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Landwirtschaftsbrücke abgerissen

Genshagen Landwirtschaftsbrücke abgerissen

Der Ludwigsfelder Bürgermeister Andreas Igel (SPD) ist wütend auf das Land, nach seinen Worten wurde die Brücke über den Großbeerener Graben im Ortsteil Genshagen ohne Vorwarnung abgerissen.

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Hier führt keine Brücke mehr über den Großbeerener Graben.

Quelle: Foto Abromeit

Genshagen. Seit Mittwoch kommen Landwirte und Wanderer, Angler oder Radfahrer am Großbeerener Graben bei Genshagen nicht mehr weiter  – die Brücke ist weg. Mehr als ein Jahrzehnt hatten sich die Stadt Ludwigsfelde und das Land um Ersatz oder Erneuerung dieses maroden Bauwerks in der Ortsteilgemarkung gestritten. Niemand hatte Geld für die Landwirtschaftsverbindungen in Wald und Flur.

Mit einem Bagger ließ das Landesamt für Umwelt (LfU) nun die Genshagener Brücke abreißen. Sie war die erste einer Rückbauserie im Gebiet des Wasser-Boden-Verbandes Dahme-Notte. Weitere folgen,so die Buckowbrücke über den Nottekanal in Zossen, die Brücken über den Muckergraben in Gallun und das Hammerfließ in Schöbendorf. Daneben sind diverse Rohrdurchlässe an Verbindungswegen sanierungsbedürftig. „Alle Bauwerke haben eine große Bedeutung für die Land- und Forstwirtschaft und für den Tourismus“, das sagt neben Landwirten und Bürgermeistern betroffener Gemeinden auch Torsten Woitke, Geschäftsführer des Wasser- und Bodenverbandes mit Sitz in Gallun. Und er sagt: „Die Kommunen sind mit diesen sehr teuren Infrastrukturmaßnahmen überfordert.“ Für die Agrargenossenschaft Großmachnow war die Zülowkanal-Brücke so wichtig, dass sie vor zwei Jahren selbst 100 000 Euro für eine neue Verbindung investierte.

„Hatten keine Chance, Ortsbeirat oder Stadtverordnete zu informieren“

Ebenso wie der Genshagener Ortsvorsteher Dirk Houschka war man im Rathaus Ludwigsfelde vom Abriss überrascht. Gerade war der Beschluss für die Stadtverordneten zum Förderantrag Brückenneubau fertig, um nach dem Abriss den nahtlosen Ersatz der mehr als 100 Jahre alten Verbindung sicherzustellen. Doch anders als vereinbart sei jetzt ohne Vorwarnung abgerissen worden, sagte der Ludwigsfelder Bürgermeister Andreas Igel (SPD). Noch Mittwochfrüh habe die Verwaltung eine Mail bekommen, dass die Stadt vorher informiert werde. „Nun hatten wir keine Chance, den Ortsbeirat oder die Stadtverordneten zu informieren. Zusammenarbeit sieht anders aus“, so Igel. Und er fragt: „Wie ernst nimmt man beim Land eigentlich Kommunen? Das macht mich sehr wütend.“

Beim LfU ist man sich keiner Schuld bewusst, Sprecher Thomas Frey verweist auf die langen Verhandlungen. Das LfU habe der Stadt Angebote unterbreitet, darunter die kostenfreie Brückenübertragung einschließlich eines Finanzierungszuschusses in voraussichtlicher Abrisskostenhöhe, und die Stadt sei auf Fördermöglichkeiten verwiesen worden. Außerdem sei der Stadt spätestens seit einem Ministeriumsgespräch 2016 der Abriss bekannt gewesen. Zudem habe das Landesamt wegen der hohen Gefährdung schnell handeln müssen, so Frey, und der Abriss sei auf dem Vergabemarktplatz des Landes bekannt gemacht worden. Am 17. Mai sei die Stadt vor Beginn informiert gewesen. Beim Abriss wurde das tatsächliche Ausmaß der Baufälligkeit sichtbar, erklärt der Sprecher. Dass die Arbeiten unerwartet nur einen Tag dauerten zeige, wie zerfallen die Brücke war, so Frey. Wann sie ersetzt wird, ist derzeit offen.

Von Jutta Abromeit

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