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Teltow-Fläming Land fördert Fabrik-Abriss
Lokales Teltow-Fläming Land fördert Fabrik-Abriss
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05:53 02.12.2017
Bauamtsleiterin Ute Krüger (l.) und Nuthe-Urstromtals Bürgermeisterin Monika Nestler (Linke) mit dem Zuwendungsbescheid auf dem Daveda-Gelände. Quelle: Margrit Hahn
Woltersdorf

Das ist wohl die beste Nachricht seit langem: Die Gemeinde Nuthe-Urstromtal kann endlich die ehemaligen Teerpappefabrik Daveda in Woltersdorf abreißen. Vor wenigen Tagen kam der Zuwendungsbescheid über knapp eine halbe Million Euro von der Investitionsbank des Landes Brandenburg. „Damit sind wir die ersten im Stadt-Umland-Wettbewerb, die einen Zuwendungsbescheid erhalten haben“, freut sich Bürgermeisterin Monika Nestler (Linke).

1923 erste Havarie in der Teerpappefabrik

Das Areal in der Anhaltstraße in Woltersdorf hat eine über 100-jährige Geschichte. Vor 1919 wurden dort in den Kellerräumen Champinons gezüchtet. Später wurden die Gruben zur Lagerung von Teer genutzt. Bereits 1923 soll es zu einer Havarie gekommen sein, wobei Teer in den Untergrund gesickert war. Es folgten Auseinandersetzungen zwischen Eigentümern, Betreibern und Behörden. Daveda bot 1940 an, eine Ersatz-Wasserversorgung zu schaffen. Allerdings wurde die Vereinbarung, vermutlich wegen des Krieges, nicht eingehalten.

Gift sickerte ins Grundwasser

Als 1972 die Produktion über Nacht eingestellt wurde, blieben ober- und unterirdisch halb volle Behälter zurück. Ein Teil wurde undicht und reichte so tief, dass der Inhalt ins Grundwasser sickerte. 2005 erhielt die Gemeinde einen Bescheid des Kreises über die erforderliche Entsorgung der Altlasten.

Anwohner durften kein Brunnenwasser nutzen

Im selben Jahr wurde über das Bundesforschungsprojekt Refina eine Arbeitsgruppe gebildet und ein erstes Gutachten erstellt. Seit 2007 wird das Grundwasser kontrolliert. Im November 2009 wurde eine Anwohnerversammlung für alle betroffenen Straßen einberaumt und davor gewarnt, Wasser aus dem eigenen Brunnen zu nutzen. Die Gemeinde hat über zehn Jahre jährlich 20 000 Euro investiert. Unter anderem wurden Messstellen errichtet, um die Wasserqualität zu überprüfen. Seit 2015 wurden keine Verschlechterung festgestellt.

Rückbau der Industriebrache kann sofort beginnen

Mit dem Zuwendungsbescheid, der vor wenigen Tagen in der Gemeindeverwaltung eintraf, können jetzt endlich Nägel mit Köpfen gemacht werden. Die Gemeinde muss den Rückbau der Industriebrache zwischen November 2017 und Dezember 2018 beginnen und abschließen. Monika Nestler will, dass so schnell wie möglich begonnen wird. Die Ausschreibungen sind bereits erfolgt. Wenn es nach ihr ginge, sollte es im Februar losgehen, denn in den Sommermonaten wäre die Geruchsbelästigung für die Anwohner zu groß. Viele haben den Teergeruch seit Jahren in der Nase. Je höher die Temperaturen klettern, um so größer ist der Gestank.

Plan: E-Tankstelle und Fahrrad-Parkplätze

Insgesamt geht es um 6800 Quadratmeter, die es zu beräumen, zu entkernen und von Altlasten zu befreien gilt. Hinterher ist dort eine Grünfläche geplant. Später sollen dann eventuell eine Ladestation für Elektromobile sowie eine gesicherte Fahrradbox- eine Abstellanlage für Drahtesel gebaut werden.

„Bevor mit dem Rückbau begonnen wird, berufen wir eine Einwohnerversammlung ein, um die Anwohner über den genauen Ablauf zu informieren“, verspricht Ute Krüger, Fachbereichsleiterin Bauverwaltung. Das Projekt wird vom Landesministerium für Infrastruktur mit EU-Mitteln unterstützt. Die Gesamtkosten betragen knapp 600 000 Euro. Der Eigenanteil der Gemeinde beträgt 119 000 Euro.

Ortsvorsteher ist erleichtert

Für den Woltersdorfer Ortsvorsteher Markus Strube war die Nachricht vom Rückbau der Industriebrache in wie ein vorzeitiges Weihnachtsgeschenk: „Ich bin in Woltersdorf aufgewachsen und kenne die Problematik und Herausforderungen in Verbindung mit der Altlast Daveda“, sagt er. Zu DDR-Zeiten hatte er dort das Unterrichtsfach „Produktive Arbeit“.

Für Strube ist der Fördermittelbescheid der beste Beweis dafür, dass sich jahrelange Ausdauer und Anstrengungen gelohnt haben. „Ich hoffe, dass wir gemeinsam mit der Gemeindeverwaltung für die Nachnutzung der Fläche eine zum Dorfbild passende Lösung finden“, fügt der Ortsvorsteher hoffnungsvoll hinzu.

Von Margrit Hahn

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