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Lebensgefährliche Straßenlaternen in Rangsdorf

Jetzt ist es dunkel Lebensgefährliche Straßenlaternen in Rangsdorf

Niederschmetternd – anders kann man das Ergebnis eines Gutachtens zur Straßenbeleuchtung in Rangsdorf kaum zusammenfassen. Es bestand sogar Lebensgefahr. Nun wagt die FDP einen neuen Anlauf für einen zusätzlichen Elektriker und fordert mehr Geld, damit die Straßen im Ort bald wieder leuchten.

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Die Laternen in Rangsdorf sind mittlerweile abgeschaltet.

Quelle: Zielke

Rangsdorf. Der Zustand der Rangsdorfer Straßenbeleuchtung ist offenbar schlimmer als befürchtet. „Es besteht Gefahr für Mensch und Tier“, zitierte Bürgermeister Klaus Rocher (FDP) am Dienstag im Bauausschuss aus einem Gutachten vom Mai dieses Jahres.

Elektriker kommt mit Arbeit nicht nach

Der Elektriker des kommunalen Bauhofs, der seit dem 12. Juni die Beleuchtung im Bereich der Winterfeldallee überprüft, komme mit der Arbeit kaum nach. Da er für jede Laterne bis zu vier Stunden Zeit braucht, wird er dort voraussichtlich noch bis Ende Juli zu tun haben. Bis alle mehr als 1000 Leuchten und 70 Kilometer Kabel geprüft sind, wird es voraussichtlich bis Mitte Oktober dauern. Die FDP fordert nun, einen zweiten Elektriker für zwei Jahre einzustellen und einen Nachtragshaushalt für die Reparatur und den Neubau der Beleuchtung zu erarbeiten. „Mit einem so katastrophalen Ergebnis habe ich nicht gerechnet. Wir wollen, dass die Beleuchtung im Winter wieder funktioniert“, sagte Jan Mühlmann-Skupien, der FDP-Fraktionsvorsitzende. Die Unsicherheit im Ort sei abends spürbar, zudem könne man nicht hinnehmen, dass Kinder in der Dunkelheit zur Schule gehen müssen.

Kritik von den Linken

Hartmut Rex (Linke) kritisierte den Bürgermeister, der zugegeben hatte, schon 2014 erste Anzeichen für die Probleme mit der Straßenbeleuchtung gesehen zu haben. „Wenn Sie damals Kenntnis hatten, hätten Sie viel früher Geld beantragen müssen, anstatt der Gemeindevertretung den Schwarzen Peter zuzuschieben.“ Dies hatte Rocher getan, indem er erneut darauf verwies, dass die Gemeindevertreter ihm zum wiederholten Mal keinen zweiten Elektriker für den Bauhof genehmigt hatten.

Rocher räumt Versäumnis ein

Ralf von der Bank (AfR) erinnerte den Bürgermeister daran, dass dieser schon seit 2003 im Amt ist und damit die Verantwortung dafür trägt, dass die Straßenbeleuchtung wie vorgeschrieben alle vier Jahre überprüft wird. „Ich schaffe es nicht, in jede Akte zu gucken“, räumte Rocher ein. Erst nachdem ihm klar geworden sei, dass die Prüfprotokolle der vergangenen Jahre fehlen, habe er sich Anfang Juli entschieden, die Beleuchtung abschalten zu lassen. Rocher gab zu, auf Zeit gespielt zu haben, sonst hätte er die Beleuchtung wohl schon früher vom Netz genommen. „Davor habe ich mich gesträubt. In Zukunft werde ich anders handeln“, sagte er selbstkritisch.

Hintergrund

97 000 Euro hat die Gemeindevertretung am 30. Juni für die Überprüfung der Beleuchtung in Rangsdorf und die Reparatur der Laternen in Klein Kienitz bereitgestellt.

In Klein Kienitz sollen die Laternen spätestens im Oktober wieder leuchten. Im August will Bürgermeister Klaus Rocher die Reparatur der im November abgeschalteten Leuchten beauftragen.

Den tatsächlichen Zustand der Beleuchtung hatte Rocher offenbar unterschätzt. Für die zum Teil noch aus DDR-Zeiten stammenden Laternen gibt es oft keine Ersatzteile mehr. Oft wurden auch einfach zusätzliche Leuchten an die Stromkreise angeklemmt – mit der Folge, dass die Widerstände so groß waren, dass im Notfall die Sicherung versagt hätte.

Von Christian Zielke

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