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Land stellt Buslinie Potsdam – Zossen ein

Zossen, Potsdam Land stellt Buslinie Potsdam – Zossen ein

Auf längere Fahrzeiten müssen sich Bürger einstellen, die zwischen Wünsdorf-Waldstadt und Potsdam pendeln. Mit dem bevorstehenden Fahrplanwechsel fällt ab dem 10. Dezember die Buslinie 618 weg. Statt der direkten Verbindung heißt es künftig: Zweimal umsteigen bitte!

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Nur noch bis zum 9. Dezember fährt der 618er Bus.

Quelle: Josefine Sack

Zossen. Eingestellt wird die Bus-Linie 618 zum Fahrplanwechsel. Wer ab dem 10. Dezember mit dem Bus zwischen Wünsdorf-Waldstadt und Potsdam verkehren möchte, muss in Zossen und Ludwigsfelde umsteigen und damit mehr Zeit einplanen.

Auftrag- und damit Geldgeber für die Bus-Linie 618 ist das Land Brandenburg. „Die Bedienung dieser Strecke wird vom Land ersatzlos eingestellt“, so Dirk Müller, Bereichsleiter bei der Verkehrsgesellschaft Teltow-Fläming (VTF). Die VTF könne nur im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten des Kreises Ersatz anbieten. Wünsdorf werde weiter mit der Buslinie 700 bedient. Am Bahnhof Zossen könne man in die Buslinie 701 umsteigen. Diese habe in Ludwigsfelde Anschluss an die neue Plus-Bus-Linie 715 nach Potsdam, die ganzwöchig regelmäßig verkehre. Der Plus-Bus orientiert sich an den Abfahrts- und Ankunftszeiten der Regionalbahn am Bahnhof Ludwigsfelde.

Ideal wäre eine Plus-Bus-Linie von Waldstadt nach Potsdam

„Das Problem ist natürlich, wie die Menschen von der Waldstadt nach Ludwigsfelde kommen“, sagt Detlef Gärtner (SPD), Beigeordneter in der Kreisverwaltung Teltow-Fläming. Ideal wäre eine Plus-Bus-Linie auf der ganzen bisherigen 618er Strecke. Aber das könne der für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zuständige Kreis finanziell nicht stemmen. „Für den Abschnitt von Ludwigsfelde nach Waldstadt fehlen uns 400 000 Euro pro Jahr.“ Sicher verstehe er den Unmut aller Bürger und Behördenmitarbeiter, die ohnehin schon lange Wege zur Arbeit haben und nun noch längere Fahrzeiten in Kauf nehmen müssen. „Darum bleiben wir im Kreistag und in der Kreisverwaltung an diesem Thema dran.“

Erstmals informierte das Land 2015 über die beabsichtigte Einstellung der Bus-Linie. „Seit dem arbeiten wir an einer Lösung“, sagt Gärtner. Leider hätten Kreis und VTF erfolglos beim Land angemahnt, die Linie 618 weiterzubetreiben, so Dirk Müller. Das Fahrgastaufkommen würde eine Weiterbetreibung rechtfertigen. So argumentierten auch die Zossener Stadtverordneten in einem an Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) und den Kreis gerichteten offenen Brief. Darin heißt es, dass täglich bis zu 900 Fahrgäste die Linie nutzten, die 1998 ursprünglich als „Beamten-Shuttle“ zu den Behörden in Wünsdorf-Waldstadt eingerichtet wurde. Vor allem ältere Zossener fahren mit dem  618er Linienbus, um Termine bei Fachärzten in Potsdam und im Krankenhaus Ludwigsfelde wahrzunehmen. Nicht zuletzt würde den Bürgern der Zugang zu überregional bedeutsamen kulturellen Einrichtungen und Landesbehörden in Potsdam erleichtert. Aus diesen Gründen sprachen sich die Stadtverordneten einstimmig für den Erhalt der direkten Busverbindung in die Landeshauptstadt aus.

Für Behördenmitarbeiter ohne Pkw verlängert sich die Fahrzeit

Für die Linie 618 sprachen sich auch Franz Schopper, Leiter des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum, und der Personalratsvorsitzende Matthias Metzler aus. Beide wandten sich mit zwei Briefen an Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD). Metzler zufolge habe man auf Probleme bei der Einstellung der Linie hingewiesen. Für einige Beschäftigte ohne Pkw verlängerten sich die Fahrzeiten deutlich. Das treffe auch auf Besucher wie Archivnutzer, Architekten und Planer sowie für Kooperationspartner wie Studenten der Fachhochschule und Uni Potsdam zu. Weiter könne es Probleme bei der Besetzung offener Stellen wegen der unattraktiven ÖPNV-Anbindung geben. In ihren Antwortschreiben habe Ministerin Schneider mitgeteilt, dass die Linie  618 „nicht die Kriterien einer landesbedeutsamen Buslinie“ erfülle und daher die Finanzierung zu beenden sei. Möglichkeiten zu Taktverdichtungen und Anschlussverbindungen würden geprüft.

www.vtf-online.de: Auf der VTF-Homepage stehen die voraussichtlichen neuen Busfahrpläne.

Von Frank Pechhold

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