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Legionellen in der Sporthalle

Rangsdorf (Teltow-Fläming) Legionellen in der Sporthalle

In mehreren öffentlichen Gebäuden in Rangsdorf, darunter in einer Sporthalle, hat das Gesundheitsamt eine erhöhte Konzentration von Legionellen gefunden. Grund zur Panik besteht laut Gemeinde nicht. Dennoch warnt sie davor, das Wasser aus den Leitungen zu trinken. Die Suche nach der Ursache der Verunreinigung läuft.

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Nutzer der Rangsdorfer Erwin-Benke-Sporthalle sollten derzeit kein Leitungswasser trinken. Bei Proben wurden dort Legionellen gefunden.

Quelle: Foto: Zielke

Rangsdorf. In mehreren öffentlichen Gebäuden in Rangsdorf sind Legionellen-Bakterien aufgetreten. Das ergab eine Anfrage des Gemeindevertreters Hartmut Rex (Linke) am Dienstag im Bauausschuss. Ein besorgter Vater hatte sich an ihn gewandt, weil seit kurzem an der Tür der Erwin-Benke-Sporthalle ein Warnhinweis der Gemeinde ausgehängt ist.

Laut Bürgermeister Klaus Rocher (FDP) hat das Gesundheitsamt bei der vorgeschriebenen jährlichen Wasserkontrolle Ende November in mehreren öffentlichen Einrichtungen erhöhte Legionellenwerte festgestellt. Neben der Erwin-Benke-Sporthalle seien auch die Kita „Schwalbennest“, die Oberschule Rangsdorf und die Mehrzweckhalle Groß Machnow betroffen. Überall dort sei der Grenzwert für Legionellen im Warmwasser erhöht gewesen. „Wir haben umgehend reagiert“, sagt Rocher. Die betroffenen Wasserkreisläufe in den Gebäuden seien intensiv gespült worden, zudem seien die Nutzer noch vor Weihnachten davor gewarnt worden, das Wasser aus den dortigen Leitungen zu trinken.

Gutachten soll Ursache für Legionellenbelastung ermitteln

Wie das Gesundheitsamt Teltow-Fläming auf Nachfrage der MAZ mitteilt, fand man die erhöhte Legionellenkonzentration an einem Waschbecken in der Mädchen-Umkleide. Die Konzentration ist jedoch nicht so hoch, dass ein Duschverbot oder eine Sperrung der für Schul- und Vereinssport so wichtigen Halle gerechtfertigt seien. Dennoch hat das Gesundheitsamt die Gemeinde zu einer Gefährdungsanalyse aufgefordert. Ein VDI-geprüfter Sachverständiger muss nun im Auftrag der Gemeinde ein Gutachten erstellen. Nach Auskunft des Bürgermeisters soll dies noch in dieser, spätestens in der kommenden Woche passieren.

Ziel der Untersuchung sei es, die Ursache für die Legionellenkontamination zu finden. Dazu muss die gesamte Anlage in der Sporthalle untersucht werden. Dies ist laut Gesundheitsamt unbedingt erforderlich. „Wenn man die Ursachen nicht kennt, sollte man keine überstürzten Maßnahmen wie eine Anlagendesinfektion durchführen“, heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme. Solche Maßnahmen seien meist nicht nachhaltig und können sogar zu erheblichen Schäden an der Trinkwasserinstallation führen. Bislang seien der Behörde keine Krankheitsfälle durch Legionellen in Rangsdorf bekannt.

KMS: Trinkwasser ist in Ordnung

Mit hoher Wahrscheinlichkeit liegt die Ursache für die Bakterienbelastung in der Warmwasseraufbereitung der Turnhalle. Wie Heike Nicolaus, die Vorsteherin des KMS, mitteilt, sei das Wasser in den Trinkwasserleitungen einwandfrei.

Bürgermeister Klaus Rocher vermutet einen anderen „Schuldigen“: den Verbrühschutz. Diese technischen Vorrichtungen sind in sämtlichen öffentlichen Kindereinrichtungen vorgeschrieben und sorgen dafür, dass Warmwasser mit maximal 45 Grad aus dem Hahn kommt, so dass Kinder sich nicht verbrühen. Um Legionellen abzutöten, braucht man aber mindestes 60 Grad im Warmwassersystem. Beim Spülen der Anlage müsse der Verbrühschutz deaktiviert werden. Rocher: „Das ist der Fluch der modernen Technik und des Komforts.“

Von Christian Zielke

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