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Legehennen-Stall in Wiesenhagen abgelehnt

Votum gegen Massentierhaltung Legehennen-Stall in Wiesenhagen abgelehnt

Ein Investor plant einen Groß-Stallanlage für knapp 15 000 Legehennen in Wiesenhagen. Doch die Stadt und der Ortsbeirat lehnen das Vorhaben ab. Vor allem Wiesenhagns Ortsvorsteherin Grit Bauer setzte sich vehement gegen das Groß-Projekt ein. Sie wies auf negative Folgen für Mensch und Umwelt hin.

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Frische Eier sind beliebt– aber eine Massenhennen-Anlage in Wiesenhagen wird abgelehnt.

Quelle: dpa

Wiesenhagen. Auf einer Fläche von 16 Hektar will ein Investor in Wiesenhagen eine Stallanlage für 14 990 Legehennen errichten. Doch er stößt mit seinem Vorhaben auf heftigen Gegenwind. Sowohl die Stadt Trebbin, die den gemeindlichen Segen erteilen müsste, als auch die Wiesenhagener selbst lehnen einen Hühnerstall im XXL-Format ab.

Trebbins Bauamtsleiter Klaus-Dieter Huschke plädierte in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses dafür, das Ansinnen abzulehnen. „Das Vorhaben entspricht nicht unserem Flächennutzungsplan“, sagte er, „die Stallanlage würde mitten in der Landschaft liegen und Freiräume zersiedeln.“ Außerdem befänden sich auf diesem Areal Rastplätze für Zugvögel, die geschützt werden müssten. „Und Legehennen sind nun mal keine Zugvögel“, scherzte Ausschussvorsitzender Ralf Marschall (CDU).

Hintergrund

Der Investor plant die Stallanlage für knapp 15 000 Legehennen in Freilandhaltung in Wiesenhagen östlich der Bundesstraße B101.

Rund 17 Prozent der Legehennen in Deutschland leben in Freilandhaltung – meistens in Betrieben mit bis zu 30 000 Tieren. 63 Prozent und damit der größte Teil leben in Bodenhaltung, nur noch 13 Prozent in Käfighaltung.

In Freilandhaltung leben die Hennen unter ähnlichen Bedingungen wie in der Bodenhaltung, erhalten aber tagsüber Auslauf im Freien. Fehlen Unterschlupfmöglichkeiten, wird der Auslauf von den Tieren kaum genutzt.

Bei der Planung einer Kapazität von unter 15 000 Tieren ist ein sogenanntes Bundesimmissionsschutzverfahren nicht erforderlich.

Wiesenhagens Ortsvorsteherin Grit Bauer machte in einer emotionalen Rede auf die befürchteten Umweltbelastungen für das Dorf und die Region aufmerksam. „Bei Legehennen fallen täglich 80 Gramm Kot pro Tier an. Das sind bei 14 990 Legehennen pro Tag 1,2 Tonnen Kot“, sagte sie, „das entspricht 37 Tonnen pro Monat und einer Jahreskotmenge von mindestens 438 Tonnen.“

Die geplante Stallanlage würde direkt an zwei Gräben angrenzen, wodurch laut Ortsvorsteherin die Gefahr einer Ausschwemmung oder eines Eintrags ins Oberflächenwasser und ins Grabensystem bestehe. Laut EG-Wasserrahmenrichtlinie gelte es jedoch, Pflanzen und Fische in Gewässern zu schützen, Bäche und Flüsse für allen Lebewesen durchgängig zu halten, naturnahe Uferzonen zu schützen und Schadstoff-Grenzwerte einzuhalten.

Massiver Einsatz von Antibiotika befürchtet

„Die Anlage würde das Landschaftsbild zerschneiden“, sagte Grit Bauer, auch die infrastrukturelle Anbindung sei nicht ausreichend, was wiederum die Umwelt beeinträchtigen würde. Das Votum des Ortsbeirates Wiesenhagen fällt eindeutig aus: Nein zur Legehennenanlage!

Den Stadtverordneten legte die Ortsvorsteherin ans Herz: „In Zeiten eines erfolgreichen Volksbegehrens gegen Massentierhaltung in Brandenburg sind Sie gut beraten, gegen diese große Anlage zu stimmen.“ Es gehe nicht nur darum, Belästigungen für den Menschen zu vermeiden, sondern auch um das Tierwohl. „Wir befürchten einen massiven Einsatz von Antibiotika“, sagte Grit Bauer. Sie bezweifelt zudem, dass der Investor wie gefordert 50 Prozent der benötigten Futtermenge selbst anbauen kann. „Ich fürchte nur, dass gute Anwälte im Gesetzes-Dschungel Schlupflöcher finden“, so Grit Bauer. Auch die geplanten Ausgleichsmaßnahmen würden nichts an einer massiven Umweltgefährdung ändern, sagte Bauer.

Die Mitglieder des städtischen Bauausschusses sprachen sich einstimmig dafür aus, das Bauvorhaben abzulehnen.

Von Elinor Wenke

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