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Landkreise auf Unwetter vorbereitet

Tiefdruckgebiet Elvira Landkreise auf Unwetter vorbereitet

Dem Nordosten Deutschlands steht laut den Vorhersagesystemen des Deutschen Wetterdienstes eine ungemütliche Woche bevor. Es soll gewittern – und das mehrfach und womöglich auch heftig. Feuerwehren und Ordnungsämter der Landkreise sind alarmiert, man wähnt sich aber auf alles vorbereitet.

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Meteorologen sagen für die kommenden Tage gleich mehrfach starke Gewitter voraus.

Quelle: dpa

Dahmeland-Fläming. Unwetter, Unwetter, Unwetter, Unwetter. So ungefähr sehen die Wetterprognosen für den Osten Deutschlands in den kommenden vier Tagen aus. Die Wahrscheinlichkeit für Sturmböen und Starkregen sei an allen Tagen hoch, heißt es beim Deutschen Wetterdienst. Gelegentliche Hagelschauer seien möglich. Sogar Tornados seien nicht ausgeschlossen, weil die Wetterfronten, die Sonneneinstrahlung, die Windverhältnisse in der Atmosphäre und der Auftrieb, den Meteorologen „Hebung“ nennen, sich zu einer explosiven Mischung zusammenfinden. Bei den Katastrophenschützern stehen für diese Woche die Zeichen also auf Alarm.

Hintergrund

In den kommenden Tagen bleibt es laut Deutschem Wetterdienst warm bei Höchsttemperaturen zwischen 24 und 27 Grad. Für Dienstag, Mittwoch und Donnerstag werden kräftige Schauer erwartet, örtlich kann es starke Gewitter und Unwetter mit stürmischen Böen geben.

Meteorologen können mit computergesteuerten Berechnungsmodellen allerdings nur Gewitterpotenziale berechnen. Wann und wo sich ein Gewitter entlädt, ist nicht genau vorhersagbar. Aktuelle Unwetterwarnungen können im Internet abgerufen werden unter www.dwd.de

Für das Katwarn-System des Landkreises Dahme-Spreewald können sich Interessierte einfach per SMS registrieren. Sie müssen lediglich eine Nachricht mit dem Stichwort Katwarn und ihrer Postleitzahl an Tel.  01 63/7 55 88 42 schicken. Anschließend gibt es Warnungen direkt aufs Telefon.

Verantwortlich für Katastrophenschutz sind die Landkreise, die wiederum eng mit den Feuerwehren zusammenarbeiten. Im Landkreis Teltow-Fläming läuft im Katastrophenfall alles bei Kreisbrandmeister Gerd Heine zusammen – und seiner extra ins Leben gerufenen Koordinierungsgruppe. Das System funktioniert so, dass grundsätzlich zwei Diensthabende eingeteilt sind, die rund um die Uhr erreicht werden und im Ernstfall Einsätze steuern können.

Außerdem gebe es eine Rufbereitschaft im Feuerwehrtechnischen Zentrum in Luckenwalde, wo Spezialgeräte für Notfälle lagern, sagt Heine. In Luckenwalde gibt es Ausrüstung für einen plötzlichen Massenanfall von Verletzten, spezielle Sanitätsausrüstung, besonderes Material, das bei Tierseuchen zum Einsatz kommt, und verschiedene Schutzausrüstung. „Nur Sandsäcke haben wir nicht mehr“, sagt Heine. Die Hochwassergefahr im Landkreis Teltow-Fläming ist zu gering.

Ausrücke-Ordnung für jede Gemeinde festgelegt

Zum Konzept gehört weiterhin die Ausrücke-Ordnung, die für jedes erdenkliche Szenario und jede Gemeinde bei der Leitstelle hinterlegt ist. „Wenn eine Meldung über einen Notfall bei der Leitstelle eingeht, etwa eine Überschwemmung, dann wissen die Verantwortlichen sofort, welche Wehren, welche Fahrzeuge und welche Technik angefordert werden müssen“, sagt die im Landkreis Dahme-Spreewald zuständige Ordnungsamtsleiterin Silvia Enders. Diese automatisierten Abläufe stellen sicher, dass die Feuerwehr in der Regel mit der geeigneten Technik und der geeigneten Mannschaftsstärke am Einsatzort ankommt.

Den Wehren kommt dabei inzwischen auch ihre Erfahrung zugute, denn in den vergangenen Jahren haben extreme Wetterereignisse zugenommen, entsprechende Einsätze wurden häufiger. Erst in der vergangenen Woche haben die Feuerwehrleute der Region ihre Einsatzbereitschaft bei Unwetter großräumig erproben können. Ein schweres Gewitter hatte am Montagabend Regenfälle mit bis zu 60 Litern Wasser pro Quadratmeter mit sich gebracht. In der Region liefen zahlreiche Keller voll, viele Bäume fielen den Sturmböen zum Opfer.

„50 bis 60 Liter bekommen wir hin“

„Wir versuchen immer, die Verkehrswege offenzuhalten“, sagt Gerd Heine. Wenn Bäume auf der Straße liegen oder Straßen überflutet werden, habe das Priorität. „Wenn mal 50 oder 60 Liter herunterkommen, das bekommen wir schon hin. Aber solche Ereignisse wie am Sonntag in Baden-Württemberg sind natürlich unnormal“, so Heine. Dort waren örtlich innerhalb kürzester Zeit bis zu 120 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen. Das Wasser verwandelte Straßen in Sturzbäche, in den Fluten kamen Menschen ums Leben.

Beim Abwenden von Personenschäden könne die Bevölkerung auch mithelfen, sagt Heine. „Wer von einer Unwetterwarnung hört, der sollte möglichst zu Hause bleiben – oder wenigstens nicht mit dem Auto durch Bahnunterführungen fahren. Das sind die tiefsten Punkte, in denen sich das Wasser sammelt und wo die Autos stecken bleiben.“ Immer wieder müssen Feuerwehrleute Autofahrer aus misslichen Situationen in Tunneln befreien, in Trebbin genauso wie in Luckenwalde oder auch in Ludwigsfelde.

Um die Bürger rechtzeitig vor Gefahrensituationen warnen zu können, hat der Landkreis Dahme-Spreewald bereits im Jahr 2013 das Katastrophensystem Katwarn freigeschaltet. Seither können sich Bürger kostenlos an dem System anmelden und bekommen in Gefahrensituationen detaillierte Warnungen – etwa vor extremen Unwettern – per SMS oder Smartphone-App aufs Telefon.

Von Oliver Fischer

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