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Teltow-Fläming Lehrermangel: Woidke bekommt Brandbrief
Lokales Teltow-Fläming Lehrermangel: Woidke bekommt Brandbrief
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09:02 21.07.2016
Stadtverordnete protestieren gegen den Lehrermangel und den Unterrichtsausfall in Luckenwalde. Quelle: dpa
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Luckenwalde

Mit einem Hilferuf oder zumindest einem Hilfe-Ersuchen wendet sich die Luckenwalder Stadtverordnetenversammlung (SVV) schriftlich an Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD). Es geht um Lehrermangel und den damit verbundenen Stundenausfall an den Luckenwalder Schulen.

Fraktionsübergreifender Brandbrief

Entworfen haben dieses Schreiben die Stadtverordneten Sabine Bölter (Linke) und Nadine Walbrach (CDU) sowie die Stadtverordnetenvorsitzende Heidemarie Migulla (Linke). Sie hat dieses Schreiben gemeinsam mit den drei Fraktionsvorsitzenden von den Linken, SPD und CDU unterschrieben, nachdem es die Stadtverordneten am Dienstagabend einstimmig verabschiedeten.

Damit reagiert die SVV auf Klagen der Eltern über den Stundenausfall. „Gruppenförderstunden, Ganztagsstunden und Teilungsstunden fallen weg“, heißt es in dem Brief, weil die eigentlich dafür vorgesehenen Lehrer als sogenannte „Vertretungsreserve“ eingesetzt werden. Das sei vor allem für Kinder mit Förderbedarf eine Katastrophe. „Ihre Eltern können private Nachhilfe oft nicht bezahlen, also bleiben diese Kinder auf der Strecke“, heißt es in dem Brief.

Berufsorientierung für Schüler leidet

Die Autoren bemängeln, dass Arbeitsgemeinschaften ersatzlos gestrichen werden. Wegen des Wegfalls von Teilungsstunden könne auch kein Unterricht mit hohen Praxisanteilen zur Berufsorientierung durchgeführt werden, wie es Bildungsminister Günter Baaske (SPD) angekündigt habe.

„Stillbeschäftigung, nicht fachgerechte Vertretungen, pädagogisch unausgebildete Seiteneinsteiger bis zu wiederholtem Stundenausfall sind nicht länger hinnehmbar“, heißt es in dem Brandbrief. Deshalb wird Ministerpräsident Woidke aufgefordert, „durch entsprechende Entscheidungen kurz- und langfristig für eine dauerhafte Verbesserung der Grundversorgung an den Luckenwalder Schulen zu sorgen“.

Stundenausfall und erkrankte Lehrer

Nadine Walbrach ergänzte mündlich auf der Sitzung, dass zum Beispiel an der Oberschule 11,9 Prozent des Unterrichts ausgefallen sei, der durch die Vertretungsreserve auf 4,5 Prozent gedrosselt werden konnte, wodurch auf Teilungs-, Förder- und Wahlunterricht verzichtet werden musste. Am Gymnasium helfe man sich mit Stillarbeit. Dort fehlten täglich im Schnitt 3,5 bis 4,5 Lehrer wegen Krankheit.

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Von Hartmut F. Reck

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