck erweckt zumindest der am Montag vorgestellte Entwurf des Landesnahverkehrsplanes. In dem gut 100 Seiten starken Papier verstecken sich mehrere gute Nachrichten für die Region Dahmeland-Fläming. So bekennt sich das Land unter anderem zum zweigeleisigen Ausbau des Bahnhofs Königs Wusterhausen, es stellt deutliche höhere Zugtaktungen zwischen Lübbenau und Berlin in Aussicht und strebt auch eine Anbindung von Rolls-Royce an den öffentlichen Nahverkehr an. Nur zur Frage der S-Bahn-Verlängerung nach Rangsdorf bleibt das Papier schwammig.

Bahnhof Königs Wusterhausen genießt hohe Priorität

Klar ist aber, dass in den kommenden Jahren viel Geld in den Schienenverkehr der Region fließen soll. Der Bahnhof Königs Wusterhausen ist offenbar dabei, zu einem der wichtigsten Projekte aufzurücken. Königs Wusterhausen gilt schon lange als Nadelöhr, weil der Bahnhof bislang nur eingleisig ist und deshalb die Zugtakte nicht weiter verdichtet werden können. Das wäre aber notwendig, denn Königs Wusterhausen gehört zu den Bahnhöfen mit dem größten Passagieraufkommen.

Zählt man die S-Bahn-Kunden dazu, steht Königs Wusterhausen schon jetzt hinter Potsdam und Schönefeld auf Platz drei der meistgenutzten Bahnhöfe im Land Brandenburg – und der Bedarf steigt weiter. Spätestens ab 2022 soll deshalb die Zahl der Züge, die in der Hauptverkehrszeit nach Berlin und zu zurück fahren, von zwei auf drei erhöht werden. Der RE2 soll dann zwischen Lübbenau und Berlin im Halbstundentakt verkehren. Dafür sei aber zwingend eine Erweiterung des Königs Wusterhausener Bahnhofs notwendig, sagt der Sprecher des Infrastrukturministeriums, Steffen Streu.

Entsprechend sieht der Nahverkehrsplan bereits bis Ende 2022 den Neubau eines zweiten Gleises und eine Wendegleises im Bahnhof vor. Damit das tatsächlich innerhalb von fünf Jahren geschehen kann, will das Land selbst die Vorplanungen übernehmen. „Wir sind ganz optimistisch, dass wir den Ausbau des Bahnhofs bis 2022 hinbekommen“, so Streu.

S-Bahn-Verlängerung bis Rangsdorf noch offen

Selbst planen will das Land auch auf dem Korridor BerlinDresden, zu dem auch die mögliche S-Bahn-Anbindung nach Rangsdorf gehört. Oder eine Regionalbahnlösung, mit der ebenfalls einem größeren Bedarf nachgekommen werden dürfte. Welche dieser Varianten kommt, darauf legt sich das Ministerium im Entwurf des Nahverkehrsplanes nicht fest. Laut Ministeriumssprecher Streu steht das Land aber hinter der S-Bahn-Verlängerung nach Rangsdorf. „Wir wollen diese Strecke“, sagt Streu. Bei den anstehenden Vorplanungen würde aber auch eine Regionalbahn-Lösung geprüft. Streu:„Erst wenn diese Ergebnisse vorliegen, entscheiden wir, was wir tatsächlich machen.“

Ortwin Baier (parteilos), Bürgermeister von Blankenfelde-Mahlow, kann damit erst einmal leben. „Grundsätzlich begrüße ich es, dass das Land konzeptionell arbeitet. Anders lässt sich die Entwicklung bei uns im Berliner Umland auch nicht mehr steuern“, sagt er. In einer Stellungnahme zum Landesnahverkehrsplan wolle Blankenfelde-Mahlow trotzdem noch einmal den Bedarf für die S-Bahn darstellen und die Verlängerung über Dahlewitz nach Rangsdorf fordern.

Direktverbindungen vom BER nach Ludwigsfelde und KW

Ein weiterer Schwerpunkt im Nahverkehrsplan ist die Anbindung des Flughafens BER, der nach jetzigem Stand (Verschiebung nicht ausgeschlossen) im Jahr 2019 eröffnen soll. Um dann die Fluggäste nach Schönefeld und von dort wieder weg zu bekommen, sollen ab BER-Eröffnung die S-Bahn-Linien S45 und S9 jeweils im 20 Minuten-Takt nach Berlin fahren. Damit geht auch die Inbetriebnahme der S-Bahn-Station Waßmannsdorf einher.

Darüber hinaus wird in den ersten Jahren alle 30 Minuten ein Flughafenexpress eingesetzt. Zudem sollen einmal pro Stunde Züge nach Wismar, Potsdam, Ludwigsfelde, Königs Wusterhausen, Eberswalde, Wünsdorf und Oranienburg fahren. Die Linien nach Ludwigsfelde und Oranienburg sind neu.

Nach Inbetriebnahme der Dresdner Bahn, die laut Plan etwa im Jahr 2025 erfolgen wird, soll dieses Angebot noch einmal erweitert werden. Der Flughafenexpress wird dann zwischen dem BER und Berlin-Hauptbahnhof im Viertelstundentakt verkehren und für die Strecke nur noch 20 Minuten Fahrzeit benötigen. Darüber hinaus soll dann auch noch ein Regionalexpress von Cottbus über den BER nach Berlin eingesetzt werden, sofern dann die zweigleisige Strecke zwischen Cottbus und Lübbenau fertig gestellt ist.

S-Bahn-Anschluss für Jüterbog geplant

Auch der Jüterboger Raum profitiert von Änderungen, die der Landesnahverkehrsplan vorsieht. So sollen ab Dezember 2018 zwei Züge mehr nach Falkenberg und Berlin fahren. Außerdem wird die bisherige RB80 ins Mitteldeutsche S-Bahn-Netz integriert. Damit fährt dann künftig zu den Hauptverkehrszeiten einmal stündlich die S2 von Jüterbog nach Leipzig und die S8 von Jüterbog nach Halle.

Zu kleineren Vorhaben gehören ein Fahrstuhl am Bahnhof Tropical Islands, außerdem ist ein barrierefreier Ausbau der S-Bahnhöfe Eichwalde und Zeuthen in Planung.

In den kommenden sechs Wochen können Kommunen, Verkehrsunternehmen, Verbände und Bürger Stellung dazu nehmen.

Von Oliver Fischer

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