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Teltow-Fläming Landkreis findet in Gießen einen Klima-Zwilling
Lokales Teltow-Fläming Landkreis findet in Gießen einen Klima-Zwilling
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11:40 20.07.2016
Einig in Sachen Klimaschutz: Die beiden Experten aus dem Landkreis Gießen Björn Kühnl und Manfred Felske-Zech mit ihren Kollegen vom Landkreis Teltow-Fläming Manfred Fechner, Werina Neumann, Andreas Bleschke und dem technischen Leiter des SBAZV, Hans-Joachim Peters (v.l.n.r.). Quelle: Hartmut F. Reck
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Luckenwalde

Wie Zwillinge wirken der oberhessische Landkreis Gießen und der südbrandenburgische Landkreis Teltow-Fläming nun nicht gerade. Aber nach Auffassung von Verwaltungsexperten sind beide Kreise in ihrer Struktur sehr ähnlich. Das fällt zwar auch schwer zu glauben, denn der Kreis Gießen hat rund 260 000 Einwohner und Teltow-Fläming fast 100 000 weniger. Dafür ist der Kreis Gießen mit seinen 854 Quadratkilometer Fläche deutlich kleiner als Teltow-Fläming mit 2100 Quadratkilometern. Bei der Zahl der Gemeinden und Städte nähert man sich dagegen schon an. Teltow-Fläming hat 14, der Kreis Gießen 18, wobei die Kreisstadt Gießen dominierend und zudem eine bedeutende Universitätsstadt ist. Da kann die Kreisstadt Luckenwalde nicht ganz mithalten. Dafür haben beide Landkreise eine weibliche Doppelspitze, also jeweils eine Landrätin und eine Erste Beigeordnete.

Begegnung auf Augenhöhe

Vielleicht liegt es daran, dass sich beide Landkreise ähnlich stark beim Thema Klimaschutz ins Zeug legen und sich hierbei auf Augenhöhe begegnen können. Das hat auch dazu geführt, dass beide unter zahlreichen Bewerbern zu den 20 Gebietskörperschaften in Deutschland gehören, die vom Bundesumweltministerium ausgewählt wurden, an dem zunächst einjährigen Projekt „Regio-Twin – Partnerschaften für Klimaschutz“ teilzunehmen. Teltow-Fläming ist der einzige ostdeutsche Teilnehmer im Projektzeitraum 2016/2017.

Bei dem Projekt wurden jeder Region eine Partnerregion zugewiesen, die nach Struktur und Interessenschwerpunkt ähnlich ist. Und die nennen sich jetzt „Twinning-Partner“ und haben sich gleich zusammengetan.

So nutzten Manfred Felske-Zech, Leiter der Stabsstelle Wirtschaftsförderung, Tourismus und Kreisentwicklung, und Björn Kühnl, Masterplanmanager des Kreises Gießen zur Erarbeitung eines Konzepts, das die Region künftig ausschließlich mit erneuerbaren Energien versorgt wird, die Gelegenheit, am Rande einer Fachtagung in Berlin, den Zwillingspartner zu besuchen.

Erstes Arbeitsgespräch

Im Luckenwalder Kreishaus fand zunächst ein erstes gemeinsames Arbeitsgespräch mit dem hiesigen Umweltamtsleiter Manfred Fechner, dem Klimaschutzbeauftragten Andreas Bleschke und seiner Mitarbeiterin Werina Neumann statt. Schließlich soll man künftig unter anderem einen gegenseitigen Wissens- und Erfahrungsaustausch vornehmen über Klimaschutzmaßnahmen im Kommunalbereich. Schwerpunkte sollen dabei klimaschützende Maßnahmen innerhalb der jeweiligen Verwaltung, die Förderung der Elektromobilität, Energieberatungen in Schulen, Nachbarschaft und Unternehmen und regelmäßige regionale Klimaschutzaktivitäten sein. So haben es die beiden Landrätinnen Anita Schneider (SPD) aus Gießen und Kornelia Wehlan (Linke) aus Teltow-Fläming schriftlich vereinbart. „Wir freuen uns auf die Weitergabe unseres Wissens sowie auf neue Klimaschutzimpulse“, so Wehlan.

Nach dem ersten Arbeitsgespräch brachte man die hessischen Kollegen zur Abfalldeponie Frankenfelder Berg des Südbrandenburgischen Abfallzweckverbands (SBAZV) in Luckenwalde. Der technische Leiter Hans-Joachim Peters zeigte, wie mit zwei Blockheizkraftwerken und einer Photovoltaikanlage auf dem abgedichteten Deponiekörper Strom und Fernwärme produziert wird. Anschließend ging es noch nach Trebbin, wo ihnen Bürgermeister Thomas Berger (CDU) seine Elektroauto-Ladesäulen zeigte.

Von Hartmut F. Reck

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