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Teltow-Fläming Land und Bund machen Millionen locker
Lokales Teltow-Fläming Land und Bund machen Millionen locker
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20:55 29.05.2015
Links die sanierte und bewohnte Kaserne aus preußischer Zeit, rechts eine Ruine im Stadtteil Jüterbog II. Quelle: Martina Burghardt
Jüterbog

In den nächsten zehn Jahren könnten schätzungsweise elf Millionen Euro in den Stadtteil Jüterbog II fließen. Davon kommen sieben Millionen Euro aus dem Städtebauförderprogramm „Soziale Stadt – Investitionen im Quartier“, 2,3 Millionen Euro aus der Stadtkasse, der Rest unter anderem von privaten Investoren.

„Ziel ist es, Jüterbog II als einen attraktiven Wohn- und Lebensort für eine vielfältige Bewohnerschaft zu entwickeln und nachhaltig zu stärken“, heißt es in der Begründung für den Beschluss der Stadtverordnetenversammlung. Um an das Geld zu kommen, musste erneut eine Untersuchung gestartet und ein Konzept erarbeitet werden. Es gilt als „zentrales Leitdokument“ für die „nachhaltige planungsrechtliche Steuerung der Stadtentwicklung“ in Jüterbog II. Noch ist es nicht in Stein gemeißelt, Bürger und Behörden können – wie bei allen Planungen – ihren Standpunkt dazu äußern.

Bevölkerungsstatistik

98 Einwohner lebten 1992 nach dem Abzug der russischen Armee in Jüterbog II.

Bis 1999 stiegt die Bevölkerungszahl in dem Stadtteil auf mehr als 1000 Einwohner an.


In den Folgejahren nahm die Zahl ab, seit 2006 wieder zu. Seit 2011 werden in Jüterbog II mehr Weg- als Zuzüge registriert.

1100 Einwohner hat Jüterbog II aktuell. Das entspricht etwa neun Prozent der gesamten Bevölkerung der Stadt Jüterbog (mit rund 12 400 Einwohnern).

Der Anteil der unter 14-Jährigen hat sich entgegen dem allgemeinen Trend in Jüterbog II mehr als verdoppelt. Ein Drittel der Einwohner ist unter 25 Jahre alt (in der Gesamtstadt ist es weniger als ein Fünftel).

Immer wieder hatte es in der Vergangenheit Anläufe gegeben, den Stadtteil aufzuwerten. Im Archiv dürften sich die Planungsunterlagen stapeln. „Jetzt müssen Altlasten entsorgt und Gebäude saniert werden“, hieß es beispielsweise vor 15 Jahren in den Werbebroschüren für das Expo-2000-Kooperationsprojekt „Konversion im Städtekranz um Berlin“. Das „Jetzt“ ist relativ, weiß man heute.

Der Aufschwung des bis Anfang der 1990er Jahre militärisch genutzten Stadtteils war da schon ins Stocken geraten. Investoren, die nach dem Abzug der russischen Truppen mit dem Flughafenbau rechneten, hatten sich verspekuliert. Seitdem bilden modernisierte und verfallende, meist denkmalgeschützte Gebäude einen absurden Kontrast. Trotzdem: Im Moment ist Jüterbog II wieder im Kommen, obwohl rein statistisch die Zahl derjenigen, die wegziehen, größer ist als die der Zuzügler.

Der Aufwind könnte sich verstärken, wenn das von den Stadtverordneten in dieser Woche beschlossene Entwicklungskonzept greift. Die Sanierung von Gebäuden, die Verbesserung der Infrastruktur und überhaupt alles, was das Leben in einem Stadtteil angenehm machen könnte, soll mit Hilfe des neuen Förderprogramms gelingen. Dabei ist nicht nur Geld, sondern auch Geduld gefragt. Das Mitspracherecht genießt übrigens einen besonderen Stellenwert in dem Förderprogramm.

Einen Anstoß fürs Bemühen um Fördermittel gab die Treppe am Bahnhof. Sie ist – abgesehen vom Gehweg entlang der B102 und der sanierungswürdigen Millionenbrücke – die einzige Möglichkeit, zu Fuß nach Jüterbog II zu kommen. Vorgesehen ist deshalb der Bau eines Fahrstuhls. Auch die Wege vom Bahnhof zur Lindenstraße und zur Bergstraße sollen erneuert und beleuchtet werden.

Auch und gerade der immer wieder in der Kritik stehende miserable Zustand der Straßen findet in dem neuen Konzept seinen Niederschlag. Zunächst – so heißt es im Entwurf – sollen die Park-, die Linden- und die Brückenstraße ausgebaut werden, dann die Weßlau- und die Bergstraße sowie der Gartenweg. Der Zeitrahmen ist allerdings weit gefasst – bis 2028. Ungefähr dann könnte es in Jüterbog II auch einen neuen Pendlerparkplatz in Bahnhofsnähe geben.

Von Martina Burghardt

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