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Leidenschaft für alte Ansichten

Postkartensammler in Woltersdorf Leidenschaft für alte Ansichten

Christian Ziegs sammelt Postkarten mit historischen Ansichten aus Woltersdorf und Umgebung. Der 50-Jährige hat inzwischen viele hundert Exemplare. Die älteste Karte stammt aus dem Jahr 1897.

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Christian Ziegs sammelt alte Postkarten vor allem aus seinem Heimatort Woltersdorf, aber auch aus anderen Dörfern der Gemeinde Nuthe-Urstromtal .

Quelle: Foto: Margrit Hahn

Woltersdorf . Alte Ansichten von Woltersdorf – dafür kann sich Christian Ziegs begeistern. Er sammelt Postkarten aus seinem Heimatdorf und anderen Ortsteilen der Gemeinde Nuthe-Urstromtal. Inzwischen besitzt er 140 Stück von Woltersdorf und mehr als 300 von Dörfern aus der Region.

Seine älteste Karte zeigt das Restaurant Schulze im Jahr 1897. Geschrieben und verschickt wurde sie von Otto Albert, der einem Freund in Erhartsberga in Thüringen schöne Ferien wünschte. Das Besondere: Die Karte wurde Heiligabend abgestempelt und war schon am nächsten Tag, dem 25. Dezember 1897, in Thüringen.

Alle Karten bewahrt Christian Ziegs fein säuberlich in Alben auf. Gern blättert er in den Folienseiten. Nicht nur aus Nostalgie, sondern weil er sich einprägen will, welche Karten er hat. Denn die Sammlung ist längst nicht abgeschlossen. Der 50-jährige Woltersdorfer ist im Prinzip ständig auf der Suche nach neuen alten Karten.

Zuletzt ersteigerte er ein Exemplar bei der Auktionsplattform Ebay. Die Karte zeigt die Woltersdorfer Walkmühle. „Für besonders seltene und schöne Stücke bezahle ich auch mal 60 bis 70 Euro“, sagt Christian Ziegs, „noch mehr würde ich nicht ausgeben. Jedes Hobby hat seine Grenzen.“

Die meisten Exemplare stammen aber nicht aus dem Internet, sondern von Börsen vor allem in Berlin, die der Tischlermeister regelmäßig besucht. Dabei bieten viele Händler etliche tausend Karten an, die nach alten Postleitzahlen sortiert sind. Einmal hatte Christian Ziegs Glück und fand 15 Stück an einem Tag. Bei den Karten spielt keine Rolle, ob sie schwarz-weiß, farbig oder coloriert sind. Hauptsache sie zeigen Motive aus der Region.

Früher war es üblich, dass sich eine Familie vor ihrem Haus fotografieren ließ. Dann wurden Postkarten mit dem Bild angefertigt, die an die Verwandtschaft geschickt wurde. Christian Ziegs hofft immer noch, dass er mal eine Karte findet, auf der auch sein Wohnhaus in der Charlottenstraße abgebildet ist. Es scheint als hätten die Fotografen es immer nur bis zu den Nachbarhäusern geschafft.

Neben Ansichtskarten sammelt er auch alte Rechnungen, Urkunden und Briefe. Bei einer Auktion in Berlin gelangte er an einen originalen Pachtvertrag aus dem Jahr 1759, der zwischen dem Eigentümer der Woltersdorfer Papiermühle und dem damaligen Pächter Boenicke geschlossen wurde. Ein Jahr später kaufte Boenicke die Mühle. Auch in einer Urkunde von 1752 geht es um den Papiermachermeister Boenicke. Ihm wurde gestattet, in Woltersdorf und im „Luckenwaldischen Kreis“ Lumpen zu sammeln, die für die Papierherstellung nötig waren.

Christian Ziegs freut sich über jedes neue Stück. Hin und wieder bekommt er auch Karten geschenkt. Wenn mal ein Exemplar doppelte dabei ist, dann tauscht er es. Alte Postkarten sind für ihn einfach spannend.

Von Margrit Hahn

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