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Teltow-Fläming Land fördert Gründer mit günstigem Geld
Lokales Teltow-Fläming Land fördert Gründer mit günstigem Geld
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18:10 14.03.2017
Im Auftrag des Wirtschaftsministeriums Brandenburg vergibt die Investitionsbank des Landes Mikrokredite an Jungunternehmer. Quelle: Bernd Gartenschläger
Dahmeland-Fläming

Seit inzwischen elf Monaten können Brandenburger Gründer und junge Unternehmer Geld für 1,77 Prozent Jahreszins bekommen. Sie erhalten bis zu 25 000 Euro von der Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) – ohne Sicherheiten. Und das Angebot wird gut genutzt: Bisher seien 95 Anträge bewilligt und mehr als zwei Millionen Euro an Gewerbetreibende überwiesen worden, sagt Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD). „Damit haben wir offensichtlich einen Nerv getroffen.“ Das Land will so einen Anreiz setzen, eigene Existenzen zu gründen und bestehende zu festigen.

Geld für die Gründung einer eigenen Firma zu bekommen, das ist meist nicht einfach. Oftmals verlangen Banken umfangreiche Sicherheiten und geben viel lieber große Kredite aus. Das Land Brandenburg hat zur Lösung dieses Problems im vergangenen Jahr den Mikrokredit bereitgestellt, um Jungunternehmer zu fördern.

Physiotherapie-Praxis gegründet

Im Fall von Nicole Uhlig hat der Kredit genau das ermöglicht. Im November hat sie ihre eigene Physiotherapie-Praxis PT10 in der Gemeinde Schwielochsee eröffnet. Ohne das Angebot der Investitionsbank hätte sie Praxisausstattung und Umbau der Räumlichkeiten mit einem merklich höheren Zinssatz bei ihrer Hausbank finanzieren müssen. Das hätte sie ein paar Prozent mehr gekostet, sagt Uhlig. Zwar konnte sie nicht den kompletten Betrag über die ILB finanzieren, in jedem Fall aber spart sie so Zinsen. „Ich würde definitiv wieder auf das Programm zurückgreifen“, sagt Uhlig. Es habe sich zwar ein bisschen hingezogen, bis das Geld kam, dennoch: „Der Kredit hat mir meine Selbstständigkeit ermöglicht.“

Die Konditionen des Mikrokredits Brandenburg

Existenzgründer und Jungunternehmer werden vom Wirtschaftsministerium mit dem Kredit gefördert.

Maximal zehn Jahre dürfen seit Unternehmensgründung vergangen sein.

Investitionen in Betriebsausstattung, Maschinen und Einrichtung sind eine Verwendungsmöglichkeit.

Betriebsmittelkauf oder Deckung laufender Kosten sind weitere Möglichkeiten.

1,77 Prozent Jahreszins fallen beim Mikrokredit an.

Bis zu fünf Jahre Laufzeit sind möglich, die Tilgung erfolgt in monatlichen Raten, bis zu sechs Monate ist der Kredit tilgungsfrei.

Zwischen 2000 und 25 000 Euro liegt der Darlehensbetrag.

Keine Vorfälligkeitsentschädigung bei vorzeitiger Rückzahlung, außerdem ist ein Eigenanteil nötig.

Olaf Pauli und Andreas Monterosso haben ihre Firma erst im Januar gegründet. Sie haben 25 000 Euro von der ILB erhalten und damit zwei Firmenwagen, die Beschriftung und nötige Werkzeuge für ihre Elektrotechnik-Firma in Rangsdorf bezahlt. Vor 20 Jahren hat Pauli seinen Meister gemacht. Nun sei es an der Zeit gewesen, sich selbstständig zu machen, sagt er. „Das wirtschaftliche Risiko ist aktuell nicht so hoch, daher habe ich die Chance genutzt.“ Zwar sei der Kreditantrag mit Bürokratie verbunden gewesen, aber die staatliche Förderung sei sehr zu begrüßen. „In einem Brief von der ILB haben wir erfahren, dass der Kredit mit etwa 5000 Euro vom Land gefördert ist“, sagt er. Nur so seien die geringen Zinsen möglich. Doch bevor man den Kredit beantragen könne, brauche man einen Businessplan und müsse wissen, welche wirtschaftlichen Ziele man in den nächsten zwei, drei Jahren hat, sagt Olaf Pauli. Denn zunächst gibt es bei der zuständigen Indus-trie- und Handelskammer (IHK) ein Gespräch. Die Kammer bewertet das Vorhaben der zukünftigen Unternehmer und leitet die Ergebnisse an die ILB weiter. „Das ist auch richtig so. Man sollte sich ja bewusst machen, was man erreichen muss, um erfolgreich zu sein“, sagt Pauli.

ILB prüft Anträge

Danach wird der Kreditantrag von der ILB geprüft. Aus der Bewertung der IHK entnehme die Bank Informationen wie die Markt- und Konkurrenzsituation sowie die Standortfaktoren, sagt Olav Wilms, Leiter des Förderbereichs Eigenkapital/Gründung in der ILB. „Es kann zum Beispiel je nach Lage gegebenenfalls nicht sinnvoll sein, eine Bäckerei zu eröffnen, wenn es bereits fünf andere in der Straße gibt“, sagt Wilms. Im zweiten Schritt überprüfe die Bank beispielsweise das betriebswirtschaftliche Potenzial in der jeweiligen Branche. Bei bestehenden Unternehmen, die ihre Existenz mit dem Kredit festigen wollen, prüft die Bank aber auch die Unternehmenshistorie. „Da es für den Mikrokredit keine Sicherheiten gibt, ist es umso wichtiger, einen Blick auf die Bilanzen und in die Zukunftsplanung zu werfen“, sagt Wilms. Die ILB lasse sich aber auch darlegen, wofür das Geld verwendet werden soll und überprüfe die Mittelverwendung bei Abschluss der Maßnahme.

Unternehmer: Banken haben kein Interesse an solchen Krediten

Dass es für Existenzgründer nicht einfach ist, an Geld zu kommen, hat André Stoilkov selbst erfahren. „Die Banken haben kein Interesse, solche Kredite zu vergeben“, sagt er. „Und das ist ja auch nachvollziehbar.“ Hinter vorgehaltener Hand habe er gesagt bekommen, dass sein Plan gut sei, aber er sich lieber einen Privatkredit nehmen solle. Doch Stoilkov ist froh, auf den Mikrokredit des Landes aufmerksam geworden zu sein. „So ist es viel schöner. Deutlich schöner“, sagt er. Seine Firma Anace aus Königs Wusterhausen recycelt Kaltschaum-Matratzen. Beim Zuschnitt dieser Schaumstoffkörper bleibt ein Viertel des Rohmaterials als Reststoff zurück. Mit Stoilkovs Technologie wird dieser Rest chemisch wieder verflüssigt und kann der Produktion erneut zugeführt werden. Eine enorme Einsparung des Rohstoffs Polyurethan ist die Folge.

Zehn Millionen pro Jahr stehen zur Verfügung

Zwar seien kleine Kredite auch nur ein kleines Risiko für Kreditinstitute, „aber oft ist den Banken der Betrag zu klein“, sagt Olav Wilms von der ILB. Der Ertrag genüge dann nicht, um Bearbeitungskosten und Risiko zu decken. Das Land habe festgestellt, dass es Bedarf gebe für solche Kredite ohne Sicherheiten. Es stehen zehn Millionen Euro zur Verfügung, sagt Wilms. Jährlich könnten also zwei Millionen Euro Kredite ausgegeben werden. 80 Prozent seien Mittel aus dem Europäischen Fond für regionale Entwicklung und 20 Prozent Mittel aus dem Landeshaushalt. Im Unterschied zu einem Zuschuss fließe das Geld bei diesem Förderungsprojekt nach fünf Jahren wieder zurück in den Topf, sagt Wilms. Bei einem Zuschuss kommt der Rückfluss für das Land ausschließlich über die Steuereinnahmen.

Von Johannes Zimmermann

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